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Limmattalbahn: Kanton plant Weiterführung von Killwangen nach Baden

Die Weiterführung der neuen Tramstrecke der Limmattalbahn von Killwangen bis Baden ist im kantonalen Richtplan bisher als so genannte Vororientierung aufgeführt und soll nun auf die Stufe Zwischenergebnis angehoben werden. Nach den grösstenteils positiven Rückmeldungen aus der öffentlichen Anhörung hat der Regierungsrat die entsprechende Botschaft im Juni 2020 zuhanden des Grossen Rates verabschiedet.

Weiterführung Limmattalbahn bis Baden: Linienführung und Lage S-Bahn-Haltestelle Wettingen Tägerhard Bild vergrössern
Weiterführung Limmattalbahn bis Baden: Linienführung und Lage S-Bahn-Haltestelle Wettingen Tägerhard

Die Tramstrecke der Limmattalbahn ist ein zentraler Baustein für die Bewältigung der zukünftigen und wachsenden Mobilitätsbedürfnisse im Korridor Killwangen-Neuenhof-Wettingen-Baden. Sie hilft mit, die hohe Standortgunst und den Erhalt der wirtschaftlichen Funktionsfähigkeit der Region sicherzustellen. Ein weiteres Ziel ist, die bestehenden und geplanten Siedlungsschwerpunkte umsteigefrei untereinander zu verbinden, insgesamt besser mit dem öffentlichen Verkehr zu erschliessen und die Verknüpfung mit dem Fuss- und Veloverkehr zu verbessern. Als schneller, leistungsfähiger und zuverlässiger Feinverteiler erfordert das Tram einen grossen Anteil Eigentrassee, im Siedlungsgebiet ist aber auch ein Mischbetrieb mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) möglich. Weiter wird mit dem Vorhaben der Strassenraum entlang der geplanten Tramstrecke aufgewertet.

Grundsätzliche Zustimmung zur Weiterführung bis Baden und zur Linienführung, aber auch Vorbehalte
Die erste Etappe der Limmattalbahn von Zürich Altstetten bis Killwangen befindet sich im Bau, die Inbetriebnahme bis Killwangen ist für Dezember 2022 geplant. Eine Weiterführung bis Baden ist im kantonalen Richtplan als Vororientierung aufgeführt. Vom 18. Oktober 2019 bis am 17. Januar 2020 hat die öffentliche Anhörung für die Anhebung auf Stufe Zwischenergebnis stattgefunden. Die Regionalplanungsverbände Baden Regio und Zurzibiet Regio, alle Gemeinden im Perimeter der neuen Tramstrecke sowie die meisten Verbände stimmen der Limmattalbahn zu. Eine breite Zustimmung hat auch die konkret vorgeschlagene Linienführung erhalten.

Allerdings bestehen bei der Bevölkerung auch ernst zu nehmende Vorbehalte. In zwei Sammelstellungnahmen sehen rund 700 Einwohner vorwiegend aus Neuenhof und Wettingen Vorteile in einem Ausbau der Busbevorzugung und des Bussystems mit flexiblen Linienführungen. Sie wehren sich gegen Beeinträchtigungen von Freiraum und Ortsbild sowie Einschränkungen des Gewerbes entlang dem Trassee sowie gegen die Beanspruchung von Landwirtschaftsflächen im Tägerhard. Teilweise wurden ausführlichere Erläuterungen zu den Auswirkungen auf den MIV sowie alternative Linienführungen verlangt. Aufgrund dieser Stellungnahmen wurden nun in Wettingen Ost (Unteri Geisswis) zwei zusätzliche Varianten für die Linienführung der Tramstrecke zwischen Tägerhard- und Landstrasse aufgenommen. Diese sind bis zur Festsetzung im Richtplan genauer zu untersuchen und mit den übrigen kantonalen Interessen sowie den Vorbehalten aus der Bevölkerung abzuwägen.

Neue Haltestellen in Wettingen und Spreitenbach
Einen direkten Zusammenhang mit der Limmattalbahn-Tramstrecke haben zwei weitere Vorhaben, die deshalb in der gleichen Botschaft behandelt werden: Die zukünftige SBB-Haltestelle Wettingen Tägerhard soll S-Bahn, Bus und Limmattalbahn miteinander verknüpfen und den geplanten Wohnschwerpunkt Tägerhard-Ost optimal an den öV anbinden. Im Osten von Spreitenbach soll eine zukünftige Halte-stelle der Limmattalbahn langfristig eine dichte, urbane Wohn- und Gewerbenutzung ermöglichen. Diese beiden Haltestellen sollen aufgrund der weitestgehend positiven Stellungnahmen aus der öffentlichen Anhörung gleichzeitig mit der neuen Tramstrecke von Killwangen über Neuenhof, Wettingen bis nach Baden als Zwischenergebnis in den Richtplan aufgenommen werden.

Die vom Regierungsrat am 10. Juni 2020 verabschiedete Botschaft zur Richtplananpassung Zwischenergebnis der Weiterführung der Limmattalbahn bis Baden sowie der S-Bahn-Haltestelle Wettingen Tägerhard und der Tram-Haltestelle Spreitenbach Asp werden voraussichtlich nach den Sommerferien 2020 im Grossen Rat behandelt.

Verbindung zum Regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau - OASE

Eine enge inhaltliche Verknüpfung besteht zwischen der Weiterführung der Limmattalbahn bis Baden und dem regionalen Gesamtverkehrskonzept Ostaargau (rGVK OASE) mit Massnahmen in den Räumen Baden-Wettingen und Brugg-Windisch. Die Limmattalbahn und das rGVK OASE laufen in zwei separaten Planungsverfahren, die aber in enger Abstimmung erarbeitet wurden und Ende 2019 gleichzeitig in der öffentlichen Anhörung waren. Während die Weiterführung der Limmattalbahn grösstenteils auf breite Zustimmung stösst, bestehen zum regionalen Gesamtverkehrskonzept im Raum Baden Vorbehalte. Bei der Limmattalbahn als auch zum rGVK OASE gibt es Widerstände gegen die Umnutzung der Badener Hochbrücke, die gemäss bisherigem Konzept für den MIV vollständig gesperrt und für die Limmattalbahn sowie den Fuss- und Veloverkehr reserviert werden sollte.

Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt nimmt die Stellungnahmen aus den Anhörungen in mehreren Punkten auf:

  • Die Weiterführung der Limmattalbahn soll noch dieses Jahr auf den gleichen Koordinationsstand auf Stufe Zwischenergebnis im Richtplan angehoben werden wie das rGVK OASE. Dieses ist mit den wichtigsten Elementen bereits seit 2017 als Zwischenergebnis im kantonalen Richtplan eingetragen. Bis zur Festsetzung der Limmattalbahn sind weitere Vertiefungen nötig und es ist zu klären, ob und mit welchen Massnahmen ein Mischbetrieb Tram/MIV/Velo im Abschnitt Hochbrücke – Schulhausplatz Baden möglich ist. Vertiefte Abklärungen zum Mischbetrieb sind auch in den Zentrumsabschnitten von Neuenhof und Wettingen zu machen.
  • Die kritische Haltung zur hohen und prognostizierten Verkehrsbelastung im Raum Siggenthal im Rahmen des rGVK OASE Raum Baden zeigte sich in der Anhörung mit klaren Aussagen einzelner Gemeinden, Parteien und vielen Voten von Siggenthaler Einzelpersonen. Für das Siggenthal wird vor allem eine bessere Verkehrsentlastung gefordert.

Die ersten beiden Etappen der Limmattalbahn: Zürich-Altstetten bis Killwangen

Visualisierung Limmattalbahn in Spreitenbach Bild vergrössern
Visualisierung Limmattalbahn in Spreitenbach

Das Limmattal gehört zu den dynamischsten Regionen der Schweiz. Damit sich die Städte und Gemeinden qualitativ weiter entwickeln können, ist ein Ausbau des öffentlichen Verkehrs notwendig. Die Limmattalbahn verbindet ab Ende 2022 Zürich-Altstetten, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen miteinander und schlägt eine Brücke zwischen den Kantonen Zürich und Aargau.

Medienmitteilungen & Medienberichte

TitelArtDatum
Aargauer Zeitung: "Stadttram soll Wachstum auffangen" (PDF, 341 KB)Medienbericht08.07.2020
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Badener Tagblatt: "Limmattalbahn bis ins Reusstal? (PDF, 577 KB)Medienbericht13.12.2019
Badener Tagblatt: "Limmattalbahn: Streckenführung stösst in Neuenhof auf Widerstand" (PDF, 227 KB)Medienbericht15.11.2019
Aargauer Zeitung: "Weiterbau der Limmattalbahn für 465 Millionen Franken" (PDF, 844 KB)Medienbericht18.10.2019
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Mit der Limmattalbahn bis nach Baden - Start öffentliche Anhörung Richtplananpassung Weiterführung Limmattalbahn bis Baden (öffnet in einem neuen Fenster)Medienmitteilung17.10.2019
Die Weichen für die Mobilität von morgen stellen: Start öffentliche Anhörung Richtplananpassung Regionales Gesamtverkehrskonzept Ostaargau - OASE (öffnet in einem neuen Fenster)Medienmitteilung17.10.2019
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