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Handlungsfelder

Wasserspeicherung und klimaresilientes Wassermanagement

Das Handlungsfeld umfasst die Themen Wasserspeicherung und Wassermanagement. Das Ziel ist die Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und die Verbesserung von Rückhaltung von Regenwasser in Siedlung und Landschaft. Ausserdem kommt dem Management der Ressource Wasser, das heisst der Frage der Gewinnung und gerechten und vorausschauenden Nutzung, eine wichtige Bedeutung zu.

Mit fortschreitendem Klimawandel nimmt die Tendenz zur Trockenheit zu. Die mittlere Niederschlagsmenge in den Sommermonaten wird langfristig abnehmen. Gemäss den Klima-Szenarien CH2025 ist bei einem globalen Erwärmungsniveau von 3 °C im Sommer zukünftig mit einer durchschnittlichen Abnahme der Niederschlagsmenge um bis zu 16 Prozent gegenüber der Normperiode (1991–2020) zu rechnen. Die Klima-Risikoanalyse des Bundes von 2025 zeigt eine Häufung von Trockenperioden. So waren insbesondere die Jahre 2015, 2018 und 2022 von weitverbreiteter Sommertrockenheit geprägt. Dabei waren nicht nur die mittleren Niederschlagsmengen entscheidend: Hohe Temperaturen begünstigten die Verdunstung und trockneten die Böden weiter aus. Dies hat sich auch auf die Wasserstände in Flüssen und Seen ausgewirkt. So herrschte vielerorts extremes Niedrigwasser, unter anderem auch in grossen Flüssen wie der Aare, der Reuss, der Limmat und dem Rhein.

Heisse und trockene Zeiten erhöhen den Druck auf feuchte Ökosysteme und auf die in Trockenperioden ohnehin knappe Ressource Wasser: Ein höherer Trinkwasserverbrauch für Haushalte, Schwimmbäder oder Gartenbewässerung, mehr Grundwasserbedarf für Kühlzwecke, vermehrte Freizeitaktivitäten im und am Wasser, Wasserentnahmen aus Bächen, Flüssen und Seen für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen sind einige Aspekte davon.

Neben vermehrter Trockenheit werden auch Starkniederschläge in Zukunft häufiger und intensiver auftreten. Dies betrifft alle Jahreszeiten, aber insbesondere den Winter. Auch sehr seltene Niederschlagsereignisse, wie sie heute etwa einmal in 100 Jahren eintreten, verstärken sich: Bis Mitte Jahrhundert ist mit einer Zunahme der Intensität der stärksten Eintagesniederschläge um zehn Prozent zu rechnen (Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz. Aktionsplan 2020–2025).

Auch die Nutzung der Wasserkraft ist den Folgen der Klimaveränderung ausgesetzt. Die Veränderung des Abflussregimes führt zu einer stärker fluktuierenden Stromproduktion. Die Gewässer führen in Zukunft mehr Wasser im Winter und weniger im Sommer. Die gesamte Jahresmenge nimmt jedoch nur geringfügig ab (Hydrologische Szenarien Hydro-CH2018).

Die zunehmend höheren Temperaturen in den Oberflächengewässern hat zudem Auswirkungen auf die Flora und Fauna. Wenn es gewissen Fischarten zu warm wird und sie keine Kaltwasserrefugien finden, zum Beispiel in kühleren Zuflüssen oder bei Grundwasseraufstössen, sterben sie.

Auch die Wasserqualität steht unter Druck: Belastungen durch Nährstoffe, Mikroverunreinigungen (zum Beispiel Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen PFAS, Pestizide oder Medikamentenrückstände), Mikroplastik und Erwärmung der Gewässer stellen grosse Herausforderungen dar. Eintragspfade reichen von diffusen Quellen wie Landwirtschaft und Gartenbau bis hin zu punktuellen Belastungen aus Industrie und Siedlungsentwässerung. Die Sicherstellung sauberer, nutzbarer Wasserressourcen und der Schutz aquatischer Lebensgemeinschaften erfordern gezielte Massnahmen und ein umfassendes Monitoring.

Dem Management der Ressource Wasser – also der Frage der Gewinnung sowie gerechten und vorausschauenden Nutzung – und der Sicherstellung einer hohen Wasserqualität kommt damit eine wichtige Bedeutung zu. Dies beinhaltet sowohl die Nutzung von Oberflächen- und Grundwasser als auch die langfristige Trinkwasserversorgungssicherheit. Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei die Wasserspeicherung.

Der Kanton Aargau hat eine ganzheitliche Wasserstrategie, die auf Vorbeugung von Wasserknappheitssituationen und Risikomanagement setzt. Vorrang haben präventive, bestehende und naturbasierte Massnahmen, die mehrere Ziele gleichzeitig erreichen. Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes sollen Synergien zwischen natürlichen und technischen Lösungen genutzt werden. Erst wenn diese nicht ausreichen, sollen Bewältigungskonzepte greifen. Die ökologische Tragfähigkeit der Bewässerung muss dabei gewährleistet sein, da kleine und mittlere Gewässer zunehmend unter Druck geraten.

Zusätzlicher Nutzen

Viele Massnahmen zur verbesserten Speicherung von Wasser im Siedlungsgebiet haben Synergien mit der Aufenthaltsqualität und dem Ortsbild (zum Beispiel Bäume, offene Wasserflächen). Sickerfähige, unversiegelte Flächen wirken zudem Hitzeinseln entgegen. Der Rückhalt von Wasser in Siedlung und Landschaft vermindert zudem das Risiko für Hochwasser bei Starkniederschlägen und schützt damit die ansässige Bevölkerung und Vermögenswerte.

Schnittstellen

Der Kanton Aargau hat eine ganzheitliche Wasserstrategie entwickelt, in der unter anderem die Wasserversorgung, der Umgang mit Trockenheit und Hochwasser sowie der Wasserverbrauch von Landwirtschaft und Industrie thematisiert werden. Massnahmen dazu werden noch erarbeitet.

Stossrichtungen

Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhöhen

Als Wasserspeicher spielt der Boden in der Klimaanpassung eine zentrale Rolle. Je besser der Boden das Wasser aufnehmen und speichern kann, desto wirksamer lassen sich Starkregenereignisse abmildern und Trockenperioden überbrücken.

Während verdichtete Böden – zum Beispiel durch das Befahren mit schweren Maschinen – weniger Wasser speichern, fördern gut durchwurzelte, humusreiche und strukturierte Böden die Wasserretention und Grundwasserneubildung.

Im Sinne eines ganzheitlichen Wassermanagements ist die Verbesserung der Infiltrationsleistung und Speicherfähigkeit des Bodens auch für die Landwirtschaft zentral. Sie reduziert den Bewässerungsbedarf, erhält die Bodenfruchtbarkeit und mindert Erosion.

Smarte Entwässerungssysteme und Rückhaltebecken können Wasser aus Starkregenereignissen speichern und in Trockenzeiten wieder verfügbar machen. Sie übernehmen neben der Entwässerung auch Retentions- und Pufferfunktionen.

Es gibt eine Vielfalt an strukturbildenden Massnahmen wie "Keyline-Design" (Bewässerungsgräben entlang von Höhenlinien), Hecken, Agroforst oder "Slow Water"-Elemente (Retentionsmassnahmen zur Regenwassernutzung und Vermeidung von Erosion). Diese unterstützen die Wasserrückhaltung und schaffen ökologische Mehrwerte.

Handlungsmöglichkeiten Kanton

Mit dem Einbau von Drainagen wurden ursprünglich stark vernässte Böden – vor allem Landwirtschaftsflächen, zum Teil jedoch auch im Wald – entwässert. Beim Ersatz bestehender Drainagen ist zu prüfen, ob eine Aufhebung möglich ist, beziehungsweise ob smarte Systeme mit Retentionsfunktion eingesetzt werden können. Aus landwirtschaftlicher Sicht haben smarte Systeme erste Priorität. Solche Systeme können Wasser aus Starkregenereignissen speichern und in Trockenperioden wieder verfügbar machen. Der Kanton kann Investitionen in zukunftsfähige Wasserinfrastrukturen gezielt fördern und in Strukturverbesserungsprojekte integrieren. Dazu gehört auch die Anpassung der Rahmenbedingungen für effiziente und ökologisch tragfähige Bewässerungssysteme, insbesondere bei der Wasserentnahme aus Oberflächengewässern.

Synergiepotenzial auf kantonaler Ebene

Wasserrückhaltung in Siedlung und Landschaft erhöhen

Um das zunehmend unregelmässig zur Verfügung stehende Wasser besser nutzen zu können, ist eine höhere Retention – die gezielte Rückhaltung von Wasser – von grosser Bedeutung. In Siedlungsgebieten ist die natürliche Wasserspeicherung durch die weitgehende Versiegelung stark eingeschränkt. Dennoch bestehen verschiedene Möglichkeiten nach dem "Schwammstadt-Konzept", welches Regenwasser als wertvolle Ressource und Gestaltungselement betrachtet, das lokal zurückgehalten werden soll: verdunsten, versickern und verwenden sowie nur im Starkregenfall kontrolliert ableiten. Zu den konkreten Massnahmen zählen Dachbegrünungen, durchlässige Beläge, Mulden, unterirdische Reservoire oder Zisternen, sowie eine gezielte Ableitung in Grünflächen oder Auffangbecken, die Abflussspitzen brechen und gleichzeitig zur Verdunstungskühlung beitragen.

Auch ausserhalb des Siedlungsraums ist die Wasserrückhaltung zentral. Die Durchlässigkeit der oberflächennahen Bodenschichten sowie die Erhöhung der Speicherfähigkeit des Bodens im Offenland und Wald tragen wesentlich zu einem stabileren Wasserhaushalt bei. Ansätze und Konzepte wie "Schwammlandschaft" oder "Slow Water" zielen darauf ab, Wasser im Boden zu verlangsamen, zu speichern und kontrolliert abzugeben. Sie helfen, Erosion der Landschaft zu vermeiden und Wasserressourcen in Trockenphasen verfügbar zu halten.

Naturnahe Gewässer und Feuchtgebiete sind nicht nur Hotspots der Biodiversität, sondern erfüllen auch zentrale Funktionen für den Wasserhaushalt und die Klimaanpassung. Ihre Schwammwirkung hilft, Hochwasserwellen bei Starkregen zu dämpfen und das Austrocknen von Fliessgewässern in Trockenperioden hinauszuzögern. Sie kühlen ihre Umgebung, filtern Meteorwasser und fördern die Grundwasseranreicherung. Die konsequente Umsetzung der kantonalen Revitalisierungsplanung ist entscheidend, damit Gewässerlebensräume ihre Funktionen trotz Klimawandel erhalten können.

Handlungsmöglichkeiten Kanton

Normen zur Regenwasserbewirtschaftung, zum Beispiel bei Neubauten, sind zwar vorhanden, werden aber nicht konsequent umgesetzt. Hier besteht grosser Handlungsbedarf. Der Kanton kann als Vorbild und Bewilligungsbehörde gezielt Einfluss nehmen und die Entsiegelung sowie die Integration blau-grüner Infrastrukturen in der Raumplanung fördern.

Die Gemeinden tragen gemäss Baugesetz die Hauptverantwortung für die Regenwasserbewirtschaftung. Aufgrund der zunehmenden Komplexität fehlt es ihnen jedoch oft an Fachwissen, personellen Ressourcen und finanziellen Mitteln. Der Kanton kann daher Gemeinden und Bauherrschaften mit geeigneten Rahmenbedingungen, Praxisgrundlagen sowie Beratung und Austausch unterstützen, um eine nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung zu ermöglichen.

Für die Förderung der Wasserrückhaltung in Siedlung und Landschaft sowie die Umsetzung der Gewässerrevitalisierung sind gezielte Massnahmen auf kantonaler Ebene erforderlich. Es gilt, insbesondere die räumlichen Voraussetzungen zu klären, potenzielle finanzielle Mittel zu identifizieren und Nutzungskonflikte möglichst frühzeitig zu vermeiden. Multifunktionale Nutzungen können bei Meliorationen gezielt unterstützt werden, beispielsweise der Wasserrückhalt bei der Sanierung von Drainagesystemen.

Ebenso sind die Sensibilisierung und die aktive Einbindung der Bevölkerung zentral. Jede Liegenschaft kann durch frühzeitige Beteiligung an Planung und Umsetzung sowie durch einfache Massnahmen wie Dachbegrünungen, Versickerungsflächen oder Regenwassernutzung einen Beitrag zur Wasserrückhaltung leisten. Der Kanton sollte diese Mitwirkung durch gezielte Anreize und Förderinstrumente unterstützen, um das Bewusstsein und die Eigenverantwortung zu stärken.

Synergiepotenzial auf kantonaler Ebene

  • Besonders im Siedlungsraum kann die Rückhaltung von Wasser zusätzlich positive Effekte auf das Mikroklima und die Grundwasserneubildung haben, siehe Handlungsfeld Hitzeangepasste Siedlungsentwicklung und Handlungsfeld Klimaangepasste Landwirtschaft.
  • Der Rückhalt von Wasser in Siedlung und Landschaft ist eng verknüpft mit dem Handlungsfeld Umgang mit klimabedingten Naturgefahren, wenn es darum geht, die Entwässerung bei Starkniederschlägen zu koordinieren.
  • Viele Massnahmen zur verbesserten Speicherung von Wasser im Siedlungsgebiet haben Synergien mit Ortsbild und Aufenthaltsqualität. Entlang von Strassen mindern sie die Trennwirkung von Strassen.
  • Die Wiederherstellung von Feuchtgebieten ist ein zentrales Ziel für den Kanton Aargau. Mit der Annahme des indirekten Gegenvorschlags der Volksinitiative "Gewässer-Initiative Kanton Aargau" hat der Grosse Rat entschieden, bis 2060 1’000 Hektar neue Feuchtgebiete im Wald, Landwirtschafts- und Siedlungsgebiet zu schaffen.

Konfliktpotenzial auf kantonaler Ebene

  • Durch unsachgemässe Versickerungen (verschmutztes Wasser) kann die Qualität des Grundwassers beeinträchtigt werden.

Gewinnung, Verteilung und Qualität bei Wasserknappheit steuern

In heissen und trockenen Perioden wird Wasser aufgrund fehlender Niederschläge und sinkender Grundwasserpegel knapp – für Menschen, Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig steigt in diesen Zeiten die Nachfrage nach Wasser, beispielsweise nach Trinkwasser für die Gartenbewässerung oder für das Befüllen von privaten Pools, oder auch nach Wasserentnahmen aus Bächen, Flüssen und Seen für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Kulturen. Besonders kritisch ist die Wasserentnahme von Oberflächengewässern, da deren Austrocknen nicht nur die Wasserverfügbarkeit einschränkt, sondern auch das gesamte Gewässerökosystem stark beeinträchtigt.

Dem langfristigen Management der Ressource Wasser sowie der gerechten und vorausschauenden Verteilung bei Knappheit kommt daher eine grosse Bedeutung zu. Das Grundwasser ist ein wichtiger und saisonaler Langzeitspeicher, der nachhaltig genutzt werden sollte. Mit regelmässigen Messungen der Grundwasserstände und Quellen-Ergiebigkeit wird die mengenmässige Entwicklung der Wasserressourcen beobachtet. Die Auswertung dieser Monitoringdaten von Kanton und Gemeinden dienen der Wasserversorgungsplanung und dem Schutz des Grundwassers vor einer Übernutzung.

Im Kanton Aargau liegt die Verantwortung über die Sicherstellung der Wasserversorgung bei den Gemeinden. Rund zwei Drittel stammt aus dem Grundwasser und ein Drittel aus Quellen. Probleme entstehen vor allem durch regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit und durch Bedarfsspitzen in Trockenphasen. Die Wasserstrategie des Kantons Aargau folgt dem Prinzip “Vorbeugen vor Bewältigen”. Vorrang haben präventive, bestehende, naturbasierte und multifunktionale Massnahmen, die gleichzeitig zur Wasserrückhaltung, Biodiversität, Erholung und zum Hochwasserschutz beitragen. Erst wenn diese Vorsorgemassnahmen nicht ausreichen, kommen bei unvermeidbarer Wasserknappheit abgestufte Bewältigungsstrategien zum Einsatz. Bei den Oberflächengewässern dienen dabei die tatsächlich gemessenen Abflussmengen, deren Verlauf sowie Niederschlagsprognosen für das jeweilige Einzugsgebiet als massgebende Grundlage für das Einleiten der Massnahmen.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Sicherstellung der Wasserqualität. Zur Sicherstellung sauberer, nutzbarer Wasserressourcen und zum Schutz der aquatischen Lebensgemeinschaften soll der Eintrag von belastenden Stoffen weiter reduziert werden. Die Anforderungen der Gewässerschutzgesetzgebung können trotz grosser Bemühungen nicht überall erfüllt werden. Belastungen durch Nährstoffe, Mikroverunreinigungen (zum Beispiel PFAS, Pestizide oder Medikamentenrückstände), Mikroplastik und die Erwärmung der Gewässer stellen grosse Herausforderungen dar.

Handlungsmöglichkeiten Kanton

Der Kanton beurteilt im Rahmen von periodischen Inspektionen die Qualitätssicherungssysteme, die technischen Anlagen und die Trinkwasserqualität der öffentlichen Wasserversorgungen. Er unterstützt die Gemeinden in ihrer Aufgabenerfüllung und koordiniert ihre Tätigkeiten für die Wasserversorgungsplanung, unter anderem mit dem letztmals 2007 aktualisierten Leitbild zur Wasserversorgung (PDF, 3,5 MB).

Die Nutzung von öffentlichen Gewässern, beispielsweise zur Bewässerung landwirtschaftlicher Kulturen, bedarf eines Nutzungsrechts, sobald sie den Gemeingebrauch übersteigt. Dieses kann in Form einer Konzession oder einer Bewilligung durch den Kanton erteilt werden. Wasserentnahmen bei Bächen, Flüssen und Seen entfallen oft auf Perioden, wenn diese ohnehin wenig Wasser führen. Wenn das aktuell verfügbare Grundwasser in einer solchen Phase einen zusätzlichen Beitrag zur Deckung des Wasserbedarfs ermöglicht, kann eine entsprechende Nutzung, beispielsweise in der Landwirtschaft, die Belastung der Oberflächengewässer bei Hitzeperioden entschärfen.

Zur Sicherstellung der Trinkwasserversorgung müssen bestehende Ressourcen geschützt und Versorgungsanlagen gezielt ausgebaut werden, beispielsweise durch neue Fassungsstandorte oder regionale Vernetzung. In grossen Flusstälern bestehen Ausbaupotenziale, die für die Versorgung grundwasserarmer Seitentäler besonders relevant sind. Die Finanzierung solcher Massnahmen erfolgt durch die Gemeinden, wobei der Kanton die diesbezüglich nachhaltige Entwicklung fördert und koordiniert.

Wenn mehrere Trockenphasen aufeinander folgen, ohne dass sich die Grundwasservorkommen und Abflussregime von Oberflächengewässern nachhaltig erholen können, kann dies zu kritischen Situationen führen. Durch die Festlegung von Alarmwerten und eine gezielte Überwachung können bevorstehende Wassermangellagen frühzeitig erkannt werden. Wasserbezugsgruppen und Behörden sollen während Wassermangellagen vordefinierte Wassereinsparungsmassnahmen treffen beziehungsweise anordnen können. Klar festgelegte Verantwortlichkeiten (Kanton, Gemeinden, Wasserbezugsgruppen) und vordefinierte Wassereinsparungsmassnahmen sollen dabei sicherstellen, dass die Nutzung des noch vorhandenen Grund- und Oberflächenwassers unter Beachtung einer Priorisierung und Berücksichtigung gesetzlicher Vorgaben und ökologischer Schutzbedürfnisse erfolgt. Versorgungsrelevante Wirtschaftsbereiche (Energieproduktion, Lebensmittelherstellung, Gesundheitswesen) sowie der Schutz der Ökosysteme haben dabei hohe Priorität.

Koordinations-, Sensibilisierungs- und Kommunikationsbedarf besteht auch gegenüber der Bevölkerung, beispielsweise bezüglich der Nutzung von Naherholungsgebieten an Gewässern, der Trinkwassernutzung in Mangellagen und der Möglichkeiten zur vermehrten Regenwassernutzung.

Synergiepotenzial auf kantonaler Ebene

Konfliktpotenzial auf kantonaler Ebene

  • Ökonomische Nachfrage versus ökologische Tragbarkeit: Der Kanton stellt als Bewilligungsbehörde für Wasserentnahmen und Einleitungen die ökologische Tragbarkeit sicher. Für Einleitungen legt er spezifische Einleitwerte fest. Wasserentnahmen werden bewilligt, wenn die ökologische Tragbarkeit aus einer ganzheitlichen Interessenabwägung gegeben ist.

Klima-Metrik

Die Klima-Metrik überprüft mithilfe von verschiedenen Indikatoren den Fortschritt in der Umsetzung der Klimastrategie des Kantons.