Wasserstrategie
Die kantonale Wasserstrategie zeigt, wie die Ressource Wasser langfristig gesichert, geschützt und nachhaltig genutzt werden soll. Sie schafft die Grundlage für einen ganzheitlichen Umgang mit Wasser, damit trotz Herausforderungen wie Klimawandel, Bevölkerungswachstum und wirtschaftlicher Entwicklung genügend Wasser in guter Qualität für Mensch, Natur und Wirtschaft zur Verfügung steht.
Der Kanton Aargau steht vor der Herausforderung, die Ressource Wasser angesichts des Klimawandels und zunehmenden Siedlungsdrucks nachhaltig zu nutzen und zu schützen. Wasser ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage und wird von Bevölkerung, Landwirtschaft, Wirtschaft und Industrie vielfältig genutzt. Die unterschiedlichen Ansprüche an die Ressource können dabei zu Nutzungskonflikten sowie zu Spannungsfeldern zwischen Nutzung und Schutz führen.
Im Mai 2022 hat der Bundesrat die Berichte «Wasserversorgungssicherheit und Wassermanagement – Grundlagenbericht» sowie «Integrales Wassermanagement für die Schweiz» verabschiedet. Darin wird die Bedeutung einer ganzheitlichen Wasserbewirtschaftung hervorgehoben. Gestützt auf die Entwicklungsleitbilder 2021–2030 und 2025–2034 sowie den Entwicklungsschwerpunkt «Ganzheitliche kantonale Wasserstrategie» (ESP 625E010) hat der Regierungsrat die Erarbeitung einer kantonalen Wasserstrategie in Auftrag gegeben.
Die Wasserstrategie des Kantons Aargau verfolgt einen integralen Ansatz entlang der drei Pfeiler Wasser nutzen, Wasser schützen und Schutz vor dem Wasser. Ziel ist es, die Ressource Wasser langfristig in ausreichender Menge und guter Qualität zu sichern sowie wasserbedingten Naturgefahren vorausschauend zu begegnen.
Sieben Handlungsfelder zeigen auf, in welchen Bereichen Massnahmen und Vorhaben prioritär umgesetzt werden sollen. Diese werden durch sieben Inseln in einem gemeinsamen Gewässer symbolisiert und verdeutlichen die enge Vernetzung der verschiedenen Themen. Die Darstellungen machen sichtbar, dass der nachhaltige Umgang mit Wasser eine zentrale Aufgabe und eine Investition in die Zukunft ist.
Nachfolgend werden die sieben Handlungsfelder der Wasserstrategie in gekürzter Form vorgestellt. Weiterführende Informationen sind durch einen Klick auf das entsprechende Handlungsfeld im Bild oder über den entsprechenden Link abrufbar.
Dokumente
Wasserstrategie (PDF, 23 Seiten, 9,1 MB)
Beilage zur Wasserstrategie (Handlungsfelder und Stossrichtungen) (PDF, 41 Seiten, 24,6 MB)
Handlungsfelder im Kurzüberblick
Ziel des Handlungsfeldes: Die Wasserversorgung wird unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Qualitätsanforderungen für alle Anspruchsgruppen sichergestellt.
Die Wasserversorgung wird für die unterschiedlichen Anspruchsgruppen wie Privathaushalte, Landwirtschaft, Gartenbau und Gewerbe langfristig gesichert. Das Bewusstsein und die Eigenverantwortung der Bevölkerung für einen sorgsamen Umgang mit Wasser werden gestärkt. Bei der öffentlichen Wasserversorgung haben jene Nutzungen Priorität, welche auf Trinkwasserqualität angewiesen sind. Dazu fördert und koordiniert der Kanton die Wasserversorgungsplanungen von Regionen, Gemeinden und Wasserversorgern. Für andere Nutzungen gewinnen neue Ansätze wie Speicherlösungen und separate Brauchwassernetze an Bedeutung, wozu der Kanton geeignete Rahmenbedingungen schafft.
Stossrichtungen
Trinkwasserversorgungssicherheit planen und umsetzen
Der Kanton koordiniert und unterstützt die regionale Wasserversorgungsplanung, um die langfristige Trinkwasserversorgung zu sichern.
Speicherlösungen und Brauchwassernutzung für Nicht-Trinkwasserzwecke ermöglichen
Ergänzend und zur Entlastung der öffentlichen Wasserversorgung prüft der Kanton alternative Versorgungssysteme und unterstützt diese, wo es sinnvoll ist.
Bewusstseinswandel für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser anstossen
Das Problembewusstsein und die Eigenverantwortung der Bevölkerung und Wirtschaft für einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Wasser werden gestärkt.
Ziel des Handlungsfeldes: Die ökologische Qualität und Nutzbarkeit der Aargauer Grund- und Oberflächengewässer bleibt erhalten; Stoffbelastungen und Wassererwärmung liegen auf einem verträglichen Niveau und ermöglichen die Wassernutzung sowie den Schutz aquatischer Lebensgemeinschaften.
Neben Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe tragen auch die Gemeinden eine zentrale Verantwortung. Darüber hinaus kann jede und jedes Einzelne durch bewusste Konsumentscheidungen und einen sorgfältigen Umgang mit Produkten aus den Bereichen Kosmetik, Garten, Haushalt und Medikamente einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gewässer leisten.
Stossrichtungen
Bewusstsein für saubere Gewässer stärken
Gemeinden, Bevölkerung sowie Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe sind für ihre Rolle und ihren Beitrag zur Verbesserung der Wasserqualität sensibilisiert.
Massnahmen durch das einzugsgebietsbezogene Oberflächengewässer-Monitoring unter Einbezug relevanter Akteurinnen und Akteure ableiten und umsetzen
Daten und Empfehlungen aus dem Oberflächengewässer-Monitoring ermöglichen die gezielte Umsetzung von Massnahmen zur Verbesserung der Gewässerqualität.
Gewässerbelastung durch Massnahmen an der Quelle begrenzen
Der Kanton unterstützt Dritte optimal, ihre Vollzugsaufgaben im Gewässerschutz effektiv wahrzunehmen, indem er Fachinformationen, Beratung und nachvollziehbare Rahmenbedingungen bereitstellt.
Ziel des Handlungsfeldes: Die Bewältigung von Hochwasser- und Trockenheitsereignissen ist auf die künftigen Herausforderungen ausgerichtet und erfolgt koordiniert und effektiv.
Die Vorsorge und Bewältigung von Hochwasser und Trockenheit werden auf die Auswirkungen des Klimawandels ausgerichtet. Die Bewältigung erfolgt koordiniert und effektiv und berücksichtigt die verschiedenen Ansprüche an die Ressource Wasser sowie die Gemeindeautonomie. Bei Wasserknappheit übernimmt der Kanton eine verstärkte koordinierende Rolle, damit die versorgungsrelevanten Bereiche sichergestellt werden können.
Stossrichtungen
Koordination bei Trockenheiten und Wasserknappheiten verstärken
Die Bewältigung von Niedrigwasser, Trinkwasserknappheit und Grundwassermangel ist durch klar geregelte Abläufe, Zuständigkeiten und Massnahmen vorbereitet.
Risikobasiertes Hochwassermanagement stärken
Der integrale Ansatz des Hochwassermanagements im Kanton Aargau wird fortgesetzt und berücksichtigt vorausschauend die klimabedingten Risiken.
Ziel des Handlungsfeldes: Die energetische Nutzung des Wassers trägt zum Erhalt der Versorgungssicherheit sowie zum Ersatz fossiler Energieträger bei und berücksichtigt die ökologische Tragbarkeit.
Die Wasserkraft ist eine zentrale erneuerbare Energiequelle im Kanton Aargau und deckt einen bedeutenden Teil des kantonalen Strombedarfs. Hauptträger sind die Laufwasserkraftwerke an Aare, Reuss, Limmat und Rhein. Da der Ausbau im Kanton nur begrenzte Potentiale bietet, werden energetische Optimierungen ganzheitlich analysiert und bewertet - unter Einbezug technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte. Zusätzliche Chancen bestehen bei der Wärmenutzung aus Oberflächengewässern und Grundwasser. Mit dem Klimawandel können jedoch vermehrt Niedrigwasserperioden auftreten, was die Stromproduktion der Laufwasserkraftwerke leicht reduzieren kann.
Stossrichtungen
Energetisches Aufbaupotenzial aufzeigen, bewerten und gegebenenfalls nutzen
Die Wasserkraftnutzung wird auf Basis einer umfassenden Potenzialanalyse unter Berücksichtigung technischer, ökologischer und wirtschaftlicher Aspekte bewertet und optimiert.
Ökologische Sanierung Wasserkraft vorantreiben
Die Sanierung der Fischgängigkeit und des Geschiebehaushalts wird vorangetrieben.
Thermische Wassernutzung nachhaltig gestalten
Die thermische Wassernutzung trägt, im Rahmen der geltenden Vorschriften, zur Versorgungssicherheit sowie zum Ersatz fossiler Energieträger bei.
Ziel des Handlungsfeldes: Der Kanton fördert eine effiziente und nachhaltige Wassernutzung in Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe und entwickelt dazu die bestehenden Rahmenbedingungen weiter.
Die Landwirtschaft ist eine zentrale Säule der Ernährungssicherheit. Voraussetzung dafür sind qualitativ hochwertige, humusreiche Böden mit hoher Wasserspeicherkapazität. Angesichts zunehmendes Wetterextreme ist der Ausbau geeigneter Infrastrukturen entscheidend, insbesondere Be- und Entwässerungsanlagen mit Speicher- und Retentionsmöglichkeiten zur Minderung der Klimafolgen. Die Bewässerung zur Lebensmittelproduktion wird im Rahmen der verfügbaren Wasserressourcen unterstützt. In Industrie und Gewerbe werden Effizienzsteigerungen und kreislauffördernde Prozesse vorangetrieben sowie die Einträge von Mikroverunreinigungen weiter reduziert.
Stossrichtungen
Pufferfunktion der Böden stärken und landwirtschaftliche Wasserinfrastrukturen nachhaltig entwickeln
Der Kanton fördert im Kulturland den Ausbau von Wasserinfrastrukturen und Massnahmen zur Stärkung der Pufferfunktion des Wasserkreislaufs und trägt zur nachhaltigen Be- und Entwässerungspraxis bei.
Effiziente Prozesse und neue Technologien in der Wirtschaft fördern
Der Kanton konkretisiert die Rahmenbedingungen für eine effiziente und ressourcenschonende Wassernutzung in Industrie und Gewerbe nach dem Stand der Technik.
Ziel des Handlungsfeldes: Die Erhaltung, Revitalisierung und ökologische Aufwertung von Gewässern und Feuchtgebieten sichern ihre Funktionen und stärken die Klimaanpassung.
Die Erhaltung, Revitalisierung und ökologische Aufwertung der Gewässer werden vorangetrieben, damit sie ihre Funktionen als Lebensräume, Trinkwasserressource, Erholungsraum und wirtschaftliche Grundlage auch unter veränderten klimatischen Bedingungen erfüllen können. Die Erhaltung und Schaffung neuer Feuchtgebiete tragen zusätzlich dazu bei, die Biodiversität zu erhalten und die Wasserspeicherfähigkeit der Landschaft punktuell zu erhöhen sowie die Resilienz des Wasserhaushalts zu stärken.
Stossrichtungen
Revitalisierung von Fliessgewässern und Seeufern vorantreiben
Die konsequente Umsetzung der kantonalen Revitalisierungsplanung schafft die Voraussetzung, dass Gewässerlebensräume ihre Funktionen trotz Klimawandel erhalten können.
Feuchtgebiete und Kleinstgewässer wiederherstellen.
1'000 Hektaren Feuchtgebiete sind wiederhergestellt, miteinander vernetzt und tragen zur Sicherung der Biodiversität und zur Anpassung an den Klimawandel bei.
Ziel des Handlungsfeldes: Nachhaltige Rückhalt- und Speichermassnahmen stärken den natürlichen Wasserkreislauf, sichern die Versorgung und fördern eine klimaangepasste Siedlungs- und Landschaftsentwicklung.
Ein zentraler Ansatz im Umgang mit häufigeren und intensiveren Starkniederschlägen sowie Trockenereignissen besteht darin, Wasser länger im Einzugsgebiet zurückzuhalten. Dem Grundwasser als grösstem natürlichen Wasserspeicher kommt dabei besondere Bedeutung zu. Es gilt, seinen Vorrat und ausreichende Erneuerung von hoher Güte zu sichern, zum Beispiel durch die Versickerung von Regenwasser oder multifunktionale Retentionsräume. Konzepte wie "Schwammstadt", intelligente Be- und Entwässerungssysteme oder "Slow Water" tragen dazu bei, den natürlichen Wasserkreislauf zu unterstützen, ohne die Qualität des Grundwassers zu gefährden
Stossrichtungen
Klimaangepasste Regenwasserbewirtschaftung vorantreiben
Regenwasser wird im Kanton Aargau nachhaltig und an den Klimawandel angepasst bewirtschaftet.
Gemeinden und Bauherrschaften in der Regenwassbewirtschaftung unterstützen
Bauherrschaften und Gemeinden werden bei der Planung und Umsetzung einer nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung mit geeigneten Rahmenbedingungen, Praxisgrundlagen und Beratung bestmöglich unterstützt.
Partizipation und Eigenverantwortung bei Wasserrückhalt und Wasserspeicherung verstärken
Die Partizipation der Bevölkerung zum Thema Wasserrückhalt und Wasserspeicherung wird ermöglicht und damit das Bewusstsein und die Eigenverantwortung gestärkt.
Hintergrund
Zielsetzung
Die Wasserstrategie des Kantons Aargau zeigt auf, wie mit der begrenzten Ressource Wasser ganzheitlich, verantwortungsvoll und vorausschauend umgegangen werden soll. Ziel ist es, Wasser langfristig in ausreichender Menge und guter Qualität für Mensch, Natur und Wirtschaft zu sichern.
Wasser erfüllt im Kanton Aargau viele wichtige Funktionen: Es ist Lebensgrundlage, Trinkwasserressource, Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie ein wichtiger Produktionsfaktor für Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Energie. Die Wasserstrategie trägt dazu bei, diese verschiedenen Funktionen auch in Zukunft zu erhalten und die Risiken von zu viel oder zu wenig Wasser frühzeitig durch Präventionsmassnahmen zu mindern.
Im Zentrum steht ein Wassermanagement, das den natürlichen Wasserkreislauf stärkt, Wasser möglichst in der Landschaft und in geeigneten Infrastrukturen zurückhält und die Gewässer als widerstandsfähige Lebensräume schützt. So sollen die Folgen von Trockenheit, Hitze, Starkniederschlägen und Hochwasser besser bewältigt werden.
Interessensabwägung und Priorisierung
Rund um die Gewässer bestehen verschiedene berechtigte gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Ansprüche, die teilweise im Konflikt zueinander stehen und punktuell auch innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens zu Abgrenzungsfragen führen können. Die kantonale Wasserstrategie dient als fachliche Grundlage und Orientierungshilfe, wie mit diesen Zielkonflikten umgegangen werden soll.
Die Wasserstrategie legt keine fixe Rangfolge für Wassernutzungen fest, sondern setzt den Schwerpunkt auf präventive Massnahmen, um Wasserknappheit möglichst zu vermeiden. Nur wenn diese Massnahmen nicht ausreichen, greifen situative Bewältigungsmassnahmen. Dieses Vorgehen folgt dem Grundsatz des integralen Risikomanagements, bei dem Hitze, Trockenheit sowie Starkniederschläge und Hochwasser als relevante Naturgefahren behandelt werden.
- Vorbeugen durch vorsorgliche Planung und nachhaltige Bewirtschaftung
- Bewältigen bei unvermeidbarer Knappheit
Während für den Umgang mit Starkniederschlägen und Hochwasser im Kanton Aargau bereits etablierte Grundlagen, Instrumente und Massnahmen bestehen (siehe Hochwasserschutzmassnahmen und Gefahren- und Risikokarte Hochwasser), stellt der Umgang mit Trockenheit und Wasserknappheit eine vergleichsweise neue Herausforderung dar (siehe SRF-Beitrag "Wasser wird knapper" und Beispielprojekt "Anpassung als Chance für die Landwirtschaft"). Vor diesem Hintergrund legt die Wasserstrategie in diesem Grundsatz den Schwerpunkt auf die Priorisierung von Massnahmen für Situationen knapper Wasserverfügbarkeit infolge von Hitze und Trockenheit. Die Priorisierung erfolgt danach, inwiefern die Massnahmen dazu beitragen, den Wasserkreislauf langfristig resilienter zu machen, natürliche Funktionen zu stärken und die Anfälligkeit gegenüber Wasserknappheit zu reduzieren.
Schnittstelle Wasserstrategie und Klima
Der Klimawandel verändert den Wasserhaushalt im Kanton Aargau bereits heute. Höhere Temperaturen, längere Trockenperioden, häufigere Hitzephasen sowie intensivere Starkniederschläge und Hochwasser wirken sich direkt auf Gewässer, Grundwasser, Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und Ökosysteme aus.
Die Wasserstrategie stärkt die Prävention und hilft, den Kanton an die klimatischen Veränderungen und deren Auswirkungen auf Wassernutzung und Gewässer anzupassen. Dazu gehören Massnahmen, die Wasser besser in Böden, Gewässern und Infrastrukturen zurückhalten, die natürlichen Funktionen des Wasserkreislaufs stärken und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Hochwasser erhöhen.
Damit ist die Wasserstrategie ein zentrales Instrument der Klimaanpassung und hilft wasserbezogene Risiken frühzeitig zu erkennen, Nutzungskonflikte zu koordinieren und die Wasserversorgung sowie die Gewässer im Kanton Aargau langfristig resilient aufzustellen.
Schnittstelle Wasserstrategie und Nachhaltigkeit
Mit dem Bericht Nachhaltige Entwicklung 2024 zeigt der Kanton Aargau bereits zum sechsten Mal umfassend auf, wo er aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung steht.
Die UNO Agenda 2030 ist der globale Referenzrahmen für nachhaltige Entwicklung und der Bezugspunkt für die Nachhaltigkeitspolitik der Schweiz. Kernbestandteil sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Die kantonale Wasserstrategie trägt namentlich zur Erfüllung folgender Ziele bei:
- Ziel 2 Kein Hunger: Wasser- bzw. Ernährungssicherheit in der Landwirtschaft sicherstellen und einen Beitrag zur nachhaltigen Be- und Entwässerung sowie Stärkung der Pufferfunktion der Böden leisten.
- Ziel 3 Gesundheit und Wohlergehen: Stoffeinträgen ins Wasser vermeiden und Wasser als Element der Hitzeanpassung in Siedlungen fördern.
- Ziel 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen: Trinkwasserqualität und -versorgung sicherstellen und Gewässerqualität verbessern sowie wasserbezogene Ökosysteme schützen und wiederherstellen.
- Ziel 7 Bezahlbare und saubere Energie: Wassernutzung und Energieversorgung aufeinander abstimmen.
- Ziel 8 Wirtschaftswachstum und Ziel 9 Industrie, Innovation und Infrastruktur: Wasserversorgung für Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft sicherstellen sowie Wasserinfrastrukturen entwickeln.
- Ziel 11 Nachhaltige Städte und Gemeinden: Wasserrückhalt mit entsprechender Pufferwirkung sowie Wasserverfügbarkeit im Siedlungsgebiet und Schutz vor wasserbedingten Naturgefahren sicherstellen.
- Ziel 12 Nachhaltiger Konsum und Produktion: Über einen verminderten Wasserkonsum die Übernutzung Ressource Wasser vermeiden.
- Ziel 13 Massnahmen zum Klimaschutz: Klimabedingte Risiken auf den Wasserhaushalt minimieren und bewältigen.
- Ziel 14 Leben unter Wasser: Schutz aquatischer Lebensgemeinschaften.
- Ziel 15 Leben an Land: Erhalt ökologischer Lebensräume (Gewässer und Feuchtgebiete) und Stärkung natürlicher Wasserspeicher.
- Ziel 17 Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Durch Förderung der Zusammenarbeit und Koordination zwischen Bund, Kanton, Gemeinden und privaten Akteurinnen und Akteuren beim Umgang mit der begrenzten Ressource Wasser.