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Kennzahlen Bildung

Das Departement BKS hat ausgewählte Bildungsindikatoren analysiert und die aussagekräftigsten Vergleichsdaten für den Kanton Aargau herausgegriffen. Für die untenstehenden Bereiche gibt es Publikationen zu den jeweiligen Kennzahlen.

STEP I

STEP I steht für den ersten grossen Schritt in der Bildungskarriere von der Volksschule in die Sekundarstufe II.

Im Auftrag des Departements Bildung, Kultur und Sport (BKS) führt Statistik Aargau jährlich die Erhebung STEP I durch. Dabei wird jeweils im Juni nachgefragt, welchen Weg die Lernenden nach Abschluss der Sekundarstufe I einschlagen werden. Seit 2008 werden die Anschlusslösungen aller Lernenden aus der Regelschule erfasst. Seit 2010 sind zusätzlich die Sonderschulen integriert. Die Daten werden durch Statistik Aargau analysiert.

Ergebnisse 2021

2021 absolvierten rund 6'600 Lernende im Kanton Aargau das Abschlussjahr der öffentlichen Volksschule. Insgesamt 3.6 Prozent von ihnen verbleiben für ein weiteres Jahr an der Volksschule. 6'377 Lernende haben im Sommer die Volksschule verlassen, davon stammen knapp 98 Prozent aus Regelschulen und 2.1 Prozent aus Sonderschulen. Welche Wege die Abgängerinnen und Abgänger einschlagen, zeigen die folgenden Ausführungen.

Anschlusslösung nach der Regelschule

Der überwiegende Teil der Aargauer Jugendlichen besucht eine Regelklasse, die auf der Oberstufe in drei Anspruchsniveaus geführt wird: Bezirks-, Sekundar- und Realschule. Weiter existieren im Kanton Aargau im Rahmen der Regelschule auch Sonderklassen (Kleinklasse, Werkjahr, Berufswahljahr, Integrations- und Berufsfindungsklasse).

Anschlusslösungen in der Übersicht

Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach der Regelschule 2021. Daten: Statistik Aargau 2021 / © BKS
  • 23% Allgemeinbildende Schulen
  • 3% Berufliche Grundbildung: Vollzeitschulen
  • 57% Berufliche Grundbildung: Duale Berufsbildung
  • 14% Brückenangebot/Zwischenlösung
  • 2% Praktikum/Erwerbsarbeit
  • 1% Ohne Anschlusslösung

23.5 Prozent der Jugendlichen tritt nach der Schule in eine allgemeinbildende Schule über (Gymnasium oder Fachmittelschule). Rund 60 Prozent beginnen im Anschluss an die Volksschule mit einer beruflichen Grundbildung, der überwiegende Teil davon in Form einer dualen Berufslehre in einem Lehrbetrieb. 15.7 Prozent der Abgängerinnen und Abgänger beabsichtigen eine andere Anschlusslösung zu beginnen wie etwa ein Brückenangebot oder ein Praktikum. Nur wenige Abgängerinnen und Abgänger stehen am Ende der obligatorischen Schulzeit ohne Anschlusslösung da. Ihnen stehen Beratungsangebote zur Verfügung, welche sie bei der Suche nach einer Anschlusslösung unterstützen.

Anschlusslösungen im Zeitvergleich

Anschlusslösungen der Abgänger/-innen im Zeitvergleich. Daten: Statistik Aargau 2021 / © BKS

Die seit 2008 erfassten Anschlusslösungen für Abgängerinnen und Abgänger der Regelschulen im Kanton Aargau erlauben inzwischen einen Vergleich über mehr als 10 Jahre. Längerfristig rückläufig ist dabei insbesondere der Anteil an Schülerinnen und Schüler, die keinen direkten Einstieg in eine qualifizierende Ausbildung erreichen: von rund 23 Prozent (2008) auf knapp 16 Prozent (2021). In der ersten Hälfte der beobachteten Zeitperiode (bis 2014) ist parallel dazu der Anteil der Volksschulabsolvierenden, die eine weiterführende Schule besuchen, von 20 Prozent auf über 25 Prozent gewachsen. Seit 2014 ist dieser Anteil aber stabil, während die duale Berufslehre weiterhin einen wichtigen Stellenwert hat. Die Mehrheit der Volksschulabsolvent/innen tritt direkt nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit in eine duale Berufslehre ein.

Anschlusslösungen nach Geschlecht und Schultyp

Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach Geschlecht und Schultyp 2021. Daten: Statistik Aargau 2021 / © BKS

Welche Art der Anschlusslösung gewählt wird, unterscheidet sich deutlich zwischen den Geschlechtern und hängt zugleich auch stark vom besuchten Schultyp ab. Männliche Jugendliche (63.4%) entscheiden sich viel häufiger für eine berufliche Grundbildung, als ihre weiblichen Kolleginnen (50.7%). Diese wählen hingegen sehr viel öfter eine allgemeinbildende Schule und absolvieren auch häufiger ein Praktikum.

Den Absolventinnen und Absolventen der Bezirksschule stehen alle Anschlusslösungen offen. Über 60 Prozent von ihnen besuchen eine weiterführende Schule, knapp 35 Prozent entscheiden sich für eine duale Berufsehre. Gut drei Viertel der Lernenden der Sekundarschule wählen eine berufliche Grundbildung, während nur wenige in eine weiterführende Schule wechseln. Die Berufslehre ist auch die meistgewählte Anschlusslösung von Realschülerinnen und Realschülern. Sie müssen jedoch deutlich häufiger als die Abgängerinnen und Abgänger der anderen Schultypen auf eine Zwischenlösung ausweichen.

Somit gelingt knapp einem Drittel der Absolvierenden einer Realschule der Übertritt in eine qualifizierende weiterführende Ausbildung nicht auf Anhieb. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, möglicherweise aufgrund des grossen Einsatzes aller Akteure in der Coronavirus-Pandemie. Die männlichen Jugendlichen besuchen im Vergleich zum Vorjahr etwas häufiger eine Allgemeinbildende Schule. Der Anteil der Jugendlichen ohne Anschlusslösung bleibt wie im Vorjahr tief.

Anschlusslösung nach der Sonderschule

Neben der öffentlichen Regelschule decken im Kanton Aargau auch Sonderschulen (stationäre Sonderschulen und Tagessonderschulen) den Bedarf für Kinder mit einer Beeinträchtigung ab. Die Sonderschulen haben Bedürfnisse einer sehr heterogenen Gruppe von Schülerinnen und Schülern abzudecken. Unter den Abgängerinnen und Abgängern befinden sich Jugendliche mit kognitiver oder sozialer Beeinträchtigung, solche mit Nachteilen körperlicher Art oder mit einer Störung des Sprechens oder der Sprache. Entsprechend vielseitig präsentieren sich auch die Anschlusslösungen.

Anschlusslösungen in der Übersicht

Anschlusslösungen der Abgänger/-innen nach der Sonderschule 2021. Daten: Statistik Aargau 2021 / © BKS

Der Anteil derjenigen, die in eine weiterführende Schule übertreten ist sehr gering. Gut ein Drittel der Abgängerinnen und Abgänger startet nach der Sonderschule mit einer dualen Berufslehre. Mehr als die Hälfte der Abgängerinnen und Abgänger tritt in ein spezialisiertes Angebot ein, etwa ein Brückenangebot oder eine Beschäftigung. In 4 Prozent der Fälle liegen die Anschlusslösungen in anderen Kantonen.

Ergebnisse der Vorjahre

Schulblatt-Artikel

STEP I+

Mit der Erhebung STEP I+ wird untersucht, welche Wege die Lernenden nach Besuch der Kantonalen Schule für Berufsbildung (ksb) einschlagen.

An der Kantonalen Schule für Berufsbildung (ksb) sind die öffentlichen Brückenangebote des Kantons Aargau angesiedelt. Es gibt ein schulisches Angebot, ein kombiniertes Angebot und Bildungsangebote im Integrationsbereich. Beim Austritt werden die Anschlusslösung der Absolventinnen und Absolventen erfasst und jeweils in einem Kurzbericht zusammengefasst.

Ergebnisse der Vorjahre