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VERAS – Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr

VERAS – Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr

Mit der Gesamtplanung "Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr – VERAS" nimmt sich der Kanton der komplexen verkehrlichen Situation in Suhr und den umliegenden Gemeinden an. VERAS entlastet Suhr von den zu Spitzenzeiten herrschenden Staus und bindet gleichzeitig das Wynental besser an das übergeordnete Strassennetz an.

Aktuell

Gesamtplanung

Projektbeschreibung

Die Siedlungsräume leiden bereits heute unter dem hohen Verkehrsaufkommen. In Suhr und Gränichen ist das Verkehrssystem überlastet, die Anbindung des Wynentals an die A1 ist ungenügend. Die Wartezeiten an den Bahnübergängen in Suhr sind bereits heute lange, der Ausbau des Bahnangebots bringt künftig vermehrte bzw. verlängerte Barriere-Schliessungen mit sich. Die Erreichbarkeit in der gesamten Region ist stark beeinträchtigt.

Mit dem Teil Ost von VERAS sollen eine angemessene Entlastungswirkung erzielt und die Eingriffe in den Landschafts- und Siedlungsraum sowie der Bedarf an wertvollem Kulturland minimiert werden. Aus diesen Überlegungen ging die vorliegende Linienführung hervor. Gleichzeitig wurde erkannt, dass die optimale Verkehrsentlastung für Suhr wie auch die optimale Anbindung des Wynentals an die A1 in der Kombination eines Teils Ost und eines Teils Süd liegt. VERAS fasst beide Teile zusammen und soll – optimal ins bestehende Kantons- und Gemeindestrassennetz integriert – auch für die umliegenden Gemeinden (Ober- und Unterentfelden, Gränichen, Schafisheim, Hunzenschwil) einen Mehrwert schaffen.

Ziele

Die Projektziele lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Entlastung des Siedlungs- und Wirtschaftsraums vom Durchgangsverkehr
  • Verbesserung der Anbindung des Wynentals an die Autobahn A1 und nach Aarau
  • Reduktion der Belastung für die Wohnbevölkerung
  • Aufwertung des Velonetzes für den lokalen und regionalen Verkehr

Folgende Randbedingungen sollen berücksichtigt werden:

  • Minimierung des Bedarfs an wertvollem Kulturland
  • Möglichst geringe Eingriffe in den Landschaftsraum
  • Optimale Anbindung von VERAS an das bestehende Kantons- und Gemeindestrassennetz
  • Berücksichtigung übergeordneter Planungsabsichten von Bahn und Nationalstrasse
  • Verbesserung der Verkehrssicherheit an den Bahnübergängen
  • Verbesserung Erreichbarkeit Wirtschaftsstandorte (unter anderem die Entwicklungsschwerpunkte Buchs/Suhr, Wynenfeld sowie Entfelden, Chilefeld, Ausserfeld und Oberentfelden-Süd)
  • Hochwertige Siedlungsentwicklung in den Wohnschwerpunkten (Buchs, Hunzikermatte als urbaner Entwicklungsraum sowie Gränichen, Bahnhof Oberdorf als ländliche Entwicklungsachse)

Bestandteile des Projekts

Die vorgesehenen Massnahmen von VERAS erstrecken sich von der historischen Wynabrücke nordöstlich des Dorfzentrums, im Osten an der Siedlungsgrenze vorbei und im Süden entlang der A1 bis nach Oberentfelden.

Für den motorisierten Verkehr wird über die Wyna eine neue Brücke geschlagen. Die im Jahr 1770 erbaute Steinbrücke wird dem Fuss- und Veloverkehr zur Verfügung stehen. Vom links der Wyna geplanten – mit Lichtsignalanlage gesteuerten – Kreisel führt künftig eine Brücke über das Bahntrassee direkt ins Suhrer Dorfzentrum, womit der störende Bahnübergang hinfällig wird.

Der Verkehr in Richtung Oberentfelden oder Wynental gelangt vom gesteuerten Kreisel auf den Teil Ost, der durch einen Tunnel entlang der Wynenmatte bis zur südlichen Siedlungsgrenze Suhrs führt. Die bestehende Kantonsstrasse nach Gränichen wird dort nördlich der A1 angeschlossen. In westliche Richtung setzt sich der Teil Süd über das Helgefeld entlang der Autobahn bis zum Weiler Weltimatt fort und bindet dort an das bestehende Strassennetz Oberentfeldens an.

Ein direkter Autobahnanschluss bei der Kantonsstrasse K242 zwischen Gränichen und Suhr wurde verworfen, da dies zu einer deutlichen verkehrlichen Mehrbelastung des Zentrums von Suhr führen würde. Mit der strategischen Ausrichtung des Bundes, die eine optimierte Anbindung der T5 an den A1-Anschluss Aarau-Ost vorsieht, kann das Wynental über den Teil Ost Richtung Zürich besser an die A1 angeschlossen werden. Über den Teil Süd und die Suhrentalstrasse erfolgt die Anbindung Richtung Bern.

Projektgeschichte

Jahr 1897 (© swisstopo)

An der Hauptstrasse zwischen Zürich und Bern liegend, entwickelte sich Suhr bereits im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort, besonders im Bereich der Metall- und Maschinenbauindustrie. Um 1900 lebten hier 1808 Menschen, wobei sich diese Zahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mehr als verdoppelte.

Jahr 1931 (© swisstopo)

1939 eröffnete Pfister ein grosses Fabrik- und Verwaltungsgebäude in Suhr. Die Suhre, die im Westen des Dorfs bislang durch ein Sumpfgebiet mäandrierte, wurde während des zweiten Weltkriegs kanalisiert. Seither nutzt die Landwirtschaft das trockengelegte Gebiet.

Jahr 1957 (© swisstopo)

Allein während der 1950er-Jahre wuchs die Bevölkerung um 70 Prozent – 1960 hatte Suhr bereits 6700 Einwohner.

Jahr 1967 (© swisstopo)

Immer mehr Industrie- und Dienstleistungsbetriebe siedelten sich im Gemeindegebiet an. 1967 wurde die Autobahn zwischen Oensingen und Hunzenschwil eröffnet. Auch danach nahm die Bevölkerung stetig zu, sodass die Gemeinde heute rund 10'600 Einwohner zählt.

Jahr 2018 (© swisstopo)

Wegen des stetig ansteigenden Verkehrsaufkommens durch Suhr wurde in den 80er-Jahren der Bedarf nach einer Umfahrung erkannt. Der Kanton erarbeitete dazu 2001 ein generelles Projekt, das 2003 im Richtplan festgesetzt wurde. Die Ostumfahrung wie auch eine spätere Südumfahrung sollte dabei die Autobahn unterqueren.

Planausschnitt generelles Projekt 2001 (© Rothpletz Lienhard)

Der Kanton zog andere Projekte vor und stellte die Umfahrung und damit auch die Trasseefreihaltung im kantonalen Nutzungsplan zurück. Vorerst sollte die Verlegung der WSB auf das ehemalige SBB-Trassee (mit finanzieller Beteiligung des Bundes) angegangen werden.

2014 untersuchte das Departement Bau, Verkehr und Umwelt die mittlerweile veränderten Verkehrsströme im Grossraum Aarau. Die Auswertung zeigte, dass das Suhrer Dorfzentrum von Durchgangsverkehr aus allen Richtungen betroffen ist. Man kam zum Schluss, dass die maximale Verkehrsentlastung von Suhr mit einer Kombination aus Ost- und Südumfahrung zu erzielen wäre. Es hatte sich auch gezeigt, dass die Linienführung des generellen Projekts aus bautechnischen, verkehrstechnischen und verkehrsplanerischen Gründen nicht realisierbar war.

Linienführungsvariante Ostumfahrung (© SNZ Ingenieure und Planer)

Der Kanton Aargau lancierte 2018 die Planung der Ostumfahrung beziehungsweise des Teils Ost von VERAS. Die Frage der Linienführung war geklärt, allerdings zeichnete sich mit der Überführung der Bernstrasse Ost über die Bahnlinie eine weitere technische Hürde ab. Für eine technisch machbare und gestalterisch ansprechende Lösung löste der Kanton daraufhin einen Projektwettbewerb aus. Das Preisgericht empfahl den Beitrag «Integral» zur Weiterbearbeitung. Die Informationen zum Wettbewerb sind dem Bericht (PDF, 41 Seiten, 54,8 MB) des Preisgerichts zu entnehmen.

Parallel dazu wurde die Planung der Südumfahrung beziehungsweise des Teils Süd von VERAS und dessen Anschlüsse in Suhr und Oberentfelden vorangetrieben. Die nun vorliegende Lösung – das Produkt einer jahrelangen Entwicklung – ist mittlerweile so ausgereift, dass sie Ende 2020 im Richtplan festgesetzt wurde und 2021 das Bauprojekt in Angriff genommen werden konnte.

Umwelt

Die Umsetzung von VERAS ist unweigerlich ein Eingriff in den Landschaftsraum und die Umwelt, weshalb der Kanton diesen Aspekten eine hohe Bedeutung zuweist. Bei der Planung wird darauf geachtet, dass der Bedarf an wertvollem Kulturland minimiert wird und möglichst wenig in den Landschaftsraum eingegriffen wird. Zudem sollen die nötigen Eingriffe mit folgenden Massnahmen ausgeglichen werden:

  • Aufwertung der Oberflächengewässer, sodass sie auch für Pflanzen habitabler und für Tierarten attraktiver und passierbar werden
  • Öffnung eingedolter Gerinne und Ausbildung naturnaher Ufer
  • Pflegeeingriffe mit ergänzender Bepflanzung und Saat, dies auch zur besseren Vernetzung der tierischen Lebensräume an Land

Ferner kann aufgrund der künftigen Umfahrung des Suhrer Ortskerns und der Überführung über die Bahngleise eine Verbesserung der Luftqualität im Siedlungsraum erreicht werden. Die alte Wynabrücke als Kulturgut wird entlastet und das Flussgerinne darunter für gewässerfolgende Arten passierbar gemacht, was trotz der neuen Brücke eine positive Bilanz im Bereich der Flussquerung erwirkt.

Nachhaltigkeit

Der Kanton Aargau hat die nachhaltige Entwicklung im Entwicklungsleitbild 2021–2030 verankert. Darin ist festgehalten, dass die kantonalen Verwaltungen sich beim Umsetzen der Strategien an den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwicklung orientieren, welche die drei Dimensionen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gleichwertig berücksichtigt.

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Umsetzung eines Infrastrukturprojekts wie VERAS? Zum Verständnis hilft das Bild der "Enkeltauglichkeit": Es soll zeigen, dass eine Entwicklung nur dann nachhaltig ist, wenn sie die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen die eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. In der Planung zu VERAS wurde dazu während der Bauprojekterarbeitung eine systematische Auslegeordnung von verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen in Anlehnung an den Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz für Infrastruktur durchgeführt.

Diese Analyse hat gezeigt, dass bereits viele relevante Nachhaltigkeitsthemen in der Planung berücksichtigt werden, beispielsweise: Schutz und ökologische Aufwertung von Lebensräumen (Dimension Umwelt), Einbezug von Stakeholdern in Projektierung (Dimension Gesellschaft), Berücksichtigung der gesamten Lebenszykluskosten (Dimension Wirtschaft) und diverse weitere Themen. Das verbleibende Potenzial an VERAS-spezifischen Nachhaltigkeitsmassnahmen wird projektbegleitend in den aktuellen und künftigen Projektphasen zusammen mit den Planerteams, den kantonalen Fachstellen und den betroffenen Gemeinden aufgearbeitet und nach Möglichkeiten umgesetzt.

Bewertung des Nutzens

Die vorliegenden Bestandteile und die Linienführung von VERAS wurden eingehend auf ihren Nutzen geprüft. Es zeigte sich, dass ein Grossteil der verkehrlichen Vorteile mit dem Teil Ost erzielt wird. Der Teil Süd für sich allein wäre lediglich eine Aufwertung der heutigen Gemeindestrasse und würde keinen Zusatznutzen aufweisen. Für die Funktionalität der Gesamtlösung ist er jedoch unerlässlich und nutzbringend. Zwischen Entfelden und Suhr sind die beiden Achsen Bernstrasse West und VERAS Teil Süd wichtige Elemente, um das Verkehrsaufkommen heute wie auch künftig zu bewältigen.

Mit dem Ausbau des kantonalen Hauptstrassennetzes wird der Druck auf untergeordnete Strassen durch Ausweichverkehr reduziert. Dies wird sich besonders in einer geringeren Lärmbelastung niederschlagen – sowohl entlang der Haupt- als auch der Nebenachsen.

Die Bewertung zeigte weiter, dass VERAS das Erreichen der Nachhaltigkeitsziele, besonders was die Gesellschaft und Wirtschaft betrifft, positiv beeinflusst.

Regionale Einbindung

Übersicht über die regionale Abstimmung mit der VERAS

Das Ziel einer optimalen regionalen Einbindung von VERAS wird erreicht, wenn sich deren Wirkung mit den zugehörigen Massnahmen optimal entfalten kann, alles unter Abstimmung mit Planungen anderer Verkehrsträger.

Mit dem Bericht Konzept flankierende Massnahmen VERAS (PDF, 7,0 MB) werden die Wirkungszusammenhänge, Massnahmen und Zuständigkeiten für die regionale Einbindung von VERAS beschrieben, bewertet und katalogisiert. Sie sind in der weiteren Projektentwicklung von VERAS zu vertiefen und zu konkretisieren. Aktuell ergeben sich folgende Handlungsfelder, die unter dem Titel "Konzept flankierende Massnahmen VERAS" zusammengefasst werden:

Übergeordnete Rahmenbedingungen

Darunter fallen die entsprechenden Einträge beziehungsweise Anpassungen im Richtplan sowie überregionale Massnahmen im Bereich des Verkehrsmanagements und Anbindung an das übergeordnete Strassennetz.

Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen

Diese Darstellung entspricht dem Stand der Ideen, die Massnahmen werden derzeit vertieft und unterliegen einem stetigen Wandel (© Infras)

Darunter fallen beispielsweise der ökologische Ersatz von beanspruchten Naturflächen, der ökologische Ausgleich zu wegfallenden und nicht real ersetzbaren Naturwerten sowie gesetzliche Massnahmen zur Reduktion von Umweltbelastungen (zum Beispiel Lärm und Luft)

Verkehrliche Massnahmen

Darunter fallen Anpassungen des lokalen Verkehrsmanagements und Knotenoptimierungen.

Massnahmen zur Abstimmung von Siedlung, Verkehr und Freiraum

Diese Darstellung entspricht dem Stand der Ideen, die Massnahmen werden derzeit vertieft und unterliegen einem stetigen Wandel (© Infras)

Darunter fallen beispielsweise Aufwertungen des Landschafts- und Freiraums zwischen Suhr und Oberentfelden, systematische Verbesserungen auf dem Veloverkehrsnetz, Aufwertungen des Strassenraums und von öV-Haltestellen, die alle zu einer nachhaltigen Gesamtwirkung und Siedlungsentwicklung beitragen sollen.

Diese Darstellung entspricht dem Stand der Ideen, die Massnahmen werden derzeit vertieft und unterliegen einem stetigen Wandel (© Infras)
Diese Darstellung entspricht dem Stand der Ideen, die Massnahmen werden derzeit vertieft und unterliegen einem stetigen Wandel (© Infras)
Diese Darstellung entspricht dem Stand der Ideen, die Massnahmen werden derzeit vertieft und unterliegen einem stetigen Wandel (© Infras)
Diese Darstellung entspricht dem Stand der Ideen, die Massnahmen werden derzeit vertieft und unterliegen einem stetigen Wandel (© Infras)

VERAS ist abgestimmt auf die Planungsvorhaben anderer Verkehrsinfrastrukturen: Die Entwicklungsabsichten des Bundesamts für Strassen ASTRA sehen einen Ausbau der A1 zwischen dem Anschluss Aarau Ost und der Verzweigung Birrfeld auf 2×3 Fahrstreifen sowie eine Erweiterung im Osten bis zum Anschluss Baden West vor. Im Westen wird eine optimierte Anbindung der T5 an den A1-Anschluss Aarau Ost angestrebt.

Perimeter Aarau Ost – Birrfeld 6-Spurausbau (lila), optimierte Anbindung T5-A1 (blau) (© ASTRA, angepasst)

Der Ausbauschritt 2035 der Bahninfrastruktur sieht für die SBB einen Kapazitätsausbau auf der Strecke Zofingen–Suhr–Lenzburg vor. VERAS ist auf diesen abgestimmt. Mit der neuen Brücke über diese Bahnlinie beim Möbelhaus Pfister kann ein Kapazitätsausbau auf der Bahn erfolgen, ohne die Kantonsstrasse oder den Fuss- und Veloverkehr zu beeinträchtigen.

Termine, Zahlen & Fakten

Nächste Projektierungsschritte

Die Projektierungsarbeiten hat der Kanton weitgehend abgeschlossen. Das Dossier mit dem Bauprojekt war in einer Vernehmlassung bei den beteiligten Gemeinden Suhr, Oberentfelden und Gränichen sowie bei diversen Fachstellen im Kanton und beim Bund. Über 750 Rückmeldungen sind gemacht worden. Diese Rückmeldungen aus dieser Vernehmlassung werden derzeit ins Bauprojekt eingearbeitet. Darauf basierend ermittelt der Kanton die Kosten für das Bauprojekt. Die Rückmeldungen aus der Vernehmlassung werden dabei berücksichtigt und auf ihre Kostenrelevanz geprüft. Diese Kosten und der Schlüssel, wie sie sich auf den Kanton, die Gemeinde Suhr, die beteiligten Werke und Dritte aufteilen, werden nach den Sommerferien 2024 vorliegen. Anschliessend werden die Bewilligungsverfahren für die Kreditbeschaffung in den Gemeinden Suhr und Gränichen sowie beim Kanton in die Wege geleitet.

Vorgängig zum Projektauflageverfahren für das Strassenprojekt prüfen bereits die Bundesbehörden Bundesamt für Energie (BFE) und Eidgenössisches Starkstrominspektorat (ESTI) die Unterlagen bezüglich Gas- und Starkstromleitungen. Diese Bundesbehörden sind auch für die öffentliche Auflage ihrer Fachdossiers zuständig.

Termine

TerminVorgang
November 2020Richtplan-Anpassung
ab 2021Erarbeitung Bauprojekt, Projektauflage, Kreditgenehmigung durch den Grossen Rat
1. Halbjahr 2021Beschaffungen
Planungsvereinbarung Kanton – Gemeinden
November 2021Verabschiedung Botschaft durch Regierungsrat, Behandlung im Grossen Rat
ab Herbst 2024Kredite
bis 2030Realisierung

Richtplananpassung

Mit grossem Mehr hat der Grosse Rat des Kantons Aargau am 10. November 2020 der Anpassung des Richtplans für das Infrastrukturprojekt "Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr (VERAS)" zugestimmt. Gleichzeitig wurde der Planungskredit für das Bau- und Auflageprojekt von VERAS genehmigt.

Mit diesen beiden Entscheiden wird die massgebende Grundlage für die weitere Projektierung von VERAS geschaffen. Diese umfasst neben dem Teil Ost und Teil Süd auch flankierende Massnahmen zur Verbesserung des Fuss- und Velowegenetzes sowie ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen zur Kompensation der beanspruchten Fruchtfolgeflächen und zur Aufwertung des Landschaftraums.

Beschaffungen

Im ersten Halbjahr 2021 wurden diverse Ingenieurleistungen öffentlich ausgeschrieben. Die Vergabe der Bauherrenunterstützung erfolgte am 6. April 2021 an TBF + Partner AG. Für die Projektierungsarbeiten wurde VERAS in drei Hauptlose eingeteilt:

  • Der Projektverfasser Los 1, Fürst Laffranchi Bauingenieure GmbH, Aarwangen wurde durch einen bereits im Jahr 2018 ausgeschriebenen Brückenwettbewerb erkorenen.
  • Die Projektverfassenden der beiden Hauptplanungslose 2 und 3 wurden am 6. August 2021 aufgrund von Submissionen im öffentlichen Verfahren wie folgt vergeben: IG PRELO c/o Preisig AG (Los 2) sowie IG BRS_plus c/o SNZ Ingenieure und Planer AG (Los 3).

Flankierend zu den Planungsmandaten wurden auch beratende und prüfende Spezialisten beauftragt, die mit ihrer Kompetenz eine hohe Qualität der Projektierung sicherstellen werden.

Planungsvereinbarung zwischen Kanton und Gemeinden

Der Kanton Aargau hat mit den betroffenen Gemeinden (Suhr, Oberentfelden, Unterentfelden, Gränichen) im April 2021 eine Planungsvereinbarung über VERAS abgeschlossen.

Diese Vereinbarung regelt neben der Zusammenarbeit auch die Mitfinanzierung seitens der Gemeinden zugunsten von VERAS oder Teilen davon.

Kosten

Der Kostenvoranschlag mit einer vorgesehenen Genauigkeit von ±10% wird derzeit erarbeitet. Die Vorstudie weist einen Brutto-Investitionsbetrag von 250 Millionen Franken (Genauigkeit ±30%) aus.

Der kantonale Anteil beträgt 207 Millionen Franken. Die weiteren Kosten werden von Gemeinden und Dritten (SBB, AVA, Werke, etc.) getragen. Die Kostenbeteiligung der Gemeinden wird auf Basis des Bauprojekts und anhand der gesetzlichen Regelungen berechnet. Diese sehen vor, dass sich die territorial von Strassenprojekten betroffenen Gemeinden finanziell beteiligen müssen.

Kostenteiler

Das Projekt VERAS wird zum grössten Teil durch den Kanton finanziert. Da die Ortsdurchfahrt durch Suhr mit dem Projekt VERAS entlastet wird, muss sich die Gemeinde Suhr gemäss Strassengesetz (StrG  §30) des Kantons Aargau an den Kosten für den Bau beteiligten. Die Beteiligung umfasst 35 Prozent der massgeblichen Kosten von Innerortsstrecken sowie Anschlussknoten, die der Gemeinde Suhr dienen. Der Anteil der Beteiligung wird auf Basis des Bauprojekts und dem darin enthaltenen Kostenvoranschlag bestimmt.

Die Gemeinde Gränichen hat einen freiwilligen Beitrag, der zugunsten der Gemeinde Suhr ausfallen soll, in Aussicht gestellt.

Die Gemeinden Suhr und Gränichen stimmen an den jeweiligen Einwohnergemeindeversammlungen über die Kreditfreigabe ab. Danach erfolgt die Kreditbeschaffung beim Kanton Aargau.

Agglomerationsprogramm

VERAS wurde vom Kanton Aargau als Teil des Agglomerationsprogramms AareLand der 4. Generation beim Bund für eine Mitfinanzierung angemeldet. Der Bund hat in seiner Entscheidung die Aufteilung des Projektes VERAS in einen Ost- und einen Südabschnitt aufgegriffen und den Ostabschnitt von VERAS als A-Massnahme für die Mitfinanzierung in der 4. Generation des Agglomerationsprogramms vorgesehen. Damit sieht er eine Beteiligung mit 63,4 Millionen Franken vor.

Der Südabschnitt von VERAS ist in der Priorität C geführt. Dieser Abschnitt wird voraussichtlich im Rahmen des Agglomerationsprogramms der 5. Generation im Jahr 2024 nochmals eingereicht.

Verkehr

Aus den Verkehrszahlen lassen sich die wesentlichen Verkehrsbeziehungen und deren Verkehrsströme ableiten. Die Grafik zeigt schematisch, welches durchschnittliche Verkehrsaufkommen durch Suhr besteht.

Verkehrszahlen um Suhr 2014, Tagesverkehr, 6 – 20 Uhr (© Kanton Aargau, Nummernschilderhebung Region Aarau 2014)

Die Gemeinde Suhr weist eine der geringsten Quoten an Fahrzeugen pro Einwohner im Kanton Aargau auf. Ihre Lage mit der Anbindung des Wynentals an die Autobahnanschlüsse Aarau-Ost und Aarau-West sowie an das Zentrum von Aarau generiert hingegen einen beachtlichen Durchgangsverkehrsanteil auf den Ost-West- und Süd-Nord-Achsen. Ausserdem ist Suhr als Einkaufsort attraktiv und erzeugt dadurch einen erheblichen Ziel- und Quellverkehr.

Medienberichte, Medienmitteilungen und Dokumentation

Medienberichte

Titel Art Datum
Wynentaler Blatt: Gemeinsam staufrei vorwärts (PDF, 1 Seite, 565 KB)Medienbericht23.11.2023
Aargauer Zeitung online: Wollen die Gränicher für die Umfahrung Suhr wirklich freiwillig Millionen bezahlen?Medienbericht27.10.2023
Aargauer Zeitung online: Megaprojekt Veras: Bald erfahren die Suhrer, wie viele Millionen sie die Umfahrung wirklich kostetMedienbericht31.08.2023
Landanzeiger online: Kanton macht Druck beim BundMedienbericht08.09.2022
Aargauer Zeitung online: Bund drückt bei Veras und Bahnhof Lenzburg auf die Bremse – der Kanton reagiertMedienbericht03.09.2022
Aargauer Zeitung online: Projekt Veras geht in die nächste Phase: Bauprojekt wird jetzt ausgearbeitetMedienbericht03.12.2021
Aargauer Zeitung online: Deutliches JA des Grossen Rats zur Umfahrung SuhrMedienbericht10.11.2020
Aargauer Zeitung: Aargauer Parlament entscheidet über Verkehrskonzept für Raum Suhr - Bilanz ist positivMedienbericht04.09.2020
Aaargauer Zeitung: Was neben VERAS alles gewünscht wird (PDF, 1 Seite , 664 KB)Aaargauer Zeitung: Was neben VERAS alles gewünscht wirdMedienbericht16.06.2020
Regionaljournal Aargau/Solothurn: Das 200-Millionen-Projekt kommt gut anMedienbericht15.06.2020
Aargauer Zeitung: SVP will Autobahn-Anschluss WynentalMedienbericht09.06.2020
Der Landanzeiger: Neue Verkehrslösungen für Suhrs Probleme (PDF, 1 Seite, 1,0 MB)Medienbericht26.03.2020
Aargauer Zeitung: Etwas gegen die Stau-Stelle Suhr (PDF, 1 Seite , 267 KB)Medienbericht20.03.2020
Regionaljournal Aargau/Solothurn: 200 Millionen Franken für Tunnel, Brücke, Strasse und VeloMedienbericht19.03.2020
Aargauer Zeitung: Warum wird Suhr verweigert, was Spreitenbach bekommen hat? (PDF, 1 Seite, 231 KB)Medienbericht18.03.2020
Aargauer Zeitung: Die Leidensgeschichte der Ostumfahrung (PDF, 1 Seiten, 297 KB)Medienbericht17.03.2020
Aargauer Zeitung: Staufreies Suhr kostet die Gemeinden nur 14 Millionen (PDF, 1 Seite , 171 KB)Medienbericht28.02.2019
Aargauer Zeitung: Umfahrung Suhr: Eine Brücke statt der nervigen Pfister-Barriere (PDF, 1 Seite , 752 KB)Medienbericht16.02.2019
Aargauer Zeitung: Ostumfahrung Suhr ganz auf der Nordseite der A1 (PDF, 1 Seite, 459 KB)Medienbericht18.10.2017

Medienmitteilungen & Dokumentation

Datum Titel Art
02.12.2022Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat VERAS-Zusatzkredit von 4,4 Millionen FrankenMedienmitteilung
02.09.2022Schnellere Umsetzung der Umfahrung Suhr und der multimodalen Drehscheibe Bahnhof Lenzburg beantragtMedienmitteilung
08.07.2022Planungen benötigen einen ZusatzkreditMedienmitteilung
02.12.2021Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr (VERAS): Start in die nächste PhaseMedienmitteilung
21.10.2020Grossratskommission für Richtplanfestsetzung der Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr VERASMedienmitteilung
04.09.2020Interview mit Regierungsrat Stephan Attiger zur Botschaft des Regierungsrats an den Grossen Rat für die Richtplananpassung VERASVideo
04.09.2020Aufzeichnung Medienkonferenz zur Botschaft des Regierungsrats an den Grossen Rat für die Richtplananpassung VERASVideo
04.09.2020Breite Zustimmung zu vorgeschlagenen Verkehrslösungen für den stark belasteten Siedlungs- und Wirtschaftsraum Suhr: Richtplan-Festsetzung "Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr – VERAS": Botschaft des Regierungsrats zuhanden des Grossen RatsMedienmitteilung
04.09.2020Präsentation an der Medienkonferenz zur Botschaft des Regierungsrats zuhanden des Grossen Rats (PDF, 1,2 MB)Präsentation
07.04.2020Anhörung VERAS: Zusätzliche Informationen auf der Webseite als Alternative zur abgesagten öffentlichen InformationsveranstaltungMedienmitteilung
19.03.2020Optimale Verkehrslösungen für den stark belasteten Siedlungs- und Wirtschaftsraum Suhr: Richtplan-Festsetzung "Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr": öffentliche Anhörung vom 20. März bis 12. Juni 2020 Medienmitteilung
19.03.2020Interview mit Stephan Attiger, Vorsteher Departement Bau, Verkehr und Umwelt, zum Start der öffentlichen Anhörung (mit Untertiteln)Video
19.03.2020Aufzeichnung Medienkonferenz zum Start der öffentlichen Anhörung (Youtube, mit Untertiteln)Video
19.03.2020Präsentation an der Medienkonferenz zum Start der öffentlichen Anhörung (PDF, 4,9 MB)Präsentation
15.02.2019Ostumfahrung Suhr: Überzeugende Lösung für Überführung Bernstrasse OstMedienmitteilung
16.02.2016Kombination von Ost- und Südumfahrung verspricht die beste Verkehrsentlastung für SuhrMedienmitteilung

Video und Bilder

 VERAS Visualisierung Suhr Richtung Graenichen
VERAS Visualisierung Entfelden Richtung Suhr Graenichen
VERAS Visualisierung Entfelden Richtung Suhr Graenichen
VERAS Visualisierung Graenichen Richtung Suhr
VERAS Visualisierung Graenichen Richtung Suhr
 VERAS Visualisierung Suhr Richtung Entfelden
VERAS Visualisierung Suhr Richtung Entfelden
VERAS Visualisierung Bernstrasse Ost Richtung Suhr
VERAS Visualisierung Bernstrasse Ost Richtung Suhr
  1. VERAS Visualisierung Entfelden Richtung Suhr Graenichen
  2. 240325 Gestaltungsplan Veras