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Aarau – Testlauf Bahnhofstrasse

Eine Illustration der Bahnhofstrasse mit Fussgängern, Velofahrenden sowie Autos und öV. Im Bild steht der Slogan des Projekts "Mitenand statt Gägenand – Verkehrsprojekt zur Aufwertung der Aarauer Bahnhofstrasse".

Die Bahnhofstrasse in Aarau liegt zentral und verbindet den Bahnhof mit der Altstadt. Die Strasse muss saniert werden, deshalb überarbeiten derzeit die Stadt Aarau und der Kanton Aargau gemeinsam die betriebliche und gestalterische Situation auf der Bahnhofstrasse. Mit einem Testlauf wollen Kanton und Stadt Erfahrungen sammeln für eine definitive Gestaltung der Bahnhofstrasse.

Auf der Bahnhofstrasse in Aarau fahren Busse, Velos, motorisierter Individualverkehr sowie viele Fussgängerinnen und Fussgänger wollen die Strasse zwischen Bahnhof und Altstadt queren. Die Bahnhofstrasse ist eine Kantonsstrasse im Innerort, wo Tempo 50 gilt, was aber auf dem Abschnitt aufgrund der hohen Verkehrsdichte kaum gefahren werden kann. Die Bahnhofstrasse muss saniert werden, deshalb suchen die Stadt Aarau und der Kanton gemeinsam nach Lösungen. Dabei soll der Verkehrsablauf für alle verbessert, der Stadtraum attraktiver werden und das Miteinander der Verkehrsteilnehmenden gefördert werden.

"Mitenand statt Gägenand"

Der Testlauf beinhaltet eine Vielzahl aufeinander abgestimmter Massnahmen. Mit dem Motto "Mitenand statt Gägenand" soll die Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden gelebt werden: Weniger Regulierungen, mehr Rücksichtnahme sowie Eigenverantwortung und damit ein besserer Verkehrsablauf und mehr Aufenthaltsqualität. Der innovative Lösungsansatz der Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden funktioniert nur, wenn alle Einzelmassnahmen zum Tragen kommen. Dieses Miteinander auf der Bahnhofstrasse wird in einem zeitlich beschränken Testlauf in zwei Phasen getestet. Der Testlauf beinhaltet:

Mehrzweckstreifen in der Mitte der Strasse

Über diesen mit Pflanzentrögen möblierten Streifen können die Fussgängerinnen und Fussgänger die Bahnhofstrasse auch ohne markierte Fussgängerstreifen sicher queren. Sie sind dabei nicht an vordefinierte Stellen gebunden und können sich auf ihrer Wunschlinie frei bewegen. Für seheingeschränkte Personen werden Querungsstellen mit entsprechenden taktil-visuellen Elementen erstellt.

Aufhebung der Fussgängerstreifen in Kombination mit reduziertem Tempo

Das flächige Queren wird weiter unterstützt durch die Aufhebung der Fussgängerstreifen in Kombination mit reduziertem Tempo: Das reduzierte Tempo (Tempo 30) stärkt das sichere Miteinander der unterschiedlichen Verkehrsmittel und harmonisiert den Verkehrsfluss. Der Verzicht auf Lichtsignalanlagen und eine Reduktion der Beschilderung fördert die gegenseitige Verständigung der Verkehrsteilnehmenden im gemeinsamen Verkehrsraum.

Umbau der Bushaltestellen

Der Testlauf soll auch Erkenntnisse zum idealen Standort und der Ausführung der Bushaltestellen liefern. Sie werden so angeordnet, dass das flächige Queren für Fussgängerinnen und Fussgänger unterstützt wird. Als Alternative zur bestehenden Busbucht wird auch ein Fahrbahnhalt getestet, welcher gemäss BehiG (Behindertengleichstellungsgesetz) ausgebaut ist.

Anpassungen Kasinostrasse

Die Lichtsignalanlage Kasinostrasse / Bahnhofstrasse wird ausser Betrieb genommen, dadurch können Wartezeiten zwischen den Grünphasen der Lichtsignalanlage eliminiert werden. Die Linksabbiegespur für den motorisierten Individualverkehr wird aufgehoben. Dies ist notwendig, um den Verkehrsfluss auf der Bahnhofstrasse zu verbessern. Zudem wird die Situation für Velofahrende in der Kasinostrasse verbessert und die Querung der Bahnhofstrasse erleichtert.

Trottoirüberfahrten

Im Bereich der Bank- und Kasernenstrasse werden Trottoirüberfahrten erstellt. Diese bevorzugen die Fussgängerinnen und Fussgänger und verbessert die Längsverbindung zwischen dem Bahnhof und der Altstadt.

Velostreifen

In einer zweiten Testphase werden zusätzlich die beidseitigen Velostreifen zu Gunsten eines breiter ausgestalteten Mehrzweckstreifens auf der Bahnhofstrasse aufgehoben.

Wie geht es nach dem Versuchsbetrieb weiter?

Geplant ist, dass beide Testphasen je etwa sechs Monate dauern. Nach Abschluss und Auswertung der beiden Testphasen wird entschieden, wie es mit der Bahnhofstrasse in Aarau weitergeht.

Medien und Dokumentation

Koexistenz im Strassenraum

Mit dem Ansatz der Koexistenz im Strassenraum verfolgen die Stadt Aarau und der Kanton Aargau neue Ansätze in der Verkehrsabwicklung. Die Idee ist, eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmenden zu erreichen und die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums zu verbessern. Durch eine Reduktion von Signalen, Steuerungen und abgetrennte Verkehrsflächen wird die gegenseitige Rücksichtnahme und das Miteinander gefördert, um den zur Verfügung stehenden Strassenraum besser auszunützen und die Stadtraumqualität zu verbessern.

Medienmitteilungen

Medienberichterstattung

Bilder

  1. Visualisierung Bahnhofstrasse Aarau im Testlauf
  2. Foto zeigt Bahnhofstrasse, Blick in Richtung Aargauerplatz
    Bahnhofstrasse, Blick in Richtung Aargauerplatz
  3. Bahnhofstrasse, Blick in Richtung Bahnhof
    Bahnhofstrasse, Blick in Richtung Bahnhof