Seit 2022 haben Kanton, Region und Gemeinden – begleitet von einem bisher einzigartigen Partizipationsprozess – gemeinsam ein Gesamtverkehrskonzept (GVK) für den Raum Baden und Umgebung erarbeitet, um den Herausforderungen an die Mobilität der Zukunft in dieser Region aktiv und vorausschauend zu begegnen. Entstanden ist ein Gesamtpaket von rund 200 aufeinander abgestimmten Mobilitätsmassnahmen für alle Verkehrsmittel mit einem Umsetzungshorizont bis 2040 sowie verschiedene Richtplananpassungen für Massnahmen mit einem längerfristigen Zeithorizont. Dieses regionale GVK-Massnahmenpaket geht nun vom 16. Dezember 2025 bis am 31. März 2026 in die öffentliche Anhörung.
Der Grosse Rat hat im Mai 2021 für den Raum Baden und Umgebung wichtige Velo-Infrastrukturelemente im kantonalen Richtplan auf die Stufe Zwischenergebnis angehoben, die Zentrumsentlastung Baden vorerst auf Antrag der Regierung im Zwischenergebnis belassen und Vorgaben für die weitere Planung gemacht. Diese Vorhaben sind ab 2022 als "Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden und Umgebung" in eine neue Planungsphase gestartet, in enger Abstimmung mit den Planungen in den Räumen Brugg-Windisch und Zurzibiet. Mit seinem damaligen Richtplanbeschluss hat der Grosse Rat dem Regierungsrat den Auftrag erteilt, die Planung im Raum Baden und Umgebung bis zur Festsetzungsreife voranzutreiben.
Entstanden ist ein Gesamtpaket von rund 200 aufeinander abgestimmten Mobilitätsmassnahmen für alle Verkehrsmittel mit einem Umsetzungshorizont bis 2040 sowie verschiedene Richtplananpassun-gen für Massnahmen mit einem längerfristigen Zeithorizont (s. Mitteilung vom 7.7.2025). Nun hat der Regierungsrat die öffentliche Anhörung freigegeben, die von morgen Dienstag, 16. Dezember 2025, bis am 31. März 2026 dauert. Das Gesamtverkehrskonzept sowie die beantragten Richtplananpassungen werden schliesslich durch den Beschluss des Grossen Rats für die Behörden verbindlich. Dieser Beschluss wird per Ende 2026 angestrebt. Unmittelbar danach sollen Kanton, Region und Gemeinden die Umsetzung an die Hand nehmen (s. unten).
Ein Gesamtverkehrskonzept von der Region für die Region
"Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam mit Region, Städten und Gemeinden zukunftsfähige Lösungen für die Mobilität im Raum Baden und Umgebung gefunden haben", sagte Regierungsrat Stephan Attiger heute Montag, 15. Dezember 2025, in Wettingen an der Medienkonferenz zum Start der öffentlichen Anhörung. Dank eines sehr breiten Partizipationsprozesses (s. Box) seien auch Interessengruppen, Institutionen, Gewerbe, Politik und die interessierte Bevölkerung eng in die Erarbeitung des GVK einbezogen worden, so der Vorsteher des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU). Carlo Degelo, Leiter der Abteilung Verkehr im BVU, stellte das regionale Massnahmenpaket und die angestrebten Richtplananpassungen vor und betonte: "Mit diesem Paket können wir die Ziele des Gesamtverkehrskonzepts erreichen. Es werden Massnahmen in fünf Handlungsfeldern umgesetzt: Bahn und Bus, Fuss- und Veloverkehr, Strassennetz und Betrieb, Stadt- und Freiraum, Mobilitätsmanagement. Dadurch profitieren alle Verkehrsmittel, aber auch die Gemeinden, beispielsweise mit aufgewerteten Ortsdurchfahrten und damit mit lebenswerteren, attraktiveren Siedlungsräumen."
Die beiden Präsidenten der Regionalplanungsverbände Baden Regio, Roland Kuster, und ZurzibietRegio, Felix Binder, unterstrichen in ihren Statements die Bedeutung des GVK als Projekt von der Region für die Region. ”Für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Gemeinden von ZurzibietRegio ist die Realisierung des Massnahmenpakets des GVK Raum Baden und Umgebung von zentralster Bedeutung, und zwar auf die nächsten Jahrzehnte hinaus”, erklärte Felix Binder. Und Roland Kuster betonte: “Das GVK ist ein Gesamtpaket, das unterschiedliche Interessen vereint. Es bringt die Region Baden verkehrspolitisch einen grossen Schritt voran und schafft Planungssicherheit für die nächsten Jahrzehnte."
Effiziente und zweckmässige Umsetzungsorganisation notwendig
Die beiden Repla-Präsidenten sprachen einen wesentlichen Punkt an: Für eine erfolgreiche Umsetzung des GVK Raum Baden und Umgebung müssen verschiedene Akteure – Kanton, Region, Gemeinden – über die nächsten rund 20 Jahre eine grosse Zahl an Massnahmen sukzessive und teilweise parallel planen, finanzieren und realisieren. Um die nötige Abstimmung zu gewährleisten, braucht es eine effiziente und zweckmässige Umsetzungsorganisation. Die GVK-Behördendelegation hat die Projektleitung bereits mit der Ausarbeitung einer solchen Umsetzungsorganisation bis zu ihrer nächsten Sitzung am 6. März 2026 beauftragt. Das Ziel ist, dass sich die Organisation unmittelbar nach dem Beschluss des Grossen Rats zum GVK konstituiert und ihre Arbeit aufnimmt (s. Mitteilung vom 27.11.2025).
Hinweis:Gemeinsame Erarbeitung mit Region und Gemeinden sowie breiter, bisher einzigartiger Partizipationsprozess
Das Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden und Umgebung wurde vom Kanton gemeinsam mit den beiden Regionalplanungsverbänden Baden Regio und ZurzibietRegio sowie den neun Gemeinden Untersiggenthal, Obersiggenthal, Freienwil, Ehrendingen, Ennetbaden, Baden, Wettingen, Neuenhof und Killwangen in verschiedenen, aufeinander aufbauenden Phasen erarbeitet: Lagebeurteilung, Ziele, Spielräume und Lösungsansätze, Massnahmenentwicklung und Umsetzungsplanung. Nach wichtigen Meilensteinen wurde jeweils die Zustimmung der GVK-Stadt- und -Gemeinderäte eingeholt: Im Frühling 2023 zur Lagebeurteilung und zu den Zielen des GVK, Anfang 2025 zum GVK-Massnahmenpaket mit Zeithorizont bis 2040 sowie den dazugehörigen angestrebten Richtplaneinträgen. Ausserdem haben sich die 12 Projektpartner ausdrücklich verpflichtet, die ausgearbeiteten, aufeinander abgestimmten, zukunftsweisenden und nachhaltigen Mobilitätsangebote gemeinsam weiter voranzutreiben und gemäss Plan umzusetzen – somit ganz im Sinne und Geist der sieben im GVK definierten Ziele zu handeln. Mit diesem Commitment der Projektpartner soll eine möglichst hohe Verbindlichkeit als Basis für das Richtplanverfahren sowie die Beschlüsse des Regierungsrats und des Grossen Rats erreicht werden.
Parallel zum Planungsverfahren wurde für alle Bearbeitungsphasen des GVK ein breiter, für kantonale Mobilitätsplanungen bisher einzigartiger Partizipationsprozess durchgeführt. In verschiedenen Gremien und Gefässen – Begleitgruppe, Mobilitätskonferenz, Jugenddelegation, Online-Partizipation – konnten sich Interessengruppen, Institutionen, Gewerbe, Politik und die interessierte Bevölkerung einbringen. Ihre zahlreichen Rückmeldungen wurden durch das Projektteam bearbeitet und sind – wenn möglich und zielführend – in die Planungen eingeflossen.