Klimakarten
Der Kanton stellt verschiedene Klimakarten online zur Verfügung. Diese unterstützen die Gemeinden und Planungsbüros bei der Klimaanalyse und dienen als zentrale Planungsgrundlage für eine hitzeangepasste und zukunftsfähige Siedlungsentwicklung. Sie geben Auskunft über die thermische Belastung für den Menschen tagsüber und in der Nacht.
Der Klimawandel stellt eine neue Herausforderung für die Siedlungsentwicklung dar. Vor diesem Hintergrund wurde die heutige klimatische Situation flächendeckend für den Kanton Aargau modelliert. Die Modellergebnisse und die daraus resultierenden Klimakarten geben Aufschluss über die klimatische Situation: Wo befinden sich die Hot-Spots im Siedlungsgebiet? Welche Grün- und Freiräume sind wichtig für die Kaltluftproduktion? Wo verlaufen wichtige Kaltluftleitbahnen, die es freizuhalten gilt? Wie sieht die Situation heute und im Jahr 2060 aus? Grundlagen für die Modellierung bilden die aktuellen Klimaszenarien Klima CH2025 des Bundes.
Klimakarten als Planungsgrundlagen
Die Klimakarten sind die zentralen Planungsgrundlagen für eine hitzeangepasste Siedlungsentwicklung. Aus ihnen lässt sich bei Planungen oder Projekten der konkrete Handlungsbedarf ableiten. Es sind nicht immer nur neue Massnahmen gefordert. Es gilt auch, das bestehende funktionierende System (z.B. Kaltluftströme) nicht zu beeinträchtigen und wichtige Grünräume zu sichern, vorsorglich Massnahmen für zukünftige Entwicklungen vorzusehen und Synergien zwischen Planungsaufgaben zu nutzen. Zu den Planungsaufgaben gehören beispielsweise die hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen und die Förderung der Freiraumqualität, der Ortsbildschutz, der Schutz der Biodiversität sowie der Umgang mit Starkniederschlägen.
Was ist in welcher Karte dargestellt?
Klimaanalysekarte 2026 und 2060
Was ist in der Karte dargestellt?
Die Klimaanalysekarte zeigt die nächtliche Überwärmung im Siedlungsgebiet (Wärmeinseleffekt). Sie beschreibt die Ist-Situation um vier Uhr in der Nacht. Zu diesem Zeitpunkt ist die langwellige Ausstrahlung maximal und das Kaltlufthaushaltssystem vollständig ausgebildet.
Zudem bildet sie die Funktionen und Prozesse des nächtlichen Kaltlufttransports ab (Kaltluftvolumenstromdichte, Kaltluftleitbahnen, Kaltluftabfluss und Kaltluftentstehungsgebiete).
Es gibt zwei Zeitstände: einmal für das Jahr 2026 und einmal für das Jahr 2060 bei einer mittleren globalen Erwärmung von 3 Grad Celsius. Diese 3-Grad-Welt hat für die Schweiz eine mittlere Erwärmung von 4,9 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit und 2,9 Grad Celsius gegenüber 1991–2020 zur Folge (Klimaszenarien CH2025).
Was kann ich aus der Karte für die Planung ableiten?
Die Klimaanalysekarte hilft bei der Identifizierung von Gebieten, in denen der nächtliche Wärmeinseleffekt stark ausgeprägt ist, oder beim Erkennen von Grün- und Freiflächen (inkl. Landwirtschaftsflächen und Wald), die besonders viel zur Kaltluftproduktion beitragen. Weiter hilft sie beim Verständnis des nächtlichen Kaltluftprozessgeschehens. Die Klimaanalysekarte ermöglicht quantitative Abschätzungen, beispielsweise zum Wärmeinseleffekt oder Kaltluftvolumenstrom.
Bewertungskarte Nacht 2026 und 2060
Was ist in der Karte dargestellt?
Die Bewertungskarte Nacht stellt eine Bewertung der Nachtsituation (vier Uhr) im Siedlungsgebiet aus Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner dar. Sie ermöglicht eine Einschätzung, wo die humanbioklimatische Situation aufgrund der nächtlichen Überwärmung (Wärmeinseleffekt) besonders ungünstig ist und welche humanbioklimatische Bedeutung die Grün- und Freiflächen (inkl. Landwirtschaftsflächen und Wald) haben. Zusätzlich zu den in der Klimaanalysekarte dargestellten Kaltluftprozessen zeigt die Bewertungskarte, wo wichtige Kaltluftleitbahnen und Kaltluftströme liegen.
Es gibt zwei Zeitstände: einmal für das Jahr 2026 und einmal für das Jahr 2060 bei einer mittleren globalen Erwärmung von 3 Grad Celsius. Diese 3-Grad-Welt hat für die Schweiz eine mittlere Erwärmung von 4,9 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit und 2,9 Grad Celsius gegenüber 1991–2020 zur Folge (Klimaszenarien CH2025).
Was kann man aus der Karte für die Planung ableiten?
Aus der Bewertungskarte Nacht lassen sich konkrete Bedürfnisse und entsprechende planerische Massnahmen zur Entwicklung, Wiederherstellung oder Sicherung der klimaökologischen Funktion eines Gebiets ableiten. Die Bewertung des nächtlichen Wärmeinseleffekts zeigt auf, wo eine geringe und wo eine hohe nächtliche Überwärmung entsteht. Daraus lässt sich ableiten, ob planerische Massnahmen zur Verbesserung der thermischen Situation erforderlich sind, beispielsweise Freiflächen zu erhalten oder den Vegetationsanteil zu erhöhen.
Bewertungskarte Tag 2026 und 2060
Was ist in der Karte dargestellt?
Die Bewertungskarte Tag stellt eine Bewertung der Tagessituation (14 Uhr) im Siedlungsgebiet aus Sicht der Einwohnerinnen und Einwohner dar. In der Karte werden die bioklimatische Belastungssituation im Siedlungsraum sowie die Aufenthaltsqualität auf den Grün- und Freiflächen bewertet. Die Bewertung der bioklimatischen Belastungssituation basiert auf der Physiologisch Äquivalenten Temperatur (PET) um 14 Uhr.
Das Wärmeempfinden des Menschen ist nicht nur von der Lufttemperatur abhängig. Die PET ermöglicht durch die Kombination von Lufttemperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit sowie kurz- und langwelligen Strahlungsflüssen eine Einschätzung der Wärmebelastung für die Menschen.
Die Ergebnisse basieren auf einer sommerlichen, austauscharmen Strahlungswetterlage.
Es gibt zwei Zeitstände: einmal für das Jahr 2026 und einmal für das Jahr 2060 bei einer mittleren globalen Erwärmung von 3 Grad Celsius. Diese 3-Grad-Welt hat für die Schweiz eine mittlere Erwärmung von 4,9 Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit und 2,9 Grad Celsius gegenüber 1991–2020 zur Folge (Klimaszenarien CH2025).
Was kann man aus der Karte für die Planung ableiten?
Die Planhinweiskarte Tag ermöglicht eine Einschätzung, wo die bioklimatische Belastung für die Einwohnerinnen und Einwohner am Tag besonders hoch ist. Ein solcher Standort wäre beispielsweise für sensible Einrichtungen (Altersheime, Spitäler, Kindergärten, etc.) ohne Massnahmen zur Reduktion der Hitzebelastung weniger geeignet. Die Karte kann zudem helfen, Grün- und Freiflächen zu identifizieren, die aufgrund ihres angenehmen Lokalklimas eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen und somit wichtige Erholungsräume sind, die planerisch gesichert werden sollten.
Leitfaden Hitzeangepasste Siedlungsentwicklung
Zusammen mit der hochwertigen Siedlungsentwicklung nach innen gilt es, ein angenehmes Siedlungsklima zu schaffen. Der Leitfaden hitzeangepasste Siedlungsentwicklung zeigt, mit welchen Massnahmen dies gelingt und wie das Thema in Planung, Bau und Betrieb verankert und umgesetzt werden kann. Als Grundlage dienen die Klimaanalysekarten.
Mikroklimasimulation: Fallbeispiel Baden Oberstadt
Aufgrund der starken Versiegelung und fehlender Grünflächen ist der Siedlungsraum insbesondere nachts einige Grad wärmer als sein Umland. Mit dem Klimawandel werden Hitzewellen häufiger und intensiver und somit zu einer gesundheitlichen Belastung. Mikroklimasimulationen erlauben Aussagen über die Wirkung von baulichen Massnahmen und können helfen, das Lokalklima zu verbessern. Im Fall der Mikroklimasimulation der Badener Oberstadt wurden die kantonalen Klimakarten als Grundlage für die Simulationen verwendet.
Web Map Service (WMS)
Sie können die Klimakarten direkt in die eigene GIS-Applikationen einbinden. Nutzen Sie dazu die entsprechende URL:
- Klimaanalysekarte:
https://www.ag.ch/geoportal/services/alg_klimaanalyse_klimakarte_2026/MapServer/WMSServer?SERVICE=WMS&VERSION=1.3.0&REQUEST=GetCapabilities - Bewertungskarte Klima:
https://www.ag.ch/geoportal/services/alg_klimaanalyse_bewertungskarte_2026/MapServer/WMSServer?SERVICE=WMS&VERSION=1.3.0&REQUEST=GetCapabilities