STC-BST001 Schlosskapelle, 1615-1617 (Dossier (Spezialinventare))

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Signatur:STC-BST001
Signatur Archivplan:BST001
Titel:Schlosskapelle
Ansichtsbild:
1/8
Bildlegende:1- Blick Richtung Chor, links der Hl. Sebastian, rechts Johannes d.T.
2- Chorbogenwand mit Verkündigungsgruppe.
3- Nordwand, blauer Rankenfries.
4- Tonnengewölbe, Südwand.
5- Einer der acht vollplastischen musizierenden Engel, Süddwand.
6- Detail eines musizierenden Engels, Nordwand.
7- Tonnengewölbe im Chor, Nordwand.
8- Wappen der Familie von Roll, Westwand.
Darin:Die Schlosskapelle in Böttstein (ca. 7,5 x 13,5 m), die unter dem Patronat der Kirchgemeinde Leuggern steht, besteht aus einem kurzen Rechtecksaal mit stark eingezogenem rundbogigem Chorbogen, der in der Längsachse von je zwei Blendbogen an den Seitenwänden gegliedert wird. Durch den Einbau der Empore 1840 wirkt der Raum gedrungen. Die Stuckaturen, mit denen der Raum ausgekleidet ist, dürften von einem südlichen Stuckateur stammen. Die Hauptteile sind weiss, Akzente wurden mit Goldstaffierung und blauen, roten und grünen Untergründen geschaffen. Auf den vier Blendbogen sitzen je zwei vollplastische Engel, die am Musizieren sind. Sie halten in ihren Händen einen krummen Zink, eine Trompete, ein Violoncello, eine Portativorgel (Südwest nach Südost), eine Querflöte, eine Harfe, eine Laute und eine Violine (Nordwest nach Nordost). Die Blendbogen wachsen aus breiten Pilastern. Ihre Kämpferzone ist mit einem Eierstab und einem Blattfries stuckiert. Die Pfeilervorlagen tragen Kompositkapitelle, die in Gold eingefasst sind. Die Raumecken gliedern Eckpilaster mit Blattkapitellen. Darüber umläuft ein mehrfach profiliertes Eckgesims die Kapelleninnenwand. Die Anordnung umfasst von unten: Perlstab, Herzblattfries, Eierstab, Rankenband mit blauem Hintergrund, Blatt- und Zahnschnittfries, Eierstab, Blätterkonsolen, die ein Gesims tragen, an deren Unterseite Akanthusblüten mit blauem Untergrund aufgesetzt sind. Ins blau hinterlegte Rankenband sind nymphenartige Frauenbüsten eingewoben, und in allen vier Raumecken ist ein Rad dargestellt. Es ist das Symbol der Familie von Roll, der das Schloss Böttstein gehörte, und die es 1615-17 umbaute. Über den Wandvorlagen in der Mitte der Süd- und Nordwand befinden sich je zwei nymphenartige Büsten, die ein bemaltes Medaillon umschliessen. Über dem Gesims wölbt sich eine Tonnendecke mit querliegendem Deckenspiegel. Sie, und die seitlichen zwei Stichkappen, sind mit Blattfriesen gerahmt. Über den Kreuzungspunkten sind geflügelte Engelsköpfe angebracht. Südlich und nördlich des Deckenspiegels befinden sich je drei blaugoldene Muscheln, die einen Putto umgeben, der auf der einen Muschel sitzt und Früchtegirlanden in den Händen hält. Zwei reiche Blütengirlanden gehen jeweils links und rechts von den Putti weg. Über dem Chorbogen an der Ostwand ist Gottvater mit Putten in vollplastischem Stuck dargestellt, darunter ist - ebenfalls vollplastisch - die Verkündigung an Maria angebracht. Der Vorhang hinter Maria ist barock verknotet. Darunter öffnet sich die Wand für den eingezogenen Chor in einem stuckierten Sprenggiebel. Im zentralen Medaillon, das von einem Putto bekrönt wird, ist zu lesen: "SOLI DEO HONOR ET GLORIA". Über dem Hochaltar ist das Tonnengewölbe mit dem rechteckigen Gemälde der Marienkrönung ausgefüllt. Darum läuft ein geschwungener goldbesetzter Stuckrahmen. Die dadurch entstehenden Bogenfelder zeigen weisse Blätter mit Vergoldung über grünem Grund. Westlich und östlich überdeckt je eine Kartusche mit Engelskopf den Bildrahmen. An der südlichen und nördlichen Gewölbewand befindet sich je ein ovales und querrechteckiges Gemälde, das von sehr individuell gestalteten Putten gehalten wird. An den Unterzug des Chorbogens sind zwei Frauenköpfe und zwei goldene Rosetten über goldenem Grund stuckiert. Sie sind mit weissgoldenen Ranken auf grünem Grund verbunden. Über dem linken Seitenaltar befindet sich die Stuckfigur des hl. Sebastian, über dem rechten diejenige von Johannes dem Täufer. An der Westwand sind in der Höhe der Empore zwei stuckierte Wappen der Familie von Roll angebracht. Sie werden von der Empore angeschnitten und stellen in ihrem viergeteilten Feld die Löwen- und Radwappen der Familie dar.
Technik:gegossen bzw. gezogen und Antragsstuck
Gemeinde:Böttstein
Adresse:Schlossanlage
Parzellen-Nr.:703
Grundbuch-Nr.:IR 2419/ Pl. 16
Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Kapelle
Epoche / Baustil (Stufe 3):Barock
Entstehungszeitraum:1615 - 1617
Grundlage Datierung:Literatur
Literatur:Romana Anselmetti, Böttstein AG. Schloss, Schlosskapelle, Ölmühle, Wasserrad, Schweizer Kunstführer, hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 1987, S. 8-13, 17-18.
 

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Related units of description:siehe auch:
DSI-BST001 Schlossanlage, Schlosskapelle, 1615-1617 (Dossier (Denkmalschutzinventar))
 

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Permission required:Keine
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Accessibility:Öffentlich
 

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URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=16274
 

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