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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1910 |
| Grundlage Datierung: | Baugesuch; Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Wohnhaus |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | H. A. Liebetrau (Umbau 1922) |
| Würdigung: | Das 1910 errichtete und nach einer Handänderung 1922 vom Rheinfelder Architekt Heinrich A. Liebetrau leicht umgebaute Wohnhaus ist ein qualitätvoller Bauzeuge für die seit dem frühen 20. Jahrhundert kontinuierlich fortschreitende Bebauung des Kapuzinerbergs. Es zählt zu einer Gruppe von Häusern, die noch deutlich vom Heimatstil der 1910er-Jahre geprägt und nicht vom Typus des bernischen Landsitzes inspiriert sind, wie es ab den 1920ern oft der Fall ist. Der Bau schöpft in der vielfältigen Fassaden- und Dachgestaltung aus dem zeittypischen Formenrepertoire und zeichnet sich insbesondere durch eine verspielte Erkerlösung aus. Er ist in der äusseren Erscheinung weitgehend unverändert erhalten und bewahrt im Innern teilweise die ursprüngliche Raumstruktur und einzelne Elemente der bauzeitlichen Ausstattung. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Das Wohnhaus wurde 1910 für den Monteur und späteren Werkführer Albin Mehlhorn erbaut, der 1929 als Bauherr eines weiteren Wohnhauses an der Salinenstrasse 67 überliefert ist (ehem. Bauinventarobjekt RHE970). Nachdem die Liegenschaft an A. Klingele-Schweizer, Inhaber einer Eisenwarenhandlung, verkauft worden war, erhielt Heinrich A. Liebetrau 1922 den Auftrag, das Haus ostseitig durch eine Veranda zu erweitern und wenige kleinere Veränderungen vorzunehmen [1]. Dazu zählen im Erdgeschoss die Vergrösserung des nordwestseitigen Küchenfensters und die Schaffung eines Durchgangs vom Salon in die Veranda, im Obergeschoss die Vergrösserung des Badezimmers auf Kosten des Vorplatzes sowie der Einbau von Wandschränken zwischen den nach Osten gelegenen Schlafzimmern, die zudem Ausgänge auf den Balkon über der Veranda erhielten. Im Dachraum wurde ein zweites Zimmer eingebaut und der Gang vom übrigen Estrich abgetrennt. Erst um 1980 erfolgte unter dem damaligen Eigentümer, dem Gerichtsschreiber und späteren Gerichtspräsidenten Dr. Eduard Müller, im Dachgeschoss der Einbau einer Nasszelle. Tiefgreifende Umbaupläne der nachfolgenden Eigentümerschaft wurden 1996 nur teilweise ausgeführt, so dass das Haus in seiner Volumetrie und Grundanlage weitgehend erhalten geblieben ist. Im Erdgeschoss wurde der Hauseingang vor den Windfang verlegt und das Entrée dem Vorplatz zugeschlagen. Eine Auflösung der Raumstruktur erfolgte weitgehend im Bereich von Vorplatz, Küche und Esszimmer; letzteres wurde zum Wohnzimmer hin weiter geöffnet. Die Veranda ist weitgehend mit dem Wohnbereich zusammengefasst. Bestehen blieb als wesentliches Element das bauzeitliche Treppenhaus. Im Obergeschoss zeigt sich der Grundriss durch die Erweiterung des Badezimmers nur leicht verändert [2]. In jüngerer Zeit fand durch die heutige Eigentümerschaft eine sorgfältige Aussenrenovation statt, bei der die Dachhaut mit Biberschwanzziegeln erneuert und der aufgrund des früheren Efeubewuchs schadhafte Kellenwurfputz entfernt und in der gleichen Art wiederhergestellt wurde. Die Fenster werden laufend durch hochwertige Holzfenster mit Aussen- und Innensprossen ersetzt (oder sind unterdessen eingebaut). Die Garage mit angegliedertem Sitzplatz ist eine Ergänzung von 1960; das ehemals frontal angelegte Gartentor wurde 1976 an die heutige Stelle auf der Seite versetzt. |
| Beschreibung: | Der kompakte, zweigeschossige Baukörper schliesst mit einem knappen, steilen Satteldach mit beidseitigen Fusswalmen ab, dem nach Osten ein sehr kurzer Kreuzgiebel mit bis zur Traufe hinuntergezogenem Walmdach angefügt ist. Das Dach bewahrt seine charakteristische Qualität mit filigranen Abschlüssen und ruhigen Dachflächen, die einzig von einer bauzeitlichen Fledermausgaube auf dem westseitigen Walm und ein kleines liegendes Dachfenster auf der Ostseite aufgelockert werden. Die Fassaden prägt ein zeittypischer Kellenwurfputz, der sich auch am leicht abgesetzten Kellersockel fortsetzt. Die nach Süden ausgerichtete Hauptfassade dominiert ein origineller zweigeschossiger Standerker, der als rechteckig auskragendes Häuschen unter Kielbogendach auf polygonalem Unterbau gestaltet ist. Ein Drillingsfenster spielt auf mittelalterliche Vorbilder an. Die südwestliche Hausecke wird von einem Vorbau mit Rundbogenöffnung eingenommen, der den Treppenaufgang zum zurückversetzten Hauseingang aufnimmt. Das danebenliegende Treppenhaus belichtet ein überhohes Rechteckefenster. Die Westfassade zeigt im Bereich des Entrées und der darüberliegenden Laube querformatige Fenster mit Korbbogen und geradem Abschluss. Kleinformatige Fenster lassen auf die Lage der Nasszellen schliessen. Weiter befindet sich auf dieser Seite ein bauzeitlicher Wandbrunnen. Die zweiachsige Rückseite ist mit Rechteckfenstern und einem Hintereingang zur Küche besetzt. Das Giebelfeld ziert ein einzelnes Fenster zur bauzeitlichen Dachkammer, das farblich stimmige Bretterläden mit herzförmigen Lüftungsöffnungen zeigt, darüber ist ein kleines Fensterchen zum Estrich eingelassen. Ein solches findet sich auch am südseitigen Giebel, hier jedoch über drei gleichmässig verteilten Fenstern. Entlang der Ostfassade erstreckt sich im Erdgeschoss eine leicht eingezogene Veranda mit grossen Rundbogenöffnungen (von aussenliegenden Rollstoren verdeckt). Sie verfügt über einen direkten, südseitigen Treppenabgang zum Garten, der von einer geschweiften Mauerwange begleitet wird, wie sie gemäss Bauplänen ursprünglich auch beim Hauseingang projektiert war. Die Brüstung des Balkons darüber besteht zwischen gemauerten Pfosten aus schlichtem Schmiedeeisengeländer. Im Innern haben sich von der bauzeitlichen Ausstattung das Treppenhaus, Dielenböden, ein Kachelofen, ein Radiator mit Fach und möglicherweise einige Türen und Wandschränke erhalten. |
| Anmerkungen: | [1] Angaben zur Baugeschichte gemäss den jeweiligen Baugesuchen. [2] Angaben zum Innern gemäss freundlicher Mitteilung der Eigentümerschaft. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 710, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nr. 3 (1922); Nr. 46 (1960); Nr. 147 (1979); Nr. 107 (1996). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142418 |
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