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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1917 - 1918 |
| Grundlage Datierung: | Baugesuch; Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Landwirtschaftliche Bauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Bäuerliches Wohnhaus |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Heimatstil |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Heinrich A. Liebetrau (Umbau) |
| Würdigung: | Bäuerliches Wohnhaus, das 1917/18 vom Rheinfelder Architekt Heinrich A. Liebetrau unter Einbezug eines Vorgängerbaus in pittoresken Heimatstilformen errichtet wurde. Der mit einem weit vorkragenden Dach, Ründegiebel, Turmerker, Schindelschirm, beschnitzten Holzelementen und mit Lauben aus dem traditionellen Formenrepertoire schöpfende Bau ist im Äusseren weitgehend unverändert erhalten. Das Innere bewahrt aus der prägenden Bauzeit das Treppenhaus samt Rupfen-Wandbespannung, die Stube mit Kachelofen, ausgemalter Ofennische, Balkendecke und Täfer sowie einen Teil des ursprünglichen Fensterbestands. Das Wohnhaus gehört zu einem von Wiesland und Bäumen umgebenen Landwirtschaftsbetrieb westlich der Brauerei Feldschlösschen und ist als seltener Vertreter eines bäuerlichen Wohnhauses im Heimatstil von Bedeutung. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Der Vorgängerbau und Kern des Wohnhauses wurde 1913 von den Erben Kaspar Märkis, Ernst und Anna Märki, übernommen und 1917/18 für den Landwirt Ernst Märki durch Heinrich A. Liebetrau im Heimatstil umgebaut [1]. Dabei erhielt das zweigeschossige Wohnhaus eine weitere Raumschicht gegen Osten mit neuem Eingangs- und Erschliessungsbereich sowie einen nordseitigen Laubenanbau. Da es in beiden Geschossen eine Küche gab, ist von einer Nutzung als Zweifamilienhaus auszugehen. In der Südwestecke des Erdgeschosses und dem aufgrund der dicken Mauern wohl ältesten Teil Hauses wurde die Wohnstube eingerichtet, nördlich angrenzend die Küche und eine Laube. Östlich der Stube wurde ein Treppenhaus ergänzt, über das zwei weitere Räume und eine südseitige Laube zugänglich sind. Die nordöstliche Ecke nahm eine Waschküche ein. Das Obergeschoss zeigte in der östlichen Gebäudehälfte dieselbe Raumaufteilung, gliederte sich im westlichen Teil jedoch in zwei strassenseitige und zwei rückwärtige Zimmer mit einer dazwischengeschobenen Küche und Korridor. Um eine Knechtenwohnung mit separatem Eingang einrichten zu können, wurde 1931 durch Liebetrau die Waschküche mit einer Küche aufgestockt und das benachbarte Ostzimmer im Obergeschoss als Wohn- und Schlafraum damit verbunden. Die in das nördlich abgeschleppte Dach integrierte Laube wurde nach Osten verlängert und durch ein modernes Fenster ergänzt. 1937 ging die Liegenschaft an den Direktor der Brauerei Feldschlösschen Adolf Roniger, Sohn des Mitbegründers Theophil Roniger. Unter der Erbengemeinschaft wurde das Wohnhaus 1972 in ein Einfamilienhaus umgewandelt, wobei im Obergeschoss grössere Veränderungen im Grundriss vorgenommen wurden. In jüngerer Zeit wurde vor allem der nordseitige Hausteil weiter verändert und modernisiert. Zwischen der Küche und der Wohnstube wurde das östliche Mauerstück ausgebrochen, wodurch eine Nische mit Wandbemalung und Stubenbuffet verloren ging (vgl. Bilddokumentation). |
| Beschreibung: | Der längs zum Kiesweg ausgerichtete Bau ist unter einem geknickten Satteldach mit Gehrschilden geborgen, das rückseitig über eine angebaute Laube geschleppt ist. Beide Stirnseiten sind mit einer Ründe auf gerillten Bughölzern gestaltet, das östliche Giebelfeld ist mit Schindeln verleidet, das westliche ist mit einem Fusswalm versehen. Leicht aus der Mitte verschoben springt nach Süden ein kleiner Quergiebel zum Treppenhaus vor, der mit einem knappen, gedrungenen Turmhelm und einem originellen Schindelschirm als Vordach abschliesst. Fast über die ganze Länge des Dachs zieht sich rückseitig im Obergeschoss eine breite Schleppgaube hinweg mit den aneinandergereihten Fenstern zur Laube. Die untere Laube ist ebenfalls mehrheitlich als Fensterfront gestaltet und weist zwei Garteneingänge auf. Die im Erdgeschoss gemauerten, darüber vermutlich in Fachwerkbauweise aufgeführten Fassaden sind mit einem zeittypisch groben Kellenwurf verputzt. Einem Grundsatz des Heimat- und Reformstils folgend, sind die unterschiedlich dimensionierten Fenster in Abhängigkeit von den Innenräumen über die Fassaden verteilt und nicht axial angeordnet. Die Fenster werden von schlichten Kunststeingewänden eingefasst und bewahren zu einem grossen Teil die bauzeitlichen Fensterrahmen aus Holz. Blickfang des Hauses ist der originell gestaltete Hauseingang, der seitlich in den Treppenhausrisalit führt und das bauzeitliche Türblatt bewahrt. Als Vordach dient die auf einer beschnitzten Holzsäule abgestützte Laube mit verglastem Seitenabschluss. Dieselben korbbogigen Fenster finden sich in breiter und schmaler Variante am polygonal vorkragenden Turmerker des Treppenhauses. Durch die Haustür gelangt man in einen Gang mit einläufiger Treppe, die einen gedrechselten Antrittspfosten und einfache Brettbaluster aufweist. An der Wand hat sich die Wandbespannung aus Rupfen erhalten. Im Obergeschoss, das noch die alten Dielen mit Fladerschnitt aufweist, ist das Treppenhaus zu einem kleinen erkerartigen Ausguck erweitert. Erhalten haben sich ein schlichtes Wandtäfer und die Tür zur Laube. Das aussagekräftigste Element der bauzeitlichen Wohnkultur bildet jedoch die zu wesentlichen Teilen erhaltene Wohnstube mit grossem Kachelofen, Ofenbank und ausgemalter Ofennische, Balkendecke und Wandtäfer. Die Nische – eine von ursprünglich zwei ähnlich gestalteten – zeigt noch die originale Malerei. Die anderen Räume sind modernisiert. Die verwinkelte Raumstruktur des Hausinnern geht einerseits auf den Vorgängerbau, andererseits auf mehrere Umbauten zurück. |
| Anmerkungen: | [1] Angaben zur Baugeschichte gemäss Brandkataster und den jeweiligen Baugesuchen im Baugesuchsarchiv der Stadt Rheinfelden. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - SBK 1920: E. B., Bauten. Ausgeführt von Architekt Heinrich A. Liebetrau, Rheinfelden, in: Die Schweizerische Baukunst, Bd. 12 (1920), Heft 7, S. 99–111, insbesondere 101 (Abb.). |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0570 (1876–1898) Vers.-Nr. 439, CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 564, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 4 (1917) darin auch das Baugesuch zum Umbau von 1931; Nr. 55 (1972). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142415 |
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