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INV-RHE982 Kraftwerk-Wohnsiedlung, 1927-1931 (Dossier (Bauinventar))
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General information |
Information on identification |
| Ref. code: | INV-RHE982 |
| Ref. code AP: | RHE982 |
| Title: | Kraftwerk-Wohnsiedlung |
| Preview: |
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| Bildlegende: | Siedlung von Osten (2024) |
| Bezirk: | Rheinfelden |
| Gemeinde: | Rheinfelden |
| Adresse: | Kraftwerkstrasse 101; 103, 105; 107, 109; 111, 113; 115, 117 |
| Versicherungs-Nr.: | 934, 938 (Gartenhaus); 877, 878 (Gartenhaus); 876, 879 (Gartenhaus); 935, 937 (Gartenhaus); 943, 954 (Gartenhaus) |
| Parzellen-Nr.: | 888 |
| Koordinate E: | 2629681 |
| Koordinate N: | 1270343 |
| Situationsplan (AGIS): | https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2629690.62,1270332.56&z=13&info=2629680.958515972,1270343.096569556,1 |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1927 - 1931 |
| Grundlage Datierung: | Baugesuch |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Baugruppe |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Siedlung, Wohnanlage |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Motor Columbus AG |
| Würdigung: | Kleine Wohnsiedlung für Maschinisten und den Werkleiter des Wasserkraftwerks Ryburg-Schwörstadt, die in zwei Etappen 1927 und 1930/31 entstanden ist. Das Ensemble, bestehend aus einem Einfamilienhaus und vier Doppeleinfamilienhäusern, bildet eine von der Stadt isoliert stehende, lockere Reihe auf einer kleinen Anhöhe südlich des Wasserkraftwerks. Während die Häuser der ersten Etappe noch ganz im Heimatstil gestaltet sind, sind an den Häusern der zweiten Etappe erste Einflüsse der moderaten Moderne erkennbar. Zur teilweisen Selbstversorgung sind alle mit grossen Nutzgärten und Gartenhäusern mit Holzschopf und Kleintierstall ausgestattet. Die differenzierte Gebäudetypologie bildet die Hierarchie der Angestellten ab und machen die Kraftwerk-Wohnsiedlung zu einem Bauzeugen sowohl von industrie- als auch von sozialgeschichtlicher Relevanz. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Zeitgleich mit dem Bau des Wasserkraftwerks liess die Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt AG auf beiden Seiten des Rheins eine kleine Wohnsiedlung errichten [1]. Die Pläne für die Häuser auf Schweizer Seite stammen – wie das Kraftwerk selbst – aus dem Baubüro der Motor Columbus AG, Baden. Für die Erbauung der Wohnsiedlung wurde südlich des Kraftwerks ein Waldstück gerodet und von der nach Riburg führenden Waldstrasse eine Quartierstrasse Richtung Nordwesten angelegt. 1927 wurden zuerst die beiden südwestlichen Doppeleinfamilienhäuser am Anfang der Strasse erbaut. 1931/31 setzte man die Reihe mit zwei weiteren Doppeleinfamilienhäusern fort und platzierte vor die ersten beiden Maschinistenhäuser das für den Werkleiter bestimmte Einfamilienhaus. Alle neun Häuser bzw. Hausteile waren von Anfang an rückwärtig mit grossen Nutzgärten und Gartenhäusern zur Lagerung von Holz und Haltung von Kleinvieh ausgestattet. Gemäss Bauplänen waren kleine Kartoffelacker und Gemüsebeete vorgesehen. An der Anlage der Wohnsiedlung hat sich seither nichts Grundlegendes verändert; die Siedlung ist nach wie vor als Einheit lesbar und bewahrt wesentliche Gestaltungsmerkmale ihrer Bauzeit. Die beiden älteren Doppeleinfamilienhäuser waren ursprünglich ohne Badezimmer konzipiert, weshalb nachträglich ein Bad von der eher gross bemessenen Küche abgetrennt wurde. Das Einfamilienhaus erhielt vermutlich in der 2. Hälfte des 20. Jh. im Eingangsbereich einen Vorbau unter Pultdach. Im Innern sind die Häuser unterschiedlich stark modernisiert (nur drei Einheiten besichtigt; Hausteile der jüngeren beiden Doppeleinfamilienhäuser nicht gesehen). |
| Beschreibung: | Die Siedlung umfasst ein Einfamilienhaus für den Werkleiter des Kraftwerks und je zwei Doppeleinfamilienhäuser desselben Typs für Maschinisten, die alle in einer lockeren Reihe südwestlich der Quartierstrasse stehen. Das Werkleiterhaus ist giebelständig, während die Maschinistenhäuser längs zur Quartierstrasse ausgerichtet sind. Die Hauseingänge sind durchwegs auf die Strasse orientiert. Ein einheitlicher Holzzaun umfriedet die Baugruppe. Zur Strasse hin bestehen Vorgärten, während sich rückseitig grosszügige Gartengrundstücke erstrecken. Die entsprechend den Haushälften firstparallel unterteilten Gartenhäuser sind mit einem kleinen gedeckten Vorplatz, einem Holzschopf und einem gemauerten Stallteil für Kleinvieh versehen. Die beiden Doppeleinfamilienhäuser von 1927 sind eingeschossig mit ausgebautem Dachstock konzipiert. Der über einem hohen Sockel mit einem Kellenwurf verputzte Mauerbau trägt jeweils ein zeittypisch knappes, mittelsteiles Dach, das die filigranen Abschlüsse bewahrt. Ein zeittypisches Bauschmuck-Detail sind die geschweiften Mauervorsprünge auf Traufhöhe. Die Häuser weisen vorne eine breite, über beide Hausteile greifende Lukarne mit zwei Fensterachsen auf und rückseitig zwei getrennte Lukarnen mit je einem Rechteckfenster. Die Traufseiten sind im Erdgeschoss vierachsig und im Dachgeschoss einachsig gegliedert. Die Stirnseiten weisen je zwei axial angeordnete Rechtecklichter sowie eine zusätzliche Achse mit kleinen Fensterchen zum Keller und zur Toilette auf. Unter dem First ist ein kleines Rundfenster mit Kreuzsprossen eingelassen. Strassenseitig werden die äusseren beiden Achsen von den Hauseingängen eingenommen. Das Gewände ist mit einem kantigen Gesims und einem halbrunden Putzfeld darüber ausgezeichnet. Dasselbe Bogenmotiv schmückt das strassenseitige Fenster im Dachgeschoss, das zudem wie alle oberen Fenster ein schmales Gesims aufweist. Zu den Fenstern sind teilweise die bauzeitlichen Jalousieläden aus Holz mit Kassetten erhalten. Die Grundrisse beider Hausteile sind jeweils spiegelbildlich angelegt. Durch den ebenerdigen Hauseingang mit schlichtem, vertikal gegliedertem Türblatt gelangt man auf einen integrierten Windfang, von dem aus je ein Treppenlauf in den Keller und ins Hochparterre führt. Im unteren Wohngeschoss sind über einen kleinen Vorplatz die strassenseitige Küche und das gartenseitige Wohnzimmer erschlossen. Auf dem Zwischenpodest zum Dachgeschoss mit zwei Schlafzimmern befindet sich die Toilette. Ein Badezimmer wurde nachträglich im Bereich der Küche eingebaut. An bauzeitlicher Ausstattung sind die Treppenhäuser mit elegantem Antritt samt gedrechseltem Pfosten und Staketen, teilweise Täfer und Wandschränke sowie Füllungstüren erhalten. Die beiden jüngeren Doppeleinfamilienhäuser sind von ähnlicher Grösse und Volumetrie. Das knappe Dach besass gemäss Bauplänen ursprünglich drei Kamine über dem First, von welchen die beiden äusseren mit der Stirnmauer bündig waren. Ein zeittypisches Detail ist der gesimsartige, schräge Übergang von der Fassade zur Traufe. Anstelle von Lukarnen besitzen die Häuser in der Mitte beider Seiten breite, annähernd flach gedeckte Walmdachgauben. Anstelle von hochrechteckigen Fenstern sind an den gartenseitigen Eckzimmern und am Obergeschoss an der Stirnseite dreiteilige, querformatige Fenster eingelassen. Ein wesentlicher Unterschied zu den älteren Häusern besteht in der Erschliessung, die einen anderen Grundriss ermöglicht. Anstatt ebenerdig, ist der von einem flachen Vordach geschützte Hauseingang im Hochparterre angelegt und die Treppe zum unteren Wohngeschoss somit nach aussen, vor das Haus verlegt. Die Küche ist erwartungsgemäss nordostseitig zur Strasse hin, jedoch als Eckraum angelegt, während sich nach Südwesten das Wohnzimmer und ein weiterer Raum befinden. Über die Treppe in der Hausmitte gelangt man ins voll ausgebaute Dachgeschoss, das neben zwei Schlafzimmern sogar ein kleines Badezimmer besitzt. (Inneres nicht gesehen, daher keine Angaben zur Ausstattung.) Das zeitgleich entstandene Haus des Betriebsleiters ist in der gleichen Formensprache, mit knappem Satteldach und teilweise querformatigen Fenstern gestaltet. Es besass von Anfang an eine Terrasse, die 1951 durch das Baugeschäft von Adolf Mergenthaler in Rheinfelden mit einem Windschutz umgestaltet wurde. Der Anbau unter Pultdach vor dem Hauseingang erfolgte in der 2. Hälfte des 20. Jh. Der höhere Komfort der Wohnung zeigt sich darin, dass im Parterre neben einer Küche und einem weiteren Raum sowohl ein Wohn- als auch ein Esszimmer (heute zu einem Raum vereint) vorhanden sind und dass das Dachgeschoss über drei Schlafräume und ein Badezimmer mit separater Toilette verfügt. Das Haus bewahrt das bauzeitliche Treppenhaus mit schlichtem, elegantem Antrittspfosten sowie teilweise Täfer und Füllungstüren. Der Klötzliparkett im Wohn-/Esszimmerbereich wurde vermutlich anlässlich der Zusammenlegung der Räume verlegt. Die Durchreiche zur Küche ist in der Wand noch erkennbar. Der Kachelofen ist wohl jünger, steht gemäss Bauplan aber an der Stelle eines Vorgängerofens. |
| Anmerkungen: | [1] Baugeschichte gemäss den jeweiligen Baugesuchen. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers.-Nr. Wohngebäude: 876, 877, 934, 935, 943; Nebengebäude: 878, 879, 937, 938, 954, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nr. 24 (1927); Nr. 29 (1930); Nr. 22 (1931); Nr. 30 (1951). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142414 |
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