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INV-RHE979 Alte Verdampferhalle Saline Riburg, 1941 (Dossier (Bauinventar))
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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1941 |
| Grundlage Datierung: | Literatur |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Weitere Teile der Baugruppe: | RHE980 (Salzmagazin) |
| Nutzung (Stufe 1): | Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Kesselhaus, Turbinenhaus, Maschinenhaus |
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Information on related materials |
| Würdigung: | Im Kontext der Stilllegung der Saline Rheinfelden und der Konzentration auf den Standort Riburg 1941 erbaute Verdampferhalle, die kurze Zeit später wegen Kohlemangels elektrifiziert wurde. Die Halle markiert eine neue Bauetappe der Saline und in Bezug auf den Salzgewinnungsprozess den Beginn der Ablösung vom Verfahren mit Salzsiedepfannen. Der in der Formensprache des Neoklassizismus gestaltete, murale Industriebau unter knappem Walmdach ist weithin sichtbar und wird nach wie vor als Hauptbaukörper der Saline wahrgenommen. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Obwohl die Salzvorkommen von Bex VD bereits seit 1554 bekannt waren und ab 1684 im Bergwerk abgebaut wurden, musste Salz noch bis in die Mitte des 19. Jh. aus dem umliegenden Europa in die Schweiz importiert werden. Dies änderte sich erst mit der Entdeckung der Salzlager in Muttenz 1836 und der Eröffnung der Saline Schweizerhalle 1837 etwas weiter östlich (Gemeinde Pratteln) durch den deutschen Industriepionier Carl Christian Friedrich Glenck. Durch diesen Erfolg angetrieben, wurde auch im Kanton Aargau nach Salz gebohrt und so entstanden innerhalb kurzer Zeit die Salinen von Kaiseraugst (1843), Rheinfelden (1845) und Riburg (1848) [1]. Die Salzgewinnung in Kaiseraugst wurde infolge schlechter Ausbeute schon 1847 wieder eingestellt (Wiederaufnahme 1865–1909). Der Gründer Johann Urban Kym, Forstinspektor von Möhlin, war inzwischen in Riburg auf ein ergiebigeres Salzlager gestossen und gründete an diesem Standort 1948 eine neue Saline. Unterdessen, 1845, war in Rheinfelden an der "Kühstelle", in der Nähe der "Rheinlust" eine dritte Saline eröffnet worden. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, fehlte es an Kohle um die Sole in den Pfannen zu sieden, weshalb die Saline Rheinfelden 1942 zugunsten der Saline Riburg stillgelegt wurde. Die Gebäude wurden umgenutzt und die Einrichtungen teilweise nach Riburg und Schweizerhalle transloziert Die Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen AG vermietete die Gebäude ab den 1950er-Jahren zunächst an Gewerbe- und Industriebetriebe, später wurde das Areal zur Überbauung mit Wohnungen verkauft. Zu Ehren der Gründer Theodor Hoffmann-Merian, Vater und Sohn, aus Basel, Theophil L'Orsa-Baumer und Carl Güntert, beide aus Rheinfelden, sowie Johann Gottfried Francke von Wilschdorf, aus Sachsen, sind im Roberstenquartier mehrere Strassen nach ihnen benannt. Mit den Salinen und der geförderten Sole begann auch die Entwicklung Rheinfeldens zur Kurstadt. Kurz nach Inbetriebnahme der Saline Rheinfelden meldete der Schützenwirt Josef Frommherz sein Interesse an Sole für Badekuren an und erhielt 1846 die erste Konzession. Die zweite wurde 1847 an Heinrich Wilhelm Dressler für seine Badewirtschaft am Rhein (Bauinventarobjekt RHE936) erteilt. Die konzentrierte Sole wurde jeweils in Fässern mit dem Fuhrwerk in die Stadt transportiert. Ab 1925 bestand eine Soleleitung ins Kurzentrum und zu anderen Bädern. Nach der Stilllegung der Saline Rheinfelden wurden für den Kurbetrieb zwei Bohrlöcher aktiv gehalten. Erst 1971 wurde eine Leitung zur Saline Riburg verlegt, die bis heute das Solbad Eden, das Sole uno und die Rehaklinik mit Sole versorgt. Von den drei Aargauer Salinen, die sich 1874 unter dem Namen Schweizerische Rheinsalinen AG zusammenschlossen, ist die Saline Riburg die einzige noch bestehende. Heute gehört die Saline Riburg zusammen mit den Salinen in Schweizerhalle und in Bex zur Schweizer Salinen AG. Infolge Kohlemangels während dem Zweiten Weltkrieg liess die Saline Riburg die vorliegende Halle als erste kohlebeheizte, energiesparende Verdampferanlage mit Thermokompression erbauen. 1942 wurde die Saline Rheinfelden stillgelegt, während die Saline Riburg kurz darauf elektrifiziert wurde. Die Verdampferhalle enthält heute zwei Trockner, zu deren Installation in der Ostfassade eine Tür herausgeschnitten und im Innern eine Decke eingezogen werden musste. |
| Beschreibung: | Die Verdampferhalle bildet den nachträglich ergänzten Kopf eines Gebäudekomplexes, der vermutlich 1906 als eingeschossiges Sudhaus für die Salzgewinnung mit Siedepfannen erbaut und später mehrfach verändert wurde. Im Erdgeschoss ist die Halle daher mit Teilen des Vorgängerbaus verbunden, während der nordseitige Anbau unter Pultdach mit der Halle zusammen errichtet wurde. Anstelle des westlichen Teils des Sudhauses steht seit 1973 ein Zweckbau mit einem Verdampfer der Firma Escher-Wyss AG in Zürich, der damals als europaweit grösster Verdampferapparat galt. Der ganze östliche, hier besprochene Teil des Gebäudekomplexes mit der Alten Verdampferhalle zeichnet sich durch eine murale Bauweise aus, die sich deutlich von der umgebenden Industrieanlage abhebt. Über dem Erdgeschoss, das gemäss einem Plan von 1964 die Kompressoren, das Kesselhaus, eine Trockensalzanlage sowie Personalräume wie Garderoben, einen Aufenthaltsraum, Duschen und Toiletten enthielt, erhebt sich auf kleinerer Grundfläche die Verdampferhalle als hochragender Kubus unter knappem, schwach geneigtem Walmdach. Die verputzten Fassaden sind durch kantige Gurtgesimse und Lisenen streng gegliedert, wobei unter dem Dach ein Mauerband in der Art eines Mezzaningeschosses abgesetzt ist. In die sich durch die Gliederung ergebenden Wandfelder sind an den Längsseiten sechs, an der südlichen Schmalseite drei hohe, schmale und gewändelose Fenster mit Sprosseneinteilung eingelassen. Auf der Nordseite wurde wegen des Pultdachanbaus auf Fenster verzichtet. Das Mezzaningeschoss besitzt nur an den Schmalseiten je ein liegendes Fenster. Im Erdgeschoss gruppieren sich um die Verdampferhalle ein überhohe L-förmiger Anbau auf der Nord- und Westseite sowie ein flachgedeckter Anbau auf der Ostseite. Der ostseitige Anbau mit den Personalräumen ist mit Sockel, Ecklisenen und Rechteckfenstern mit geohrten Gewänden dem Vorgängerbau zuzuordnen, wobei der Eingang in der Südostecke mit dem Umbau hinzukam. Der nord- und westseitige Anbau wurde mit der Verdampferhalle zusammen als Kesselhaus und für die Kompressoren errichtet. Er zeigt an der Nordfassade eine annähernd symmetrische Gliederung mit seitlichen Toren, einem mittig angelegten Doppeleingang und hohen sprossierten Fenstern. Der westliche Teil mit Satteldach besitzt einen kleinen turmartigen Aufbau. Auf der Südseite steht das gleichfalls mit Lisenen gegliederte Erdgeschoss der Verdampferhalle frei und besitzt zwischen zwei Fenstern einen Eingang unter geradem Vordach. Das Innere der Verdampferhalle weist keine besonderen historischen Einbauten auf. Im Bereich des früheren Kesselhauses ist der Boden mit dekorativen schwarz/weissen Platten aus der Bauzeit belegt. |
| Anmerkungen: | [1] Zur Geschichte der Salinen: Hunziker, Hoegger 2011, S. 246; Spinnler 1991, S. 27–50. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 246. - Kurt Spinnler, Salz und Saline: Geschichte der Saline Rheinfelden, in: Rheinfelder Neujahrsblätter 1991, S. 27-50. |
| Quellen: | - ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv: Dia_247-15673. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch 1964 (Übersichtsplan über das Areal der Saline um 1964). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142411 |
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