INV-RHE978 Waldhaus Berg, 1926 (Dossier (Bauinventar))

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General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE978
Ref. code AP:RHE978
Title:Waldhaus Berg
Preview:
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Bildlegende:Ansicht von Norden (2024)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Ortsteil / Weiler / Flurname:Berg
Adresse:Olsbergerstrasse 206
Versicherungs-Nr.:206
Parzellen-Nr.:901
Koordinate E:2626580
Koordinate N:1265852
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626588.89,1265851.35&z=13&info=2626580.111370912,1265852.0378614124,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1926
Grundlage Datierung:Baugesuche und Inschrift (EG Westfassade Türsturz)

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Öffentliche Bauten und Anlagen

Information on related materials

Würdigung:1925/26 errichtetes Waldhaus, das auf Initiative der Ortsbürgergemeinde und der Forstverwaltung entstand und durch Spenden finanziert wurde. Als das Wandern ab der 2. Hälfte des 19. Jh. zur Förderung der körperlichen und geistigen Regeneration in breiten Bevölkerungsschichten populär wurde, entstanden auch Gebäude zur Unterkunft, Rast und Verpflegung. Typisch für diese Gebäude ausserhalb der Bauzone ist eine rustikale Gestaltung, die sich in die Natur einpasst. Mit seinem steinernen Unterbau und dem chaletartigen, holzverschalten Baukörper unter einem Satteldach ist das weitgehend im bauzeitlichen Zustand erhaltene Waldhaus "Berg" ein früher und charakteristischer baulicher Zeuge einer gesellschaftlichen Entwicklung, die den Wald als Erholungsraum begreift und diesen rücksichtsvoll für Freizeitaktivitäten zugänglich macht.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Waldhaus Berg entstand auf Initiative der Ortsbürgergemeinde und der Forstverwaltung und wurde im Winter 1925/26 errichtet [1]. Finanziert wurde es durch Spenden. In der Waldkommission war damals unter anderen auch der Feldschlösschen-Direktor Adolph Roniger (1880–1961), der sich in Rheinfelden neben dem Bierbrauen als Förderer von kulturellen und sozialen Einrichtungen hervortat [2].
Die Errichtung eines Waldhauses in Rheinfelden ist vor folgendem historischen Hintergrund zu sehen: Als das Wandern ab der 2. Hälfte des 19. Jh. zur Förderung der körperlichen und geistigen Regeneration in breiten Bevölkerungsschichten populär wurde und sich in der Schweiz z.B. mit dem Schweizer Alpen-Club (SAC) 1863, den Naturfreunden 1905 und der Wandervogelbewegung 1907 entsprechende Vereine gebildet hatten, entstanden auch Gebäude zur Unterkunft, Rast und Verpflegung. Typisch für diese Gebäude ausserhalb der Bauzone ist eine rustikale Gestaltung, die meist Anklänge an den Schweizer Holzstil sowie den Heimatstil zeigt und bestrebt ist, sich durch die Orientierung an traditioneller Vernakulärarchitektur in die ländliche Umgebung einzupassen. Das Waldhaus in Rheinfelden zeugt somit von einer gesellschaftlichen Entwicklung, die den Wald als Erholungsraum begreift und diesen rücksichtsvoll für Freizeitaktivitäten zugänglich macht.
Das Gebäude bewahrt weitgehend seinen bauzeitlichen Zustand. 1980 fand ein Umbau statt, bei dem im Untergeschoss neue WCs eingebaut wurden [3].
Beschreibung:Das Waldhaus "Berg" befindet sich im Rheinfelder Wald im Süden des Gemeindegebiets auf einer Waldlichtung in erhöhter Lage. Durch die Bäume hindurch hat man von der im Norden vorgelagerten Aussichtsplattform eine Aussicht über die Stadt und die Region. Das Waldhaus ist von der Hangkante zurückversetzt, so dass genügend Freiraum für Zusammenkünfte und Anlässe besteht. Das eingeschossige Waldhaus erhebt sich über einem rechteckigen Grundriss und trägt ein geknicktes Satteldach. Mit seiner nördlichen Giebelseite, die als Hauptfassade fungiert, ist es zum Hang ausgerichtet. Diese bildet mit den Eingängen zum freistehenden Kellersockel und dem Eingang in die Waldstube die Hauptfassade. Während der Kellersockel aus Bruchsteinen besteht, ist der obere Teil als Holzkonstruktion ausgeführt. Zum Kellergeschoss gibt es zwei Zugänge: einer an der nördlichen Stirnseite, der etwas zurückversetzt ist, so dass ein geschützter Sitzbereich entsteht, und ein leicht abgetiefter an der Westseite. Deren Türblätter zeigen eine rautenförmige Aufdopplung mit einem Fensterchen und Ziergitter. In den Aufenthaltsbereich im Hochparterre gelangt man von der Westseite über eine Treppe und dann über eine Laube, die mit ihren Pfosten und den leicht geschweiften Knaggen Anklänge an die Chaletarchitektur oder den Schweizer Holzstil zeigt. Die Fenster sind mit Klappläden mit Zieröffnungen in Form einer stilisierten Blume versehen.
Der Aufenthaltsraum im Innern zeichnet sich durch holzsichtiges Wand- und Deckentäfer aus. In der nordöstlichen Ecke befindet sich eine Küche mit einem Buffet, das sich gestalterisch an traditionellen Bauernhausbuffets orientiert. Auch die Sitzbank und der grüne Kachelofen erinnern an eine Bauernstube aus vorindustrieller Zeit. Ein weiteres Buffet steht im Keller.
Anmerkungen:[1] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch ohne Nr. vom 7.11.1925.
[2] Die weiteren Mitglieder der Waldkommission waren Albert Kilcher, Ernst Waldmeyer, Adolf Bröchin, Josef Sprenger, Jakob Simmen und der Forstverwalter F. Wunderlin (gerahmter Druck im Waldhaus, siehe Bilddokumentation). Zu Adolph Roniger siehe Patrick Zehnder: "Roniger, Adolph", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.09.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/029494/2009-09-07/, konsultiert am 13.03.2024; Stalder Paul, Adolf Roniger. 1880–1961, in Rheinfelder Neujahrsblätter (1962), S. 4–8.
[3] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 109 (1980).
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 206, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden.
- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch ohne Nr. vom 7.11.1925; Nr. 109 (1980).
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142410
 

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