INV-RHE977 Kurbrunnenanlage, 1933 (Dossier (Bauinventar))

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Ref. code:INV-RHE977
Ref. code AP:RHE977
Title:Kurbrunnenanlage
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Bildlegende:Ansicht von Süden (2023)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Habich-Dietschy-Strasse 14
Versicherungs-Nr.:812
Parzellen-Nr.:45
Koordinate E:2626322
Koordinate N:1266957
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626300.25,1266933.54&z=13&info=2626321.8699993654,1266957.1178623103,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1933
Grundlage Datierung:Baugesuch; Literatur

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Öffentliche Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Kursaal, Casino
Epoche / Baustil (Stufe 3):Konservative Moderne

Information on related materials

Autorschaft:Heinrich A. Liebetrau, Rheinfelden; Viktor Surbek (Wandmalerei)
Würdigung:Ehemalige Trinkhalle mit angegliedertem Konzertraum, die sich zusammen mit einem Teil der Wandelhalle von der 1933 durch Heinrich A. Liebetrau erweiterten Kurbrunnenanlage erhalten hat. Die Kurbrunnenanlage ist eines der Hauptwerke des Rheinfelder Architekten Liebetrau und für das Kurwesen der Zwischenkriegszeit in Rheinfelden von zentraler kultur- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung. Die im Stil der moderaten Moderne gestalteten Gebäude sind charakteristisch für das Spätwerk des Architekten. Von hohem künstlerischem Wert sind insbesondere die flächenfüllenden Wandbilder von Viktor Surbek, die den Innenraum der Trinkhalle durch das Zusammenspiel von Architektur und Malerei als Gesamtkunstwerk erlebbar machen.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Die auf Initiative des Kur- und Badearztes Dr. Hermann Keller 1920 "westlich der Schifflände in einem Trinkbrunnen gefasste Kapuzinerquelle erfreute sich derart grossen Zuspruchs, dass die eigens gegründete Kurbrunnen-Gesellschaft den einheimischen Architekten Heinrich A. Liebetrau 1922/23 mit der Errichtung einer gedeckten Trinkhalle betraute. Mit der Zuleitung der schwefelhaltigen Magdalenaquelle aus Magden stand ab 1929 für die Trinkkur, welche die Solbadkur ergänzte, eine zweite Mineralquelle zur Verfügung. [1]" Die erste Trinkhalle war als neoklassizistischer Tempel gestaltet und über mehrere Geländeterrassen erreichbar (die zugehörige Brunnensäule steht heute im Innenhof). Zu Beginn der 1930er-Jahre entschied sich die Kurbrunnen-Gesellschaft aufgrund des Erfolgs zu einer Vergrösserung der Anlage und beauftragte wiederum Liebetrau mit der Projektierung. Dabei gelang es dem Architekten, die bestehenden Bauten in die Gesamtanlage zu integrieren und sie mit den nun moderat modernen Hauptbauten zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden. Die 1934 eröffnete erweiterte Kurbrunnenanlage "bestand aus einer grosszügigen neuen Trinkhalle, einem rheinseitig anschliessenden Konzertsaal und einer gegen die Strasse geschlossenen, als Sole-Inhalatorium eingerichteten Wandelhalle, welche den neunen Anlageteil mit der nun als Eingangspavillon dienenden alten Trinkhalle verband. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor sich das Interesse an der Bade- und Trinkkur. Die vormals als gesellschaftlicher Mittelpunkt des Rheinfelder Kurlebens wahrgenommene Kurbrunnenanlage wurde zusehends vernachlässigt. 1979 Abbruch des Pavillons von 1923 und des Gradierwerks (Inhalatorium) in der Wandelhalle; Umbau Trinkhalle. 1980–2005 Nutzung der Anlage als Spielkasino. 2009/10 Restaurierung der Trinkhalle und des Konzertsaals." [2]
Beschreibung:"Die Kurbrunnenanlage erstreckt sich auf einem dreieckigen Grundstück westlich der Schifflände, zwischen Rheinufer und Habich-Dietschy-Strasse." Erhalten sind von der ehemals winkelförmigen Anlage die Trinkhalle, der Konzertsaal und ein Teil der ehemaligen Wandelhalle. Die Ecke an der Habich-Dietschy-Strasse markiert als Hauptbau der Kubus der Trinkhalle mit knappem Pyramidendach. Der schmucklose Bau wird einzig durch die Obergadenfenster zum überhohen Innenraum gegliedert. Je sieben schmal proportionierte Öffnungen bilden eine Reihe mit durchlaufendem Sohlbankgesims. Die Fenster zeigen eine moderne Unterteilung in vier übereinanderliegende querrechteckige Felder. Nach Nordosten schliesst eine grosszügige offene Vorhalle auf schlanken Betonstützen an, die ehemals Teil der Wandelhalle war. Die Untersicht des Flachdachs zeigt die ursprüngliche Kassettierung. Nach einem Zwischentrakt folgt in nordwestlicher Richtung der eingeschossige Längsbau der Konzerthalle unter knappem Walmdach. Ursprünglich als wettergeschützter Aufenthaltsraum für Kurorchester und Gäste konzipiert, nehmen die wandhohen Fenstertüren, die sich zum Hof hin öffnen lassen – anders als bei der Trinkhalle – den Hauptteil der Fassaden ein. Anstelle des bauzeitlichen apsisförmigen Bühnenraums befindet sich dort seit dem Umbau 2009/10 eine schlichte flachgedeckte Verlängerung in Sichtbeton.
Durch den erneuerten Eingang gelangt man ins Entrée zwischen der ehemaligen Trinkhalle und dem Konzertraum. "In der sakral anmutenden Trinkhalle brachte die sorgfältige Restaurierung die 1993/94 vom Berner Maler Viktor Surbek (1885–1975) geschaffene Ausmalung wieder zum Leuchten. Der Zyklus der vier Elemente zieht sich oberhalb der […] Sockelzone über alle vier Wände. Den figürlich gehaltenen Mittelstreifen verschränkt ein abstraktes Diagonalmuster aus hellen und dunkleren Farbschleiern mit der hoch liegenden Fensterzone. Das Zusammenspiel der schimmernden Farben und der Lichtführung macht die besondere Qualität des Raums aus. Während die Trinkbrunnen verloren gingen, sind die bemerkenswerten bronzenen Brunnenskulpturen erhalten. Die Magdalena-Statue ist ein Werk von August Suter, die Franziskus-Statue wurde von Walter von Ruckteschell geschaffen. [3]" Die Konzerthalle ist modernisiert und zeigt keinerlei historische Oberflächen oder Ausstattung.
Anmerkungen:[1] Aus: Hunziker/Hoegger 2011, S. 268.
[2] Aus: Hunziker/Hoegger 2011, S. 269–270.
[3] Aus: Hunziker/Hoegger 2011, S. 269–270.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
Literatur:- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 268/269.
Quellen:- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 3 (1933).
- Fricktaler Museum
- Kantonale Denkmalpflege Aargau, Fotoarchiv.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142409
 

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