| |
General information |
|
Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1902 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster |
|
Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Baugruppe |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Kosthaus |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Spätklassizismus |
|
Information on related materials |
| Würdigung: | Zwei Arbeiterhäuser, die 1902 für die Firma Bertrand & Cie. errichtet wurden, später von der Spinnerei Rheinfelden AG und kurz darauf von der Viscose-Fabrik übernommen wurden. Die als Doppelzweifamilienhäuser mit je zwei mal zwei Wohnungen konzipierten Häuser sind in zeittypischer Baumeisterarchitektur errichtet. Sie zeichnen sich durch platzsparende Grundrisse bei guter Raumhöhe und trotz aller Einfachheit durch dezenten Fassadenschmuck aus. Als letzte Bauzeugen der ehemals vor Ort angesiedelten Industrie bilden die beiden Arbeiterhäuser ein Ensemble von wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Bedeutung. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Gemäss Brandkataster entstanden die beiden Arbeiterhäuser 1902 für die Firma Bertrand & Cie. 1922 gingen sie vermutlich zusammen mit dem ganzen Fabrikareal an die Spinnerei Rheinfelden AG und 1925 an die Viscose AG Rheinfelden. Die Siedlung soll ehemals aus fünf Arbeiterwohnhäusern bestanden haben. Die Fabrikationsgebäude auf dem weiter westlich gelegenen Grundstück wurden 2006 zugunsten einer neuen Wohnüberbauung abgebrochen. 2024 ereignete sich im Dachbereich des Hausteils Flossländeweg 18 ein Brand, der vor allem Teile des Dachs und des Treppenhauses zerstörte. |
| Beschreibung: | Die hinsichtlich der Bauweise identischen Wohnhäuser sind traufständig zum Flossländeweg errichtet, wobei das Haus Flossländeweg 18 und 20 eine Eckstellung zum Theodorshofweg einnimmt. Sie sind von der Strasse um Vorgartentiefe zurückversetzt, zugehörige Gärten befinden sich aber auch hinter den Häusern. Die zweigeschossigen Baukörper sind unter geraden Satteldächern geborgen. Die verputzten Fassaden werden durch ein Gurtgesims aus Backsteinen horizontal gegliedert. Das Obergeschoss wird an den Ecken und zwischen den beiden Haushälften von Pilastern gefasst. Die Kapitelle und Basen sind auf einfache Weise aber wirkungsvoll aus Backsteinen gestaltet, wobei letztere sogar in spätklassizistischer Manier mit einem stilisierten Tropfenmotiv verziert sind. Die Fenster sind sowohl strassen- wie auch gartenseitig in vier, stirnseitig in zwei Achsen angeordnet. Sie weisen einfache Gewände mit Ladenfalz und Blockgesimsen auf. Die teilweise noch bauzeitlichen Holzläden zeigen eine typische Aufteilung in Kassetten und Jalousien. In die Giebelfelder sind kleinere Fenster mit Stichbogen aus Backsteinen eingelassen. Auf der Hausrückseite befinden sich im Bereich des Treppenhauses und der auf den Zwischenpodesten liegenden Toiletten kleine Zwillingsfenster. Die jeweils zwei Wohnungen einer Haushälfte sind über einen gemeinsamen stirnseitigen Eingang erschlossen. Dieser besitzt ein grosses Oberlicht und das aus der Bauzeit stammende architektonisch gegliederte Türblatt mit profilierten Gesimsen, kassettierter Füllung und vergitterten Fenstern. Der Hauseingang öffnet jeweils auf ein gemeinsames Treppenhaus in der hinteren Hausecke. Die zweiläufige Treppe besitzt ein Geländer mit gedrechselten Staketen. Auf dem Zwischenpodest befinden sich jeweils nebeneinander zwei Toiletten. Durch die Wohnungstür gelangt man direkt in die Küche, die mit einem weiteren kleinen Zimmer die gartenseitige Haushälfte einnimmt. Von der Küche aus zugänglich ist zudem das strassenseitige grössere Eckzimmer, das einen unabhängigen Zweitzugang vom Treppenhaus her besitzt. Währenddessen ist das dritte Zimmer zur Hausmitte hin als gefangener Raum nur über das Eckzimmer erschlossen. Im Doppelhaus Flossländeweg 14 und 16 sind die beiden Obergeschosswohnungen nachträglich miteinander verbunden worden. Von der bauzeitlichen Ausstattung haben sich teilweise einfache Bretterböden, Sockelleisten, Füllungstüren und in zwei Küchen zweifarbige Zementplattenböden, ein Schüttstein und ein Gusseisenherd erhalten. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 640, 641, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv: LBS_MH03-0783 (Foto: Walter Mittelholzer) |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
|
| |
URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142403 |
| |
Social Media |
| Share | |
| |