| |
General information |
|
Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1918 |
|
Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Weitere Teile der Baugruppe: | RHE948B |
| Nutzung (Stufe 1): | Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Fabrikgebäude, Manufakturgebäude |
|
Information on related materials |
| Würdigung: | Das Gebäude ist ein wesentlicher Bestandteil des wirtschaftsgeschichtlich bedeutendes Ensemble aus mehreren Fabirkgebäuden des 18. und 19. Jahrhunderts, die im Kern auf die 1297 erstmals erwähnte Kunzentalmühle zurückgehen. Die Gebäude liegen teilweise direkt am Magdenerbach und setzten durch ihre Lage unmittelbar ausserhalb der Altstadt Rheinfeldens einen städtebaulichen wichtigen Akzent. Die Entwicklung von der einstigen Getreidemühle zur Tabakfabrik uns späteren Hefefabrik sowie Brennerei lässt sich an den verschiedenen Bauvolumen nachvollziehen. Die hofartig gruppierten Baukörper bilden zusammen mit der vom Magdenerbach geprägten Nahumgebung ein räumlich reizvolles Ensemble. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Der Fabrikkomplex ist aus der Kunzentalmühle heraus entstanden. Diese wurde bereits 1297 erwähnt. Nach dem Hochwasser von 1748 wurde die Mühle unter ihrem damaligen Besitzer Oberamtmann Franz Fortunat Bürgin neu errichtet. Weitere Handänderungen und Baumassnahmen an der Mühle folgten, bis um 1851 Heinrich Hermann Fischer, aus Mannheim stammend und in Rheinfelden ansässig, seine seit 1841 in Magden in Betrieb genommene Tabakstampfe in die von ihm erworbene Kunzentalmühle verlegte. 1852 liesse er die Mühle zur Tabakfabrik Fischer & Cie. umbauen (Vers.-Nrn. 446 u. 788). Gleichzeitig wurde die 1828 erwähnte Scheune zum Magazin mit Keller umgebaut (Vers.-Nr. 2688) und an der Südseite des Hofs ein neues Magazingebäude (Vers.-Nr. 448) neu erbaut. Nach Erbgang und Handänderungen kam die Fabrik 1911 in den Besitz von Carl Klipfel. Er richtete im Fabrikgebäude die Hefefabrik Emil Klipfel & Cie. ein, um Presshefe, Backmalzprodukte und als Nebenprodukt der Hefefabrikation Spiritus herzustellen. 1918 wurde das Gebäude um ein Geschoss aufgestockt, wobei Henrich Albert Liebetrau als Architekt fungierte. 1945 erfolgte ein Umbau gemäss Projekt von Architekt Franz Schüpbach, Rheinfelden. 2007/08 wurde das westlich angrenzende Gebäude 6 B (Vers.-Nr. 788) ausgekernt und unter Wahrung des Äusseren zu Wohnungen und Büros umgebaut. Es ist vom Gebäude 6.1 (Vers.-Nr. 446) abparzelliert und nicht im Schutzumfang [1]. |
| Beschreibung: | Die im Schutzumfang eingeschlossenen drei Gebäude sind Im Kunzental 6.1 (Vers.-Nr. 446), 8 (Vers.-Nr. 448) und 12 (Vers.-Nr. 447) und bilden zusammen mit den nicht zum Schutzumfang gehörenden Gebäuden Im Kunzental 6 (Vers.-Nr. 2688), 6 B (Vers.-Nr. 788) einen Hof, der nach Osten geöffnet ist. Die aus der Mühle hervorgegangenen Bauten im Norden 6B und 6.1 (Vers.-Nrn. 446 u. 788) grenzen direkt an den Magdenerbauch. Die westliche Seite des Hofs nehmen die beiden Gebäude 6 und 12 (Vers.-Nrn. 2688 u. 447)ein, während das grossvolumige Gebäude 8 (Vers.-Nr. 448) den Hof nach Süden begrenzt. Gebäude 6.1: Der aus der Mühle hervorgegangene Industriebau besitzt einen vor 1744 entstanden Kern und wurde 1772 nach Süden verlängert. Zusammen mit seinem hochaufragenden Nachbargebäude Im Kunzental 6B, bildet er die dem Lauf des Magdenerbachs folgende Bebauung. Seit der 1918 erfolgten Aufstockung besteht er aus drei Vollgeschossen, die nach Osten mit sechs und nach Norden mit drei Fensterachsen ausgestattet sind. Der Zugang folgt nach der Bachbrücke durch einen stichbogigen Hauseingang an der Ostseite, welcher nördlich von einem grossen Fenster flankiert wird und die Ebenmässigkeit der bis auf die Hausinschrift "KLIPFEL HEFE AG" schmucklosen Fassaden unterbricht. Das leicht vorspringende, schwach geneigte Vollwalmdach dürfte auf die Gebäudeerhöhung von 1918 zurückgehen (Inneres nicht besichtigt). |
| Anmerkungen: | [1] Die Angaben stammen aus Hunziker/Hoegger 2011, S. 254–255; und Hanak 2021. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9, Bern 2011, S. 254. - Michael Hanak, Denkmalpflegerisches Gutachten ehemaliges Fabrikgebäude Im Kunzental 8/12, Rheinfelden, 2021. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0570 (1876–1898) Vers.-Nrn. 378 (alte Nr. 326), 379 (alte Nr. 327), 380 (alte Nr. 391); CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nrn. 446 (alte Nr. 378), 447 (alte Nr. 380), 448 (alte Nr. 381), Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, diverse Baugesuche. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
|
| |
URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142380 |
| |
Social Media |
| Share | |
| |