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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1897 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Weitere Teile der Baugruppe: | RHE946A-D |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Reihenhaus, Zeilenbebauung |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Historismus |
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Information on related materials |
| Würdigung: | Wohnhaus einer von 1897–1907 entstanden Blockrandbebauung am Stadtweg, an der verschiedene Eigentümerschaften und Baumeister beteiligt waren. Wie für Kleinstädte geradezu paradigmatisch, ist das Konzept der Blockrandbebauung, das sich im 19. Jahrhundert zum prägenden Element im Städtebau etabliert hatte, nur in einer verknappten Form, nämlich als Häuserzeile, ausgeführt worden. Die historistische Häuserzeile am Stadtweg setzt sich aus vier Gebäuden zusammen, wobei vor allem die Eckbauten mit ihrem eklektizistischem Bauschmuck auffallen und den Strassenraum prägen. Mit ihrer Lage gegenüber einem ehemaligen Industriequartier zeigt die Bebauung den Ansatz zum städtisch verdichteten Bauen. Insbesondere die Eckbauten weisen üppigen eklektizistischen Bauschmuck auf. Mit ihrem äusserlich guten Erhaltungszustand ist die Blockrandbebauung ein städtebaulicher, architekturhistorischer und baukünstlerischer Zeuge, der eine urbane Präsenz generiert. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Mit dem Wachstum der Grossstädte durch die Industrialisierung entstand der Bautypus des mehrgeschossigen Mietshauses in Form der Blockrandbebauung. Diese entwickelte sich im 19. Jh. zum prägenden Prinzip des mitteleuropäischen Städtebaus, bei dem geschlossene Gebäudezeilen mit Innenhöfen klare Strassenräume definierten. Das Erdgeschoss war meist für Ladengeschäfte vorgesehen; der Innenhof bot Platz für Lager- und Werkstatträume; in den gegenüber den anderen Geschossen meist etwas prunkvolleren ersten Obergeschossen (bel étage) sind Wohnungen für die wohl situierte Gesellschaft zu finden; den Abschluss bilden meist Plattformdächer oder Mansarddächer. Somit verband die Blockrandbebauung eine effiziente Parzellenstruktur sowie eine vielfältige Nutzung mit repräsentativen Fassaden zumeist mit historistischem Dekor und prägte Grossstädte wie Paris, Wien, Berlin. Auch in Schweizer Städten wie Zürich, Basel oder Genf hielt die Blockrandbebauung Einzug. In vielen Kleinstädten hingegen blieb sie oft nur fragmentarisch ausgebildet: Statt vollständig geschlossener Blöcke entstanden dort halbseitige Strassenfassungen oder nur abschnittsweise gefasste Platzränder, die dennoch die Intention nach einer übergeordneten räumlichen Ordnung erahnen lassen und eine urbane Präsenz erzeugen. In Rheinfelden lässt sich diese Situation mit mehreren blockrandähnlichen Sequenzen an der Bahnhofstrasse 2 u. 17; am Kirchplatz 1; an der Roberstenstrasse (Bauinventarobjekt RHE938); an der Ecke Quellenstrasse / Belchenstrasse (Bauinventarobjekt RHE916) sowie im vorliegenden Fall am Stadtweg 5–11 besonders gut beobachten. Nachdem die Blockrandbebauung im 20. Jh. durch aufgelockerte Siedlungsformen, wie z. B. die Gartenstadt oder die Zeilenbauweise, in Frage gestellt wurde, wird sie in jüngerer Zeit im Städtebau neu rezipiert. Die Häuserzeile am Stadtweg 5–11 setzt sich aus vier Gebäuden zusammen und bildet eine verknappte Form einer Blockrandbebauung. Das Grundstück wurde 1897 von der gegenüberliegenden Tabakfabrik Fischer & Cie (Bauinventarobjekt RHE948) abparzelliert. Daraufhin entstanden die vier Häuser einzeln von 1897–1907 durch den Baumeister Christian Anz. Das Eckhaus Stadtweg 5 wurde 1897 errichtet und im Brandkataster folgendermassen beschrieben "Wohnhaus mit Treppenhausturm von Stein mit Eisenbalkenkeller". 1996 wurde an der rückwärtigen Ostfassade ein Wintergarten angebaut, der 2018 erneuert wurde [1]. |
| Beschreibung: | Die historistische Häuserzeile am Stadtweg 5–11 befindet sich südöstlich der Altstadt, am Fuss des Kapuzinerbergs gegenüber des Fabrikkomplexes, der zur Bauzeit der Häuser die Tabakfabrik Fischer & Cie., später die Hefefabrik Klipfel beherbergte (Bauinventarobjekt RHE948). Das Grundstück ist von Norden nach Süden leicht ansteigend, so dass das Eckhaus Stadtweg 11 höher liegt. Während die beiden mittleren Gebäude eher zurückhaltend und relativ einheitlich instrumentiert sind, setzen sich die beiden Eckbauten durch eine individuelle Gestaltung der Fassaden und die Wahl der Baumaterialien ab. Vor allem diese beiden letztgenannten Gebäude zeigen in typischer Weise die verschiedene Stile rezipierende Architektursprache der Zeit um 1900. Das Eckhaus Stadtweg 5 ist ein zweigeschossiger verputzter Massivbau, dessen Bauvolumen in zwei Quergiebelbauten und einen runden Treppenhausturm unter einem markanten Knickhelm an der Nordwestecke gegliedert ist. Die beiden Giebel sind mit einem Freigespärre und Zierschnitzereien im Schweizer Holzstil sowie Giebelaufsätzen in Form von kleinen Knickhelmen betont. Der Hauseingang befindet sich an der Westfassade zwischen dem Treppenhausturm und dem westlichen Risalit. Die Fenstergewände aus Kunststein sind geohrt und mit Rundbögen überfangen. In der Horizontalen sind die Fassaden durch schlichte Gesimse gegliedert. Im Gebäudeinnern haben sich Parkette, Türgewände und Türblätter sowie Kachel- und Zimmeröfen der Bauzeit erhalten. (Hausinneres gemäss Kurzinventar 1998.) |
| Anmerkungen: | [1] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch 1996, 2018. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 250. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0570 (1876–1898) Vers.-Nr. 655; CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 455, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch 1996, 2018. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142378 |
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