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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1898 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Weitere Teile der Baugruppe: | RHE946A-D |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Reihenhaus, Zeilenbebauung |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Historismus |
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Information on related materials |
| Würdigung: | Wohnhaus einer von 1897–1907 entstanden Blockrandbebauung am Stadtweg, an der verschiedene Eigentümerschaften und Baumeister beteiligt waren. Wie für Kleinstädte geradezu paradigmatisch, ist das Konzept der Blockrandbebauung, das sich im 19. Jahrhundert zum prägenden Element im Städtebau etabliert hatte, nur in einer verknappten Form, nämlich als Häuserzeile, ausgeführt worden. Die historistische Häuserzeile am Stadtweg setzt sich aus vier Gebäuden zusammen, wobei vor allem die Eckbauten mit ihrem eklektizistischem Bauschmuck auffallen und den Strassenraum prägen. Mit ihrer Lage gegenüber einem ehemaligen Industriequartier zeigt die Bebauung den Ansatz zum städtisch verdichteten Bauen. Insbesondere die Eckbauten weisen üppigen eklektizistischen Bauschmuck auf. Mit ihrem äusserlich guten Erhaltungszustand ist die Blockrandbebauung ein städtebaulicher, architekturhistorischer und baukünstlerischer Zeuge, der eine urbane Präsenz generiert. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Mit dem Wachstum der Grossstädte durch die Industrialisierung entstand der Bautypus des mehrgeschossigen Mietshauses in Form der Blockrandbebauung. Diese entwickelte sich im 19. Jh. zum prägenden Prinzip des mitteleuropäischen Städtebaus, bei dem geschlossene Gebäudezeilen mit Innenhöfen klare Strassenräume definierten. Das Erdgeschoss war meist für Ladengeschäfte vorgesehen; der Innenhof bot Platz für Lager- und Werkstatträume; in den gegenüber den anderen Geschossen meist etwas prunkvolleren ersten Obergeschossen (bel étage) sind Wohnungen für die wohl situierte Gesellschaft zu finden; den Abschluss bilden meist Plattformdächer oder Mansarddächer. Somit verband die Blockrandbebauung eine effiziente Parzellenstruktur sowie eine vielfältige Nutzung mit repräsentativen Fassaden zumeist mit historistischem Dekor und prägte Grossstädte wie Paris, Wien, Berlin. Auch in Schweizer Städten wie Zürich, Basel oder Genf hielt die Blockrandbebauung Einzug. In vielen Kleinstädten hingegen blieb sie oft nur fragmentarisch ausgebildet: Statt vollständig geschlossener Blöcke entstanden dort halbseitige Strassenfassungen oder nur abschnittsweise gefasste Platzränder, die dennoch die Intention nach einer übergeordneten räumlichen Ordnung erahnen lassen und eine urbane Präsenz erzeugen. In Rheinfelden lässt sich diese Situation mit mehreren blockrandähnlichen Sequenzen an der Bahnhofstrasse 2 u. 17; am Kirchplatz 1; an der Roberstenstrasse (Bauinventarobjekt RHE938); an der Ecke Quellenstrasse / Belchenstrasse (Bauinventarobjekt RHE916) sowie im vorliegenden Fall am Stadtweg 5–11 besonders gut beobachten. Nachdem die Blockrandbebauung im 20. Jh. durch aufgelockerte Siedlungsformen, wie z. B. die Gartenstadt oder die Zeilenbauweise, in Frage gestellt wurde, wird sie in jüngerer Zeit im Städtebau neu rezipiert. Die Häuserzeile am Stadtweg 5–11 setzt sich aus vier Gebäuden zusammen und bildet eine verknappte Form einer Blockrandbebauung. Das Grundstück wurde 1897 von der gegenüberliegenden Tabakfabrik Fischer & Cie (Bauinventarobjekt RHE948) abparzelliert. Daraufhin entstanden die vier Häuser einzeln von 1897–1907 durch den Baumeister Christian Anz. Das Wohnhaus Stadtweg 7 wurde 1898 errichtet und im Brandkataster beschrieben als "Wohnhaus & Anbau 3stöckig ohne Keller von Stein Holzcement & Schieferdach". 1988 wurden neben den Lukarnen an der westlichen Dachfläche im Zusammenhang mit dem Einbau von Badezimmern Dachfenster angebracht. 1994 fanden an der rückwärtigen Ostseite eine Fassadenrenovation und eine Balkonaufstockung im 3. Obergeschoss statt [1]. |
| Beschreibung: | Die historistische Häuserzeile am Stadtweg 5–11 befindet sich südöstlich der Altstadt, am Fuss des Kapuzinerbergs gegenüber des Fabrikkomplexes, der zur Bauzeit der Häuser die Tabakfabrik Fischer & Cie., später die Hefefabrik Klipfel beherbergte (Bauinventarobjekt RHE948). Das Grundstück ist von Norden nach Süden leicht ansteigend, so dass das Eckhaus Stadtweg 11 höher liegt. Während die beiden mittleren Gebäude eher zurückhaltend und relativ einheitlich instrumentiert sind, setzen sich die beiden Eckbauten durch eine individuelle Gestaltung der Fassaden und die Wahl der Baumaterialien ab. Vor allem diese beiden letztgenannten Gebäude zeigen in typischer Weise die verschiedene Stile rezipierende Architektursprache der Zeit um 1900. Das Wohnhaus Stadtweg 7 ist ein verputzter Massivbau unter einem sog. "Stuttgarter Dach", weshalb die strassenseitige Westfassade dreigeschossig, die rückwärtige Ostfassade viergeschossig in Erscheinung tritt. Das "Stuttgarter Dach" ist ein asymmetrisches Plattformdach, das aus einer schrägen Dachfläche mit darüber befindlichem Flachdach besteht. Das Flachdach besitzt lediglich eine leichte Neigung zur Entwässerung. Da es von der Strasse aus nicht sichtbar ist, wird ein Sattel- oder Mansarddach fingiert. Die Gebäuderückseite weist im Gegensatz zur repräsentativen Strassenfassade keine Dachschräge auf, sodass rückwärtig ein Vollgeschoss mehr besteht. Das "Stuttgarter Dach" kam im letzten Viertel des 19. Jh. auf. Durch den Verzicht auf einen unausgebauten Dachboden konnte die erlaubte Gebäudehöhe bestmöglich ausgenutzt werden. Wie beim gekappten Mansarddach wurde die schräge Dachfläche mit Schiefer eingedeckt, während man für das Flachdach Holzzement oder Blech verwendete. Die dreiachsige Strassenfassade des Wohnhauses Stadtweg 7 zeigt typisch historistischen Baudekor aus Kunststein. So schliessen die rechteckigen Fenstergewände der Obergeschosse gegen oben mit profilierten Verdachungen ab. Die Fenster des ersten Obergeschosses werden durch das Sohlbankgesims miteinander verbunden. Im zweiten Obergeschoss sind sie unter den Sohlbänken mit Zierkonsolen ausgestattet. Die Stichbogenfenster im Erdgeschoss weisen einen dekorativ akzentuierten Schlussstein und kassettierte Brüstungsfelder auf. Auf der südlichen Achse liegt der Hauseingang, der die bauzeitliche Holztür mit Ziergitter bewahrt. Die Dachschräge umfasst drei axialgesetzte Lukarnen. Wahrscheinlich war die Westfassade ursprünglich analog zu der des südlichen Nachbargebäudes Stadtweg 9 (Bauinventarobjekt RHE946C) gestaltet und im Erdgeschoss ebenfalls mit Bandrustika und Dreieckgiebeln über den Obergeschossfenstern ausgestattet. Die rückwärtige Fassade ist schlicht gehalten und umfasst drei Achsen an Rechteckfenstern. |
| Anmerkungen: | [1] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche von 1988, 1994. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 250. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0570 (1876–1898) Vers.-Nr. 666; CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 456, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche von 1988, 1994. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142436 |
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