| |
General information |
|
Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1899 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster, Inschrift (Fenstersturz, OG Mittelrisalit) |
|
Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Repräsentatives Wohnhaus, Villa |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Historismus |
|
Information on related materials |
| Autorschaft: | Julius Hess, Baumeister Rheinfelden |
| Würdigung: | 1899 vom Rheinfelder Baumeister Julius Hess für seinen eigenen Bedarf errichtete Villa "Vesta" im Stil des Späthistorismus. Der zweigeschossige, mit einem Pyramidendach bedeckte Sichtbacksteinbau reagiert mit repräsentativ gestalteten Fassaden auf den exponierten Standort im Zwickel zwischen Zürcherstrasse und Rosengässchen, in dem zuvor die Dreifaltigkeitskapelle gestanden hatte. Die Strassenseite ist zudem durch einen überhöhten, mit Zwillingsfenstern bestückten Mittelrisalit unter steilem Mansardwalmdach akzentuiert. Sorgfältige, mehrheitlich intakt erhaltene Innenausstattung mit Fischgrat- und Tafelparketten, Wandtäfer und Stuckplafonds. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Die Villa "Vesta" wurde gemäss Brandkataster 1899 vom Rheinfelder Baumeister Julius Hess für seinen eigenen Bedarf errichtet. Julius Hess führte in der Zeit um 1900 in Rheinfelden und in der Region mehrere Bauten, Umbauten und Renovationen aus, weshalb seinem Schaffen eine lokalhistorische Bedeutung zukommt. Seine eigenen Entwürfe sind stilistisch vom Späthistorismus geprägt [1]. Auf dem rückwärtigen Gelände der Villa "Vesta" hatte sich Hess bereits zuvor sein Baugeschäft eingerichtet, das 1906 von Baumeister Fritz Schär erworben wurde und 1928 an die Th. Bertschinger AG, Lenzburg, ging [2]. Die Villa gehörte gemäss Brandkataster ab 1913 dem Metzgermeister Adolf Rüsch und ab 1933 einem "Vicebraumeister" aus der Rheinfelder Familie Wüthrich-Bröchin. An nachträglichen baulichen Veränderungen fand 1990 ein Dachstockausbau (Nordfassade neu mit zweiachsiger Lukarne, die die Trauflinie durchbricht) statt und 2020 wurde ein Teil der Fenster durch Schallschutzfenster ersetzt [3]. |
| Beschreibung: | Die Villa "Vesta" befindet sich im Zwickel von Zürcherstrasse und Rosengässchen, im Bereich der kurz zuvor abgebrochenen Dreifaltigkeitskapelle. Seiner exponierten Lage entsprechend besitzt der zweigeschossige Sichtbacksteinbau drei annähend gleichwertige Fassaden. Lediglich die Südseite zeichnet sich durch einen um ein Geschoss überhöhten Mittelrisalit mit steilem Mansardwalmdach speziell aus. Wie das Pyramidendach über dem Hauptbaukörper ist dieses mit Schiefer eingedeckt. Ein wuchtiger Rustika-Granitsockel sowie umlaufende Gurtgesimse und Sohlbankgesimse setzen farbliche Akzente in der Horizontalen. Gleichfalls aus Travertin gearbeitet ist die gezahnte Eckquaderung und die durch Brüstungen optisch zusammengefassten, üppig instrumentierten Fensterpartien in historistischen Formen, welche die Vertikale betonen. Über dem Eingang zum ostseitig angelegten Treppenhausrisalit befindet sich eine schmale, rundbogige Nische, in welcher früher wohl eine Statue der Vesta, der römischen Göttin des häuslichen Herdes, stand. Die Westfassade bereichert eine Veranda mit verglasten Stichbogenöffnungen und steinernem Balustergeländer am darüber liegenden Balkon. Die aufwändige Gestaltung der Fassaden und die sorgfältig gewählte, mehrheitlich intakt erhaltene Innenausstattung mit Fischgrat- und Tafelparketten, Wandtäfer und Stuckdecken im Neorokokostil belegen die Funktion der Villa Vesta als Visitenkarte des entwerfenden und ausführenden Baumeister Julius Hess. |
| Anmerkungen: | [1] Zu Julius Hess siehe Hunziker, Hoegger 2011. S. 252; 257; 483; 487. Von Hess stammt beispielsweise auch das Wohnhaus an der Kaiserstrasse 29 (Bauinventarobjekt RHE914). [2] Rosengässchen 2, Villa Vesta (Ass. 431, P. 259). [3] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nrn. 110 (1990): 2020-063 (2020). |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 257. - Edith Hunziker, Parzellendossier, Rosengässchen 2, Villa Vesta (Ass. 431, P. 259), Archiv Kantonale Denkmalpflege Aargau. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 431, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nrn. 110 (1990): 2020-063 (2020). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
|
| |
URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142374 |
| |
Social Media |
| Share | |
| |