INV-RHE940 Carl-Güntert-Strasse 23, 1961-1962 (Dossier (Bauinventar))

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General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE940
Ref. code AP:RHE940
Title:Carl-Güntert-Strasse 23
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1/2
Bildlegende:Ansicht von Süden (2024)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Ortsteil / Weiler / Flurname:Roberstenquartier
Adresse:Carl-Güntert-Strasse 23
Versicherungs-Nr.:1421
Parzellen-Nr.:1644
Koordinate E:2627428
Koordinate N:1267751
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2627442.60,1267744.63&z=13&info=2627427.899693125,1267751.407790717,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1961 - 1962
Grundlage Datierung:Baugesuch; Literatur

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Profane Wohnbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Wohnhaus
Epoche / Baustil (Stufe 3):Nachkriegsmoderne

Information on related materials

Autorschaft:Silvio Fumasoli, Rheinfelden
Würdigung:Das 1962 vom Rheinfelder Architekt Silvio Fumasoli errichtete Wohnhaus ist ein aussagekräftiger Vertreter der Nachkriegsmoderne und in seiner auf die Konstruktion reduzierten Formensprache in Rheinfelden einzigartig. Der Stahlskelettbau besteht aus zwei kreuzförmig übereinander geschobenen Riegeln, die auf der Grundlage eines Rasters proportioniert und gegliedert sind. Baukörper und Aussenraum treten wechselseitig in Beziehung, indem einerseits der Aussenraum in klar definierte Zonen unterteilt wird und andererseits der Garten und die Umgebung Teil des Raumgefühls im Innern werden. Mit der modularen Bauweise und weitgehenden Auflösung der Fassade in Glas hat der Bau Vorbilder in der Architektur der Solothurner Schule um Fritz Haller und Max Schlup oder in Entwürfen Mies van der Rohes. Als lokal seltener Zeuge dieser Strömung kommt dem Bau architekturgeschichtliche Bedeutung zu.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Wohnhaus wurde 1962 vom Rheinfelder Architekt Silvio Fumasoli für Alfred und Anna Luss-Scheuermann errichtet [1].
1998 erfolgten Unterhaltsmassnahmen und eine wärmetechnische Sanierung. Diese umfassten am Äusseren den Ersatz der Holzfassadenelemente aus Douglasie, den Ersatz der Verglasungen mit Kippfenster durch Schiebefenster und teilweise neue Isoliergläser sowie eine Betonsanierung der Stirnfassaden. Dabei wurden die Wärmebrücken im Innern saniert, das Dach neu aufgebaut und ein Sonnenschutz auf dem Dach montiert. Im Innern wurden die Oberflächen erneuert und neue Bodenbeläge aus Schieferplatten und Parkett verlegt [2].
Beschreibung:Das Wohnhaus steht in einem erst spät überbauten Teil des Roberstenquartiers nordöstlich der Altstadt. Von der Carl-Güntert-Strasse führt eine Zufahrt geradeaus zum Autoabstellplatz, der in die Architektur integriert ist. Der Baukörper setzt sich aus zwei langen überkreuzten Riegeln zusammen, wodurch – wie für die 1960er-Jahre prägend – die Horizontale betont wird und andererseits interessante Ansichten und funktionale Aussenräume wie ein gedeckter Gartensitzplatz oder ein geschützter Eingangsbereich mit Vorfahrt geschaffen werden. Die einzelnen Riegel sind in Stahlskelettbauweise konstruiert und gliedern sich in je vier Module mit einer quadratischen Grundfläche von fünf auf fünf Metern. Die Decken und stirnseitigen Mauerscheiben sind in armiertem Ortbeton ausgeführt. Die vorfabrizierten Wandelemente sind in Abschnitte von 2.5 Metern Breite unterteilt, ebenso die Glasflächen. Der Baukörper ist so ausgerichtet, dass die Riegel im Süden den grössten Gartenbereich umschliessen und im Norden den kleinsten. Die nach Südwesten und Südosten ausgerichteten Längsfassaden sind durchgehend verglast, ebenso die Korridorseite eines Moduls nach Nordwesten. Alle anderen Flächen sind ganz oder bis auf ein Oberlicht mit Wandelementen geschlossen.
Die Innenräume sind vor allem von den durchgehenden Glasfronten geprägt, welche den Raum optisch über seine Grenzen hinausfliessen lassen. Im Erdgeschosstrakt findet man eine grösstenteils offene Raumstruktur mit der Abfolge Eingangshalle, Küche, Ess- und Wohnzimmer nach Südosten und einem Zimmer mit Bad/WC im Nordwesten. Im Obergeschosstrakt sind drei Schlafräume über einen zentralen Nasszellenbereich und einen schmalen Korridor erschlossen. Seit der Sanierung 1998 weisen die Räume keine historischen Oberflächen mehr auf. Ein Ausstattungselement, das sich nahezu identisch in den früheren Wohnhäusern des Architekten (Bauinventarobjekte RHE972 und RHE988) findet, ist jedoch erhalten: die aufs Wesentliche reduzierte Innentreppe mit einer Abschrankung aus Metallstäben.
Die Wirkung und Ästhetik des Baus leitet sich im Äusseren von der Konstruktion her, die rein funktional ist und auf den ursprünglich durchwegs auf Sicht belassenen Materialien Stahl, Beton, Glas und Holz beruht (Wandelemente und Betonscheiben heute farblich gefasst). Im Inneren ist es die einem Raster folgende, modulare Organisation der Innenräume, die Klarheit und Ruhe schafft. Durch die sowohl formal als auch materiell konsequente Gestaltung zählt das Wohnhaus zu den charakteristischen Bauzeugen der Nachkriegsmoderne.
Das Haus ist von einem naturnah gestalteten Garten umgeben, der einen reizvollen Kontrast zur streng konzipierten Architektur schafft.
Anmerkungen:[1] Freundlicher Hinweis von Corinne Spielmann, Grossnichte des Bauherrn.
[2] Baudokumentation 2000.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
Literatur:- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, hg. v. d. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, S. 170.
- S. Fumasoli, Wohnhaus A. Luss in Rheinfelden AG, in: Stahlbau-Bericht, hg. v. d. Schweizer Stahlbau-Vereinigung, 18. Jg., Juni 1963, S. 1–7.
Quellen:- Stadt Rheinfelden, Bauarchiv, Baugesuch Nr. 49 / 1961; Voranfrage Nr. 104 / 1998.
- Baudokumentation 2000: ARGE Michael Fischer, Daniel Schweizer, Erneuerungsunterhalt und wärmetechnische Sanierung, Baudokumentation, Basel, im Dezember 2000.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142372
 

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