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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1899 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Teil einer Baugruppe |
| Weitere Teile der Baugruppe: | RHE938A, RHE938B |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Reihenhaus, Zeilenbebauung |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Pasquale Corti, Bauunternehmer |
| Würdigung: | Beginn einer Blockrandbebauung, bestehend aus drei- und zweigeschossigen Mehrfamilienhäusern mit Stockwerkswohnungen in zeittypischer Baumeisterarchitektur, die 1899 und 1902 nach dem Bau des Kraftwerks und der Brücke in Erwartung zunehmender Nachfrage nach Unterkünften im Quartier errichtet wurden. Die in Rheinfelden nur an drei Orten ansatzweise realisierte Bauweise der Blockrandbebauung ist Ausdruck einer städtebaulichen Vision und Aufbruchstimmung um 1900. Charakteristisch dafür ist das ursprünglich – wie beim Wohn- und Gasthaus "Rheinlust" – mit Ladenlokalen konzipierte Erdgeschoss des Eckbaus an der Roberstenstrasse. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Der Bau des Kraftwerks und die Eisenbrücke als neue Verkehrsverbindung gaben zusammen mit der bereits angesiedelten Industrie den Impuls, weit ausserhalb des Stadtzentrums Pläne für die Stadtentwicklung zu realisieren. 1899 erstellte der Bauunternehmer Pasquale Corti drei Mehrfamilienhäuser, die er wie an einer zentrumsnahen Stadtlage winkelförmig am Rand der Parzelle anordnete. Die Häuser Roberstenstrasse 86 und Theodorshofweg 27 verkaufte er 1904 an Franz Zehnder- Volkart, das Haus Roberstenstrasse 84 behielt er [1]. Das Erdgeschoss dieses längs zur Strasse stehenden Gebäudes war als Ladenzone konzipiert mit Schaufenstern und zwei Eingängen. Bis ca. 1970 befand sich darin ein Coop-Laden, später ein Kinderhort. 1902 fügte Jakob Flückiger ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus an. Im Innenhof liessen beide Bauherren je ein Waschhaus errichten (Vers.-Nr. 395A und B). Als die benachbarte Saline Rheinfelden während des Kriegs 1942 zugunsten der Saline Riburg-Schwörstadt den Betrieb einstellte, blieben die ungenutzten Gebäude stehen und wurden ab den 1950er-Jahren von Georges Chiarello als Lokal zur Strumpffabrikation genutzt [2]. Die Wohnhäuser der Blockrandbebauung sowie den Theodorshof wurden von der Firma Chiarello später dazu erworben. Im zweiten und dritten Obergeschoss des Hauses Theodorshofweg 27 wurden 1976 Büroräumlichkeiten und ein Ausstellungsraum der Firma eingerichtet. Der Zugang, der vom Theodorshofweg über eine Passerelle aus Stahl direkt ins zweite Obergeschoss erfolgte, wurde 1992 anlässlich einer Renovation der Häuser wieder abgebrochen [3]. |
| Beschreibung: | Die weit ausserhalb des Stadtzentrums liegende L-förmige Blockrandbebauung aus der Zeit um 1900 zeichnet sich durch eine zeittypische Baumeisterarchitektur aus, wobei die der Strasse zugewandten Fassaden deutlich reicher gestaltet sind als die nur vom Innenhof her einsehbaren Rückseiten. Der Keller gewährt einen Blick auf die noch unter Verwendung von Bruchsteinen errichteten Mauern. Das quer zum strassenseitigen Eckbau Roberstenstrasse 84 errichtete lange Wohnhaus Roberstenstrasse 86 / Theodorshofweg 27 zeigt eine schlichtere Fassadengestaltung als dieses. Das Gebäude setzt sich aus zwei gespiegelten Hausteilen mit je eigener Erschliessung zusammen. Auf eine etappierte Bauweise lassen die unterschiedlichen Bodenniveaus der miteinander verbundenen Keller schliessen. Nur die Nordfassade zeigt eine architektonische Gliederung und Akzentuierung mit Bauschmuck. Sie ist durch Eckrisalite unter Zwerchgiebeln mit Fluggespärren und Hängesäulen bewegt. Die vertikale Gliederung erfolgt durch gefugte und gerahmte Lisenen, mit welchen die profilierten Gurtgesimse verkröpft sind. Die in sechs Achsen angeordneten Fenster zeigen rechteckige, mit kantigen Sohlbänken und teilweise Diamantschnitt-Schlusssteinen versehene Gewände. Die mittleren Fenster der obersten Reihe und diejenigen in den Giebelfeldern sind durch Entlastungsbögen hervorgehoben. Die Treppenhäuser springen rückseitig als Risalite mit ehemals beidseitig angeordneten Toiletten vor. Die Eingänge bewahren die bauzeitlichen Türblätter mit überschobenen Füllungen und geschmiedeten Fenstergittern. Im Innern haben sich die Treppen (Stufen verkleidet) mit gedrechseltem Antrittspfosten und Staketen erhalten, ebenso teilweise die kassettierten Füllungstüren zu den ehemaligen Toiletten auf den Zwischenpodesten und zu den Zimmern in den Wohnungen. |
| Anmerkungen: | [1] Angaben zur Bauherrschaft gemäss Brandkataster. [2] Zur Firmengeschichte der Georges Chiarello AG: https://www.chiarello.ch/firmengeschichte/, aberufen: am 15.11.2025. [3] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nr. 45 / 1976; Nr. 74 / 1992. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0570 (1876–1898) 685, 686, CA.0001/0571–0573 (1899–1938) 383, 384, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nr. 45 / 1976; Nr. 74 / 1992. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142434 |
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