INV-RHE935 Zwei Solebohrtürme Neumatt, 1958 (ca.) (Dossier (Bauinventar))

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General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE935
Ref. code AP:RHE935
Title:Zwei Solebohrtürme Neumatt
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Bildlegende:Ansicht von Südwesten (2023)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Ortsteil / Weiler / Flurname:Neumatt
Adresse:Augasse
Versicherungs-Nr.:1125, 1098
Parzellen-Nr.:1483
Koordinate E:2629012
Koordinate N:1268976
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2629013.92,1268961.57&z=13&info=2629012.0246481947,1268976.5845761846,1

Accessions characteristics

Creation date(s):approx. 1958
Grundlage Datierung:Literatur
Nutzungen:stillgelegt

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Baugruppe
Nutzung (Stufe 1):Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Salzbohrturm

Information on related materials

Würdigung:Zwei historische Salzbohrtürme, die an die Soleförderung durch die Saline Riburg in der Neumatt erinnern. In der ab den späten 1950er-Jahren als zweites Solfeld der Saline Riburg für die Salzgewinnung erschlossenen Neumatt wird heute keine Sole mehr gefördert. Über den stillgelegten Produktionsbohrungen haben sich die typischen, in traditioneller Holzbauweise errichteten Zweckbauten, bestehend aus einem einfachen Bohrhaus und dem Bohrturm – eigentlich ein holzverschalter Kranbock für die Bohrvorrichtung – erhalten. Die serielle Aufstellung ist ein charakteristisches, produktionsbedingtes Merkmal dieses technikgeschichtlichen Baudenkmals und ein landschaftsprägendes Element.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Von der Gründung der Saline Riburg 1848 bis 1978 wurde die Sole aus neun rund um das Werksareal verteilten Bohrungen gewonnen. Ab den späten 1950er-Jahren wurden nach erfolgreichen Sondierbohrungen neue Solfelder im nördlich angrenzenden Gebiet der Neumatt und im weiter südlich und östlich gelegenen Gebiet Neuland-Bäumlihof erschlossen. In der Neumatt wurden in der Folge bis Ende der 1980er-Jahre insgesamt rund 30 Produktionsbohrungen abgeteuft. Von den vier bestehenden Solfeldern der Saline Riburg sind heute nur noch diejenigen in den Gebieten Neuland und Bäumlihof in Betrieb, während die Produktion bei der Saline und in der Neumatt eingestellt wurde. Die Kavernen, die im Verlaufe der Jahre durch das Auslaugen des Steinsalzes eine Höhe von bis zu vierzig Metern erreichen können, sind am Ende ihrer Lebensdauer angelangt. Um die Versorgung mit Salz sicherzustellen, hat der Kanton Aargau der Schweizer Salinen AG eine Konzessionsverlängerung bis 2075 erteilt. Davon ausgehend ist die etappierte Erschliessung neuer Solfelder weiter östlich und südlich auf den Gemeindegebieten von Möhlin, Wallbach und Zeiningen geplant [1].
Die Salzgewinnung erfolgt in Riburg wie an den anderen beiden Standorten der Schweizer Salinen, Schweizerhalle und Bex VD, im Siedesalz-Verfahren. Dazu wird das in Salzsteinschichten lagernde Salz in einer Tiefe von 200 Metern mittels zugeführtem Wasser ausgelaugt und die konzentrierte Salzlösung aus der sich ständig vergrössernden Kaverne gepumpt. Früher wurde die Sole anschliessend in grossen Pfannen eingekocht und zur Kristallisation gebracht, woher sich die Bezeichnung "Koch- oder Siedesalz" ableitet. Heute fliesst sie von den Sammeltanks der Solfelder in Pipelines zu den Verdampferanlagen [2].
Beschreibung:Die beiden annähernd gleich errichteten Solebohrtürme der Neumatt sind entlang des Feldwegs aufgereiht. Die schlichten Holzbauten bestehen jeweils aus einem kleinen länglichen Bohrhaus und einem stirnseitig angebauten, sich nach oben verjüngenden Bohrturm, beide mit Satteldach. Das ganze Bohrhaus ist vertikal mit Brettern verschalt und mit Fenstern versehen; der Eingang befindet sich jeweils am Turm. Das Haus diente als geschützter Arbeitsbereich, der Turm als Kranbock für den Ein- und Ausbau des Bohrgestänges und der Schutzverrohrung. Nach Beendigung der Bohrarbeiten wurde der Kranbock zum Einbau und zum Unterhalt der Solepumpe benötigt. Die Höhe des Bohrturmes ist weitgehend durch die Länge der einzelnen Stahlrohrstücke bestimmt, aus denen der Bohrstrang zusammengeschraubt wurde.
Anmerkungen:[1] Koch+Partner 2024, S. 10, 14–15, 18; Zur Salzgewinnung: https://www.saline.ch/blog/kontrolliert-und-sicher-salz-gewinnen/, abgerufen am 10.12.2025.
[2] https://www.salz.ch/de/salzwissen/salzgewinnung, abgerufen am 10.12.2025.
Literatur:- Koch+Partner, Salz 2025+, Teilprojekt Solfelder Kanton Aargau, Projektbeschrieb Salzabbau "Nordfeld" vom 11.10.2024, Rheinfelden 2024.
- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 246. – Dr. C. Disler, 100 Jahre Saline Riburg 1848–1948 und ihre aargauischen Schwestersalinen Kaiseraugst 1843–1846 und 1865–1909, Rheinfelden 1844–1942. Gedenkschrift, Rheinfelden 1948.
- Paul Zaugg, Aus der Geschichte der Salz-Gewinnung in Zurzach, Zurzach 1989.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142367
 

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