INV-RHE934 Drei Solebohrtürme Saline Riburg, 1908-1918 (Dossier (Bauinventar))

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General information

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Ref. code:INV-RHE934
Ref. code AP:RHE934
Title:Drei Solebohrtürme Saline Riburg
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Bildlegende:Bohrtürme Nr. 7 und Nr. 8 von Südwesten (2024)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Bei der Saline Riburg
Versicherungs-Nr.:797, 796, 2895
Parzellen-Nr.:775
Koordinate E:2629391
Koordinate N:1268560
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2629417.30,1268538.22&z=13&info=2629390.9994705645,1268560.046583639,1

Accessions characteristics

Creation date(s):between 1908 and 1918
Grundlage Datierung:Baugesuch; Literatur
Nutzungen:Bohrhaus Vers.-Nr. 797 als Museum eingerichtet

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Baugruppe
Nutzung (Stufe 1):Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Salzbohrturm

Information on related materials

Würdigung:Drei historische Solebohrtürme, die am nördlichen Rand des Areals der Saline Riburg ein weithin sichtbares Ensemble bilden. Die schlichten Holzbauten, die sich aus einem Bohrhaus und einem stirnseitig oder mittig stehenden Bohrturm zusammensetzen, stammen aus der ersten Ausbauetappe der Saline Riburg, bevor neue, weiter weg gelegene Solfelder erschlossen wurden. Die beiden Bohrhäuser Nr. 7 und Nr. 8 von 1918 stehen über den entsprechenden stillgelegten Produktionsbohrungen, das Bohrhaus Nr. 6 von 1908 wurde an den heutigen Standort versetzt. Bohrhaus Nr. 7 ist als technikgeschichtliches Museum mit Bohrgeräten und einer funktionstüchtigen Förderpumpe eingerichtet und dient zusammen mit weiteren Ausstellungselementen vor Ort der Anschauung.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Von der Gründung der Saline Riburg 1848 bis 1978 wurde die Sole aus neun rund um das Werksareal verteilten Produktionsbohrungen gewonnen, erst ab den späten 1950er-Jahren wurden die weiter weg gelegenen Solfelder in der Neumatt und in den Gebieten Neuland und Bäumlihof erschlossen [1]. Der Bohrturm Vers.-Nr. 2895 wurde 1908 für die Bohrung Nr. 6 erbaut und stand nach seiner Stilllegung einige Zeit im Kurpark. Die Bohrtürme Vers.-Nr. 797 und 796 stammen von 1918. Sie gingen 1920 in Betrieb und sind seit der Stilllegung 1963 Teil einer technikgeschichtlichen Ausstellung auf dem Gelände der Saline [2].
Die Salzgewinnung erfolgt in Riburg wie an den anderen beiden Standorten der Schweizer Salinen, Schweizerhalle und Bex VD, im Siedesalz-Verfahren. Dazu wird das in Salzsteinschichten lagernde Salz in einer Tiefe von 200 Metern mittels zugeführtem Wasser ausgelaugt und die konzentrierte Salzlösung aus der sich ständig vergrössernden Kaverne gepumpt. Früher wurde die Sole anschliessend in grossen Pfannen eingekocht und zur Kristallisation gebracht, woher sich die Bezeichnung "Koch- oder Siedesalz" ableitet. Heute fliesst sie von den Sammeltanks der Solfelder in Pipelines zu den Verdampferanlagen [3].
Beschreibung:Die in Holz konstruierten Bohrtürme bestehen jeweils aus einem kleinen länglichen Bohrhaus und einem stirnseitig oder mittig angebauten, sich nach oben verjüngenden Bohrturm, beide mit Satteldach. Das ganze Gebäude ist vertikal mit Brettern verschalt und mit Fenstern versehen; der Eingang befindet sich am Bohrhaus (Nr. 7 und Nr. 8) oder am Turm (Nr. 6). Die beiden Solebohrtürme Nr. 7 und Nr. 8 wurden vermutlich beide nach dem gleichen Bauplan errichtet [4]. Das Haus diente als geschützter Arbeitsbereich, der Turm als Kranbock für den Ein- und Ausbau des Bohrgestänges und der Schutzverrohrung. Nach Beendigung der Bohrarbeiten wurde der Kranbock zum Einbau und zum Unterhalt der Solepumpe benötigt. Die Höhe des Bohrturmes ist weitgehend durch die Länge der einzelnen Stahlrohrstücke bestimmt, aus denen der Bohrstrang zusammengeschraubt wurde.
Anmerkungen:[1] Koch+Partner 2024, S. 10.
[2] Angaben gemäss Kurzinventar 1998, Baugesuch Nr. 010 (1918) und Infotafel vor dem Bohrhaus Nr. 7.
[3] Zur Salzgewinnung: https://www.saline.ch/blog/kontrolliert-und-sicher-salz-gewinnen/, abgerufen am 10.12.2025.
[4] Zu Bohrhaus Nr. 7, Vers.-Nr. 797: Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 10 (1918).
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), Einzelelement, Erhaltungsziel A (ehem. im Stadtpark).
Literatur:- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, hg. v. d. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, S. 169 (ehem. im Stadtpark).
- Koch+Partner, Salz 2025+, Teilprojekt Solfelder Kanton Aargau, Projektbeschrieb Salzabbau "Nordfeld" vom 11.10.2024, Rheinfelden 2024.
- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 246.
- Dr. C. Disler, 100 Jahre Saline Riburg 1848–1948 und ihre aargauischen Schwestersalinen Kaiseraugst 1843–1846 und 1865–1909, Rheinfelden 1844–1942. Gedenkschrift, Rheinfelden 1948.
- Paul Zaugg, Aus der Geschichte der Salz-Gewinnung in Zurzach, Zurzach 1989.
Quellen:- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 10 (1918).
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142366
 

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