INV-RHE936A Querbau des Grand Hôtel des Salines, 1888-1889 (Dossier (Bauinventar))

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General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE936A
Ref. code AP:RHE936A
Title:Querbau des Grand Hôtel des Salines
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Bildlegende:Ansicht von Süden (2024)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Roberstenstrasse 33.2
Versicherungs-Nr.:361
Parzellen-Nr.:2283
Koordinate E:2627098
Koordinate N:1267540
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2627096.13,1267522.39&z=13&info=2627097.987109599,1267540.1344183907,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1888 - 1889
Grundlage Datierung:Literatur
Nutzungen:Klinik, Ärztehaus

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Teil einer Baugruppe
Weitere Teile der Baugruppe:RHE936B
Nutzung (Stufe 1):Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Hotel, Badhotel, Kurhaus
Epoche / Baustil (Stufe 3):Spätklassizismus

Information on related materials

Autorschaft:Robert Moser
Würdigung:Das ehemalige Grand Hôtel des Salines au Parc ist als einstiges international bekanntes Luxushotel und gesellschaftlicher Mittelpunkt des Sole-Kurbetriebs um 1900 für die Wirtschaftsgeschichte der Stadt Rheinfelden von grosser Bedeutung. Die aus einem 1847 errichteten kleinen Solbadbetrieb hervorgegangene Anlage setzt sich aus mehreren entlang des Rheinufers aufgereihten Gebäuden des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts zusammen. Im Äusseren weitgehend unverändert erhalten ist der westliche Teil des Ensembles, bestehend aus dem durch einen Umbau von 1888/89 im spätklassizistischen Stil geprägten Querbau und dem vom Architekturbüro Curjel & Moser projektierten historistischen Westbau von 1996/97. Der gegenüber dem Westbau mit der markanten Doppelturmfassade zurücktretende ältere Querbau verleiht der stadtseitigen Ansicht des ehemaligen Grand Hôtel als platzdefinierender Baukörper Tiefe.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Seinen Ursprung hat das ehemalige Grand Hôtel des Salines in einem einfachen Badehaus mit Gastwirtschaft, das 1833 von Seraphim Nussbaumer an dieser Stelle errichtet und wenig später mit einer quer dazu erstellten Scheune ergänzt wurde [1]. Nach der Entdeckung der Salzvorkommen und der Gründung der Saline Rheinfelden erwirkte der damalige Eigentümer Heinrich Wilhelm Dressler 1847 eine Solebad-Konzession und baute den Betrieb aus. Später gelangten die Gebäude in den Besitz von Heinrich von Struve aus Texas, der 1862 an der idyllischen Lage am Rheinufer ein erstes Hotel mit Solebad eröffnete. Dazu liess er die flussparallele Badewirtschaft und das quer dazu stehende Ökonomiegebäude verlängern, aufstocken und mit Gästezimmern ausstatten. In der Gartenanlage südlich davon entstanden ebenfalls in den 1860er-Jahren das Chalet Friedau und die Villa Flora als Dépendancen (beide 1929 abgebrochen). Dank Werbung und ergänzenden Unterhaltungsangeboten wie Konzerte, Tennis, Kegeln und Croquetspiel entwickelte sich der Betrieb des geschäftstüchtigen von Struve bald zu einem beliebten Erholungs- und Ferienort für die noble Gesellschaft aus dem In- und Ausland. 1877 ging von Struve, der durch den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, Konkurs. Die Liegenschaften wurden 1881 von Josef Viktor Dietschy, dem Wirt des Hotels Krone, erworben, der daraufhin die Altbauten renovieren und durch einen flach gedeckten Neubau mit Badezimmern, Abtritten und Veranda ergänzen liess. Bereits 1882 erfolgte die Wiedereröffnung des Betriebs unter dem Namen "Rhein-Soolbad Hotel des Salines". 1888/89 beauftragte Dietschy Robert Moser aus Baden, der bereits den Neubau mit den Bädern erstellt hatte, mit dem Umbau und der Aufstockung des Querbaus. Dank steigender Gästefrequenzen konnte Dietschy die Anlage nach 1891 schrittweise ausbauen: Wiederum nach Plänen von Robert Moser entstand weiter östlich im Park parallel zum Rhein die Villa Concordia als dreigeschossiger Sichtbacksteinbau mit Mansarddach. Für die nachfolgenden Neubauten zeichneten Curjel & Moser verantwortlich: Das Architekturbüro, das von Robert Mosers Sohn Karl Moser mitbegründet worden war, erstellte im selben Jahr einen Verbindungsbau zwischen der Villa Concordia und den Altbauten. Dieser enthielt einen Speisesaal und verschiedene Gesellschaftsräume wie Billiard- und Lesezimmer, einen Musiksaal und ein Kinderspielzimmer. Das Badehaus wurde 1894 erweitert (1956 abgebrochen).
1896/97 liess Dietschy anstelle des alten Badehauses durch Curjel & Moser einen dreigeschossigen Neubau (Westbau) mit Speisesaal, Restaurant, Rheinterrasse und Gästezimmern mit Balkonen erstellen. Durch den gezielten Erwerb von Grundstücken gelang es Dietschy, den Park fortlaufend zu vergrössern, die Villa Francke 1896 in Besitz zu bringen und östlich des Hotels die Niederlassung eines Industrieunternehmens zu verhindern. Weitere Ergänzungsbauten folgten 1907 und 1912 östlich an die Villa Concordia. Als Innovation erhielten die Hotelzimmer nun private Bäder. Luxuriös war auch der Ausbaustandard mit elektrischer Beleuchtung in allen Räumen. Der 1868 als Allee angelegte Rheinquai zwischen der Altstadt und dem Hotel wurde 1910 ausgebaut. Zum Zeitpunkt der Eröffnung der Kurbrunnenanlage 1923 auf der anderen Seite der Altstadt waren im Grand Hôtel des Salines au Parc über zweihundert Hotelzimmer verfügbar.
Obwohl sich der Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erholte, wurde er von Dietschys Nachkommen bis 1963 weitergeführt. Neuen Schwung brachte die Eröffnung des Kurzentrums mit dem Solehallenschwimmbad (Architekten Glaus, Allemann & Partner) und dem angegliedertem Therapie- und Diagnostikbereich ab 1974, das 1979 durch ein Freibad ergänzt und Ende der 1990er-Jahre zur Wellness-Welt "sole uno" umgestaltet wurde.
2008 wurde der renovierte östliche Teil der Anlage zusammen mit einem neuen Verbindungstrakt als Parkhotel am Rhein mit Rehaklinik und Seniorenresidenz eröffnet. Der westliche Teil, bestehend aus Quer- und Westbau, dient seit 2012 nach einem tiefgreifenden Umbau, bei dem nur die Hülle der Gebäude erhalten blieb, als Klinik des Gesundheitszentrums Fricktal.
Beschreibung:Das östlich der Stadt gelegene ehemalige "Grand Hôtel des Salines au Parc" befindet sich an reizvoller Lage am Rheinufer, umgeben von einer weitläufigen Parkanlage, die der Bevölkerung der Stadt zur Erholung dient. Die beiden südwestlichen, im Äusseren weitgehend erhaltenen Gebäude, der Westbau von 1896/97 und der Querbau von 1888/89, prägen die der Stadt zugewandte Ansicht des Komplexes. Aufgrund der orthogonalen Stellung zueinander bilden sie einen gemeinsamen Vorplatz und werden als Ensemble wahrgenommen.
Der spätklassizistische Querbau von 1882/88 ist als dreigeschossige Dreiflügelanlage mit Innenhofterrasse konzipiert, die heute durch einen neuen Einbau ersetzt ist. Das Erdgeschoss ist durch einen Fugenstrich als Sockelzone ausgezeichnet. Zwei kantige Gurtgesimse über dem Erdgeschoss und dem zweiten Obergeschoss gliedern den Bau horizontal und ein Zahnschnittfries schliesst die Fassade nach oben ab. Gezahnte Eckquaderungen fassen den Baukörper ein und analog gestaltete Ecklisenen an den Schmalseiten gliedern ihn vertikal. Die hochrechteckigen Fenster – auf der vorderen Längsseite sechs und schmalseitig fünf – sind streng achsensymmetrisch gesetzt. Sie sind mit zeittypischen Blockgesimsen und Ladenfalz wohl aus Muschelkalk gefertigt, im Erdgeschoss mit horizontalen Verdachungen und im ersten Obergeschoss mit Dreieckgiebeln ausgezeichnet. Die Brüstungsfelder im Erdgeschoss sind durch Diamantschnitt hervorgehoben. Der aus der Mitte verschobene Eingang an der nach Südwesten ausgerichteten Hauptfassade besitzt ein für die Zeitstellung typisches, fein abgetrepptes Gewände und ein aus der Zeit um 1900 stammendes (oder rekonstruiertes) Türblatt. Ein schlichterer Hintereingang befindet sich rückseitig im südlichen Flügel. Das Fenster über dem Haupteingang ist mit einem Balkon auf Eisenkonsolen ausgestattet, der zugleich als Vordach dient. Gleichartige Balkone bestehen beidseits davon am zweiten Obergeschoss. Auf dem schwach geneigten Walmdach sitzen regelmässig angeordnete Dachlukarnen, die in die sorgfältige Gliederung der Fassaden einbezogen sind. Das Innere ist vollständig modernisiert. Erhalten geblieben ist einzig der Bodenbelag im Eingangsbereich aus ornamentierten Feinsteinzeugfliesen.
Anmerkungen:[1] Baugeschichte nach Kurzinventar 1998 und Hunziker, Hoegger 2010, S. 261-264.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), Einzelelement, Erhaltungsziel A.
- ICOMOS Liste historischer Gärten und Anlagen der Schweiz, Kanton Aargau, Rheinfelden 4258-05.
Literatur:- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, hg. v. d. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, S. 169/170.
- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 261-264.
Quellen:- Kantonale Denkmalpflege Aargau, Fotoarchiv.
- Fricktaler Museum, FM 0637, o. Sign.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142368
 

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