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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1913 - 1914 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster; Literatur |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Repräsentatives Wohnhaus, Villa |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Heinrich A. Liebetrau |
| Würdigung: | Die unmittelbar am Magdenerbach vor dem Storchennestturm gelegene Villa wurde 1913/14 in einer ehemals zum Hotel Krone gehörenden Parkanlage für den Arzt Karl Grawehr errichtet. Sie ist ein Frühwerk des Rheinfelder Architekten Heinrich A. Liebetrau und als wohl repräsentativste der von ihm projektierten Villen zugleich eines seiner Hauptwerke. Mit dem kompakten Baukörper und dem mächtigen geknickten Walmdach nimmt der Heimatstilbau eine Ausprägung der 1920er-Jahre vorweg, die sich vom Typus des barocken bernischen Landsitzes ableitete. Durch Originalität besticht insbesondere die Nord- und Hauptfassade, deren Mittelachse durch einen geschweiften Portalvorbau mit Doppeleingang, Rundbogenfenster und einen Rundgiebel akzentuiert wird. Aufgrund der ursprünglichen Doppelnutzung als Wohnhaus und Arztpraxis weist das Haus einen interessanten Grundriss auf. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Der für die Villa überlieferte Name "Auf der Schanz" verweist auf die Befestigungsanlagen, die sich ehemals vor den Stadtmauern befanden. Im späten 19. Jh. gehörte das Grundstück der Villa noch zum Park des Hotels Krone [1]. Die Villa wurde 1913-14 für Dr. med. Karl Grawehr, den Grossvater der heutigen Eigentümerin, errichtet. Als Architekt zeichnete Heinrich A. Liebetrau verantwortlich, der sich unmittelbar davor in Rheinfelden selbständig gemacht hatte. Liebetrau war zuvor beim renommierten Architekturbüro Curjel & Moser in Karlsruhe tätig gewesen, für das er 1908–11 in Rheinfelden die Leitung des Rathausumbaus übernahm. 1976 erfolgte der Ausbau des Dachgeschosses. Spätere Um- und Anbaupläne wurden nicht ausgeführt. |
| Beschreibung: | Die östlich der Altstadt inmitten eines Gartens stehende Villa ist mit ihrer Schauseite nach Norden auf die Hermann-Keller-Strasse ausgerichtet, die vom Storchennestturm her um das Grundstück der Villa herumgeführt ist und südlich der Römisch-katholischen Kirche und der Villa Sommerau in die Salinenstrasse mündet. Der Garten, der heute verwaldet ist, ist von einem schlichten Eisenzaun auf steinernem Sockel umgeben. Von den steinernen Pfosten mit Kapitellabschluss, welche die Tore flankieren, bewahrt einer noch die Vasenbekrönung. Der stattliche zweigeschossige Baukörper trägt ein hohes geknicktes Walmdach, das mit Biberschwanzziegeln gedeckt ist und über dem First von zwei symmetrisch angeordneten Kaminen bekrönt wird. Über der Nordfassade wölbt sich ein wuchtiger Rundgiebel mit Walmdach und Vasenbekrönung, ostseitig besteht eine Fledermausgaube, und die Mitte der Walme nach Westen und Süden besetzt je eine Walmdachgaube. Die Fassaden sind mit einem zeittypischen Kellenwurf verputzt und – wie für den Reform- und Heimatstil ebenfalls charakteristisch – nach allen Seiten entsprechend den dahinter liegenden Räumen unterschiedlich gestaltet. Die als Schauseite besonders aufwendig gestaltete Nordfassade ist symmetrisch gegliedert. Die Mitte beherrscht ein monumentaler Portalvorbau mit zwei Eingängen unter Rundbogen, die von beiden Seiten über Freitreppen zu erreichen sind. Darüber ist ein Allianzwappen in den Verputz modelliert. Flankiert werden die Eingänge von zwei kleinen Fenstern mit barockisierenden Schmiedeeisengittern. Der Vorbau leitet mit blechverkleideten Schweifen zur darüberliegenden Terrasse über, die von der mittleren der drei grossen Rundbogenöffnungen zugänglich ist. Seitlich sind zwei kleinere Fensteröffnungen eingelassen, die mit ornamentierten Sprossen geschmückt sind. Die dem Garten zugewandte Südfassade zeigt mit gekuppelten Rechteckfenstern ebenfalls eine Betonung der Mittelachse. Der südöstlichen Ecke ist ein Verandaanbau mit grossen Rundbogenfenstern und seitlich vorgelagerter Terrasse angefügt, von dem eine Treppe in den Garten führt. Die Ostfassade ist mit paarweise angeordneten Rechteckfenstern rhythmisiert. In der Nordostecke befindet sich ein Hintereingang ins Office. Die Ostfassade gliedern drei regelmässig verteilte Fensterachsen, deren mittlere im Erdgeschoss einen Erker mit drei Fenstern, polygonalen Säulen, Traufgesims mit Zahnfries und gedrungener Kupferhaube besitzt. Die schlichten, scharrierten Gewände der Fenster zeichnen sich durch wulstige Gesimse aus. Am ganzen Haus sind die originalen Türblätter, Fensterrahmen sowie hölzernen Roll- und Klappläden erhalten. Durch den rechten Hauseingang gelangt man in die ehemalige Arztpraxis im westlichen Hausteil mit hintereinander angeordnetem WC, Wartezimmer, Operationszimmer und Studierzimmer. Der linke Hauseingang öffnet auf den in der Hausmitte angelegten Vorplatz und das Treppenhaus der Wohnung sowie geradeaus auf den Salon. Im östlichen Hausteil sind hintereinander die Küche, das Office, das Esszimmer und die Veranda angelegt. Über die Treppe mit halbrundem Richtungswechsel gelangt man ins Obergeschoss, wo sich zur nordseitigen Terrasse hin eine grosszügige Wohndiele befindet. Neben mehreren Schlafzimmern sind hier ein weiteres Wohnzimmer sowie ein Flickzimmer und das Bad mit Toilette eingerichtet. Historische Aufnahmen lassen auf eine qualitätvolle Innenausstattung mit sorgfältigen Ausbauten in Holz schliessen. Im geräumigen Keller befand sich gemäss Plan neben den geläufigen Räumen für die Lagerung, Heizung und die Wäsche auch eine Dunkelkammer. Inneres nicht gesehen. |
| Anmerkungen: | [1] SBK 1920, S. 100. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 258. - Marcel Hauri, Streifzug durch das Robersten-Quartier, in: Rheinfelder Neujahrsblätter 2015, S. 89-90. - SBK 1920: E. B., Bauten, ausgeführt von Architekt Heinrich A. Liebetrau, Rheinfelden, in: Die Schweizerische Baukunst 1920, S. 99-112, insbes. S. 100. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 760, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 12 / 1976. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142362 |
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