INV-RHE914 Kaiserstrasse 29, 1901 (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context

 

General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE914
Ref. code AP:RHE914
Title:Kaiserstrasse 29
Preview:
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Bildlegende:Ansicht von Nordosten (2023)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Ortsteil / Weiler / Flurname:Kaiserstrasse
Adresse:Kaiserstrasse 29
Versicherungs-Nr.:507
Parzellen-Nr.:77
Koordinate E:2626330
Koordinate N:1266829
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626352.33,1266825.27&z=13&info=2626330.1071043164,1266829.165436494,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1901
Grundlage Datierung:Brandkataster

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Profane Wohnbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Repräsentatives Wohnhaus, Villa
Epoche / Baustil (Stufe 3):Historismus

Information on related materials

Autorschaft:Julius Hess, Rheinfelden
Würdigung:Repräsentatives Wohnhaus, das 1901 vom Rheinfelder Baumeister Julius Hess errichtet wurde. Stilistisch ist es mit der Verwendung von gelbem und rotem Backstein, den mit Vor- und Rücksprüngen abwechslungsreich gestalteten Fassaden, den gotisierenden Fenstergewänden sowie dem vom englischen Landhausstil übernommenem rustikal anmutenden Zierfachwerk dem Späthistorismus zuzuordnen, für den die Kleinvilla ein aussagekräftiges und baukünstlerisch qualitätvolles Zeugnis darstellt. Im Innern sind Teile der ursprünglichen Ausstattung wie Terrazzoböden, Gusseisenheizkörper, das Treppenhaus, Parkette und Stuckdecken erhalten geblieben. Mit seiner Lage unmittelbar an der Kaiserstrasse prägt das Gebäude den Strassenraum und bildet mit den anderen um 1900 entstandenen Bauten auf der Südseite der Kaiserstrasse ein städtebaulich wertvolles Ensemble.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Wohnhaus wurde gemäss Brandkataster 1901 vom Rheinfelder Baumeister Julius Hess nach eigenen Plänen errichtet und kurz nach dem vollständigen Ausbau im Jahr danach an den Amtsrevisor Hans Heuberger verkauft. Julius Hess führte in der Zeit um 1900 in Rheinfelden und in der Region mehrere Bauten, Umbauten und Renovationen aus, weshalb seinem Schaffen eine lokalhistorische Bedeutung zukommt. Seine eigenen Entwürfe sind stilistisch vom Späthistorismus geprägt [1]. Auch wenn es sich bei Hess um einen lokalen Baumeister und keinen akademisch ausgebildeten Architekten handelt, zeigt sein Entwurf für die Kleinvilla an der Kaiserstrasse 29, dass er über die aktuellen Strömungen in der Architektur informiert war. So war damals die Rezeption des englischen Landhausstils zuerst als eine Ausprägung innerhalb des Späthistorismus wie auch später innerhalb der Reformarchitektur gerade ein Thema, wie es anhand von Publikationen wie Robert Dohme, Das englische Haus. Eine kultur- und baugeschichtliche Skizze (Braunschweig 1888) oder Hermann Muthesius, Das englische Haus. Entwicklungen, Bedingungen, Anlage, Aufbau, Einrichtung und Innenraum, 3 Bde. (Berlin 1904/05) sowie an Bauten wie der Villa Rüegg-Honegger in Zürich von Alexander Koch (1899–1902) oder der Villa Langmatt in Baden von Karl Moser (1899-1901) festzumachen ist.
Die Kleinvilla an der Kaiserstrasse 29 bewahrt aussen und innen einen Grossteil ihrer historischen Bausubstanz. 2001 wurde auf dem Balkon an der Südfassade eine Metallkonstruktion mit Glasdach hinzugefügt [2].
Beschreibung:Das repräsentative Wohnhaus befindet sich auf der Südseite der Kaiserstrasse unmittelbar nehmen dem Fabrikantenwohnhaus Wuhrmann (Bauinventarobjekt RHE913) und dem ehem. Restaurant "Freihof" (Bauinventarobjekt RHE915). Es gehört somit zu einem städtebaulich qualitätvollen Ensemble und prägt den Strassenraum.
Die Kleinvilla umfasst zwei Vollgeschosse und einen Kniestock und trägt ein geknicktes Krüppelwalmdach. Mit unterschiedlichen Materialien sowie Vor- und Rücksprüngen sind die Fassaden abwechslungsreich gestaltet. So befindet sich an der nordseitigen Strassenfassade, leicht aus der Mittelachse versetzt, ein überhöhter Treppenturm mit einem hohen Zeltdach; östlich schliesst daran die dem Hauseingang vorgelagerte Eingangslaube an, die in der Ecke von einer toskanischen Säule gestützt wird. Die südliche Gartenfassade zeigt einen Risalit unter Krüppelwalmdach mit östlich anschliessendem Standerker über rechteckigem Grundriss. Die beiden Vollgeschosse bestehen aus gelb-orangen Backsteinmauerwerk mit ziegelroten Entlastungsbögen und zeigen helle Zementguss-Fenstergewände mit gotisierenden Fasen. Im Bereich des Kniestocks und der Giebelfelder wurde grünes Zierfachwerk mit weiss verputzten Gefachen verwendet, was dem Gebäude eine rustikale Prägung verleiht und an den englischen Landhausstil erinnert.
Im Innern hat sich die bauzeitliche Raumstruktur im Wesentlichen bewahrt. An historischer Ausstattung haben sich folgende Elemente erhalten: Vor dem Hauseingang und im Gang des Erdgeschosses die Terrazzoböden, das Treppenhaus mit hölzerner Treppe, geschwungenem Handlauf und gedrechseltem Staketengeländer sowie das mit Buntgläsern verzierte Treppenhausfenster; in den beiden zum Garten ausgerichteten Zimmern im Erdgeschoss die Decken mit Stuckrosetten; ein reliefierter Gusseisen-Heizkörper mit Wärmenische; Türblätter und Tür- und Fenstergewände; Parkette.
Anmerkungen:[1] Zu Julius Hess siehe Hunziker, Hoegger 2011. S. 252; 257; 483; 487.
[2] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 2001-153 (2001).
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung, Baugruppe 3.1, Erhaltungsziel A.
Literatur:- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 252.
- Edith Hunziker, Parzellendossier Kaiserstrasse 29, Wohnhaus (Ass. 507, P. 77), Archiv Kantonale Denkmalpflege Aargau.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 507, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden.
- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 2001-153 (2001)
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142346
 

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