INV-RHE915 Restaurant "Freihof", 1898-1899 (Dossier (Bauinventar))

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General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE915
Ref. code AP:RHE915
Title:Restaurant "Freihof"
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Bildlegende:Ansicht von Nordwesten (2024)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Ortsteil / Weiler / Flurname:Kaiserstrasse
Hist. Name Objekt:Restaurant La Ticinella
Adresse:Belchenstrasse 1
Versicherungs-Nr.:497
Parzellen-Nr.:76
Koordinate E:2626306
Koordinate N:1266825
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626336.49,1266821.67&z=13&info=2626305.9471128616,1266825.2437547862,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1898 - 1899
Grundlage Datierung:Brandkataster

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Wirtschaft, Restaurant
Epoche / Baustil (Stufe 3):Historismus

Information on related materials

Würdigung:1898/99 errichtetes Wohn- und Gasthaus "Freihof" zu dem auch eine Weinhandlung gehörte und das zu der frühen Bebauung der repräsentativen Kaiserstrasse zählte. Die architektonische Gestaltung zeigt mit dem gotisch geprägten Stufengiebel und den gestaffelten Reihenfenster mit gekehlten Gewänden zeittypische historistische Stilmerkmale. Das Rundportal der Hauptfassade bewahrt Glasmalereien mit Wein- und Hopfenranken. Mit seiner Lage an der Ecke Belchenstrasse / Kaiserstrasse tritt das Gebäude im Strassenraum prominent in Erscheinung. Dem Wohn- und Gasthaus kommt eine historische, baukünstlerische und ortsbauliche Bedeutung zu.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Wohn- und Gasthaus wurde 1898/99 für den Veterinär Friedrich Wäckerlin errichtet. Damals trug das Restaurant den Namen "Freihof" und dazu gehörte auch eine Weinhandlung (siehe Bilddokumentation). 1976 wechselte das Gebäude die Eigentümerschaft, womit eine Umbenennung in "Restaurant La Ticinella" einherging. 1979/80 erfolgte eine tiefgreifende Innensanierung, wobei der nordseitige Balkonvorbau aus Gusseisen abgebrochen wurde und gegen Süden ein Zwischentrakt zwischen dem Hauptbau und dem zugehörigen rückwertigen Pferdestall von 1905 gebaut wurde (Zwischentrakt und Pferdestall sind nicht Teil des Schutzumfangs) [1]. 2022 wurde der Restaurantbetrieb aufgegeben [2]. Das Erdgeschoss beherbergt heute Praxisräume.
Beschreibung:Das Gastwirtschafts- und Wohnhaus befindet sich an der Ecke Belchenstrasse / Kaiserstrasse und somit an einer städtebaulich sehr prominenten Lage, wo es insbesondere den Strassenraum der Kaiserstrasse prägt, auf die seine Hauptfassade ausgerichtet ist. Der dreigeschossige Baukörper aus Bruchsteinmauern erhebt sich über einem annähernd quadratischen Grundriss und trägt ein Satteldach, dessen First in Ost-West-Richtung verläuft, womit das Gebäude traufständig an der Kaiserstrasse steht. Beide Traufseiten werden durch übergiebelte Mittelrisalite durchbrochen. Im Gegensatz zum rückwärtigen, einfachen Treppenhausrisalit ist der knapp vorspringende Mittelrisalit der Hauptfassade durch einen gotisierenden Treppengiebel ausgezeichnet. Weitere Merkmale dieser gestalterisch hervorgehobenen Fassade sind die teilweise gestuften, ebenfalls der gotischen Formensprache entliehenen Reihenfenster sowie die halbrunde Türöffnung im Erdgeschoss. Ehemals konnte man vom ersten Obergeschoss aus einen auf filigranen Eisenstützen stehenden Balkon betreten, der beim Umbau 1979/80 entfernt wurde. Mit Ausnahme der schlicht gestalteten Südfassade besitzen die Gebäudefronten umlaufende Brüstungsgesimse und einen mit Diamantquadern versehenen Sockel. Die mit Kunststeingewänden versehenen Fenster variieren in ihrer Form. Neben den einfachen Rechteckfenstern in den Giebelfeldern besitzen die meisten ein Oberlicht, weitere sind als Doppelfenster und gestufte Dreifachfenster konzipiert. Alle sind mit feinen, profilierten Sohlbänken ausgestattet - abgesehen von der rückwärtigen Südfassade.
Die innere Struktur des Gebäudes ist so organisiert, dass sich im Erdgeschoss das Restaurant (heute Praxisräume) befand mit Zugängen an der Nord- und der Westfassade. Die Erschliessung der Wohnungen in den Obergeschossen erfolgt über den Treppenrisalit an der rückwärtigen Südfassade. Das Erdgeschoss bewahrt an der Nordfassade den originalen Eingang, ein dreigliedriges, rundbogig gefastes Portal mit reicher Profilierung. Die von der rechteckigen Türöffnung ausgeschnittenen Bogensegmente zeigen noch die ursprüngliche, bleigefasste Verglasung, bemalt mit Wein- und Hopfenranken auf gelbem Grund. Im selben Raum hat sich auch das holzsichtige Wandtäfer mit reicher Kassettierung erhalten. Im Treppenhaus zu den Wohnungen hat sich das hölzerne Treppengeländer mit den gedrechselten Staketen und verzierten Antrittspfosten erhalten. Die Wohnungen sind im Innern modernisiert.
Anmerkungen:[1] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 128 (1979).
[2] AZ, 27.1.2022.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung, Baugruppe 3.1, Erhaltungsziel A.
Literatur:- Edith Hunziker, Parzellendossier Belchenstrasse 1 (Ass. 497, P. 76), 2011, Archiv Kantonale Denkmalpflege Aargau.
- Aargauer Zeitung, "'Die Pandemie hat uns das Genick gebrochen': Das Restaurant La Ticinella schliesst für immer" Nadine Böni, 27.1.2022.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 497, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden.
- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 128 (1979).
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142347
 

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