INV-RHE908 Restaurant "Quelle", 1899 (Dossier (Bauinventar))

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General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE908
Ref. code AP:RHE908
Title:Restaurant "Quelle"
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Bildlegende:Ansicht von Osten (2023)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Quellenstrasse 1
Versicherungs-Nr.:525
Parzellen-Nr.:61
Koordinate E:2626579
Koordinate N:1266808
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626583.14,1266799.99&z=13&info=2626578.9953842238,1266807.9671815,1&search=rheinfelden+ag,gg25

Accessions characteristics

Creation date(s):1899
Grundlage Datierung:Baugesuch, Inschrift (neben Hauseingang)

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Gasthaus, Gasthof
Epoche / Baustil (Stufe 3):Historismus

Information on related materials

Würdigung:1899 wahrscheinlich nach Plänen des renommierten Architekturbüros Curjel & Moser errichtetes Gasthaus "Quelle" im Stil des Historismus. Der westseitige Anbau von 1928 wurde vom in Rheinfelden sehr aktiven Architekten Heinrich A. Liebetrau ausgeführt. Das ehem. Gasthaus bewahrt trotz baulichen Veränderungen seine wesentlichen malerischen Gestaltungselemente und baukünstlerischen Qualtäten des Aussenbaus. Das Gebäude ist ein prägnanter Bestandteil der Bahnhofplatzbebauung, welche sowohl einen ortsbaulichen Wert besitzt wie auch ein Zeugnis für die kulturtouristische Bedeutung Rheinfeldens in der Belle Époque darstellt.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Die Entstehung des Gasthauses "Quelle" steht im Kontext des während der Belle Époque (ca. 1870–1914) florierenden Kurtourismus in Rheinfelden. Nach der Eröffnung der Bözberglinie 1875 erreichte ein internationales Publikum Rheinfelden mit der Bahn und wurde vom Bahnhofplatz mit Kutschentaxis in die verschiedenen Kurbetriebe disloziert. Dieser gut frequentierte Ort war ideal für den Betrieb eines Gasthauses. 1899 wurde der das Gasthaus "Quelle" fertiggestellt. Restaurantbetreiber und wohl auch Bauherr war Otto Henzi. Obwohl keine schriftlichen Quellen existieren, ist davon auszugehen, dass es sich bei den zuständigen Architekten um Curjel & Moser handelte, da starke gestalterische Ähnlichkeiten zu dem mit einem Restaurant kombinierten Wohnkomplex "Rheinlust" (Bauinventarobjekt RHE937) bestehen, das die berühmten Architekten zeitgleich in Rheinfelden bauten [1]. 1928 liess als neuer Eigentümer Josef Ries-Welti durch den regional bekannten Rheinfelder Architekten Heinrich A. Liebetrau (1886–1953) einen westseitigen Anbau errichten [2]. 1961 ging die Liegenschaft in den Besitz der Rheinfelder Bierbrauerei Salmenbräu über. 1967 erfolgte eine Neugestaltung des Gartenrestaurants. In den 1980–2010er-Jahren wurde das Gebäude schrittweise vom Restaurant zu Büroräumlichkeiten umgenutzt und vor allem im Innern stark verändert [3].
Beschreibung:Das ehem. Gasthaus "Quelle" befindet sich am östlichen Eingang der Quellenstrasse und flankiert nordseitig den Bahnhofplatz. Zusammen mit dem Aufnahmegebäude (Bauinventarobjekt RHE904), dem Bahnhofsaal (Bauinventarobjekt RHE907) und dem Roniger-Park mit der Villa Bel-Air (Bauinventarobjekt RHE909) gehört es zu einem baulichen Ensemble, dem sowohl eine hohe ortsbauliche wie auch eine kulturgeschichtliche Bedeutung zukommt.
Das Gebäude gliedert sich über einem langestreckten Grundriss in einen Kernbau von 1899 im Osten und einen Anbau von 1928 im Westen. Dem mit Zierfachwerk geschmückten Kernbau mit der Gaststube ist im Osten eine ursprünglich wohl offene Leichtbaukonstruktion unter einem Flachdach angeschlossen, die als Laube genutzt wurde. Der Zugang erfolgte bahnhofseitig über eine Treppe in die Laube und in den Hauptbau. Den Gästen stand zudem eine baumbestandene Freiterrasse zur Verfügung. Rechts vom heutigen Haupteingang an der Quellenstrasse findet sich ein skulptierter Werkstein mit dem Baujahr "1899". Der Kernbau ist im Stil des romantischen Historismus ausgeführt. Er zeigt eine komplexe Gliederung des Bauvolumens in verschiedene Teilvolumina mit einer bewegten Dachlandschaft aus Biberschwanzziegelgedeckten Teilwalmdächern und einer metallenen Zwiebelhaube über dem markanten Erker. Die Fassaden sind mit dekorativem Zierfachwerk, rustizierten Eckquadern und gezahnten Fenstergewänden gestaltet. Gegen Osten schliesst sich dem Hauptbau ein grosszügiger Gebäudeteil unter steilem Gerschilddach an. Im Erdgeschoss war ehemals ein Saal – der sog. "Quellensaal" – und im Obergeschoss waren sechs kleine Hotelzimmer untergebracht.
Das Gebäudeinnere wurde durch die Umbauten, abgesehen von einer Holzkasettendecke im Bereich der ehemaligen Gaststube im Erdgeschoss des Kernbaus, vollständig überformt.
Anmerkungen:[1] Zum Architekturbüro Robert Curjel und Karl Moser siehe z.B. Werner Oechslin und Sonja Hildebrand (Hg.), Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit 1880 bis 1936, 2 Bde., Zürich 2010 (Literatur, Selbstzeugnisse, Werkverzeichnis).
[2] Zu Heinrich A. Liebetrau siehe Edith Hunziker: "Liebetrau, Heinrich Albert", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.11.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/047830/2008-11-25/, konsultiert am 11.08.2025.
[3] Baugeschichte gemäss Furter 2021.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung, Einzelobjekt 3.0.21.
Literatur:- Fabian Furter, Ehemaliges Gasthaus Quelle, architekturhistorisches Gutachten, Mai 2021.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 525, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden.
- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, div. Baugesuche, Parz.-Nr. 61.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142340
 

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