INV-RHE904 Aufnahmegebäude Bahnhof, 1875 (Dossier (Bauinventar))

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General information

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Ref. code:INV-RHE904
Ref. code AP:RHE904
Title:Aufnahmegebäude Bahnhof
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Bildlegende:Ansicht von Nordosten (2023)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Bahnhofplatz 1
Versicherungs-Nr.:620
Parzellen-Nr.:60
Koordinate E:2626609
Koordinate N:1266787
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626628.90,1266781.60&z=13&info=2626608.915481894,1266787.175696912,1&search=rheinfelden+ag,gg25

Accessions characteristics

Creation date(s):1875
Grundlage Datierung:Literatur

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Verkehrs- und Infrastrukturbauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Bahnhof
Epoche / Baustil (Stufe 3):Spätklassizismus

Information on related materials

Autorschaft:Heinrich Gmelin
Würdigung:Um 1875 erbautes Aufnahmegebäude des Bahnhofs Rheinfelden an der 1871–1875 angelegten Bözbergstrecke. Das spätklassizistische Aufnahmegebäude ist im Äusseren intakt erhalten und ein wichtiger eisenbahn- und ortsgeschichtlicher Zeuge. Es hängt mit der Entwicklung Rheinfeldens zum Kurort ebenso zusammen wie mit der in Sichtdistanz zum Bahnhof gelegenen Brauerei Feldschlösschen und der unweit des Bahnhofs angesiedelten Zigarrenfabrik Wuhrmann. Stadtseitig bestimmt es zusammen mit dem Restaurant Quelle (Bauinventar RHE908) und dem Bahnhofssaal (Bauinventar RHE907) den Bahnhofplatz als Ankunftsort. Der Bahnhof ist ein prägnanter Bestandteil der Bahnhofplatzbebauung, welche sowohl einen ortsbaulichen Wert besitzt wie auch ein Zeugnis für die Bedeutung Rheinfeldens als Kurort in der Belle Époque darstellt.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Bereits 1838 war über eine Eisenbahnverbindung zwischen Basel und Zürich durch das Fricktal nachgedacht worden. Doch erst 1871 wurde der Bau einer 49 Kilometer langen Bahnstrecke von Brugg durch das Fricktal nach Pratteln in Angriff genommen und am 31. Juli 1875 eröffnet. Dank den schon bestehenden Strecken von Zürich via Baden nach Brugg und Pratteln – Basel sind Basel und Zürich seither miteinander über diese Strecke miteinander verbunden [1]. Als einziger Halt auf der Strecke erhielt Rheinfelden ein mittelgrosses Aufnahmegebäude nach Entwurf des Nordostbahn-Architekten Heinrich Gmelin, während die anderen Halteorte vorerst mit provisorischen Schuppen ausstattet wurden [2]. Der gleiche Bahnhoftypus steht im Aargau in Bad Zurzach an der ein Jahr später eröffneten Bahnlinie Winterthur–Koblenz. Von 1900 an wurde die Doppelspur etappenweise gebaut und war 1926 für die ganze Strecke Basel – Zürich betriebsbereit. Westlich des Aufnahmegebäudes wurde 1964 ein eingeschossiges Nebengebäude mit Kiosk und Toiletten erbaut und mit Ersterem durch ein Flachdach verbunden. Noch weiter westlich kam 1968 der Güterschuppen in zeittypischer Architektur aus Sichtbeton zu stehen (Vers.-Nr. 622). Das Aufnahmegebäude selbst wurde zwischen 1992 und 2009 im Innern umgebaut, namentlich im Erdgeschoss, und aussen renoviert. 2009 erhielt es einen dritten, barrierefreien Zugang an der Westfassade [3]. Seine äussere Gestalt ist dabei im Wesentlichen intakt erhalten geblieben.
Beschreibung:Das Aufnahmegebäude des Bahnhofs befindet sich an der Südseite des Bahnhofplatzes. Zusammen mit dem ihm gegenüberliegenden Restaurant Quelle (Bauinventarobjekt RHE908), dem Bahnhofsaal (Bauinventarobjekt RHE907) und dem Roniger-Park mit der Villa Bel-Air (Bauinventarobjekt RHE909) gehört es zu einem baulichen Ensemble, dem sowohl eine hohe ortsbauliche wie auch eine kulturgeschichtliche Bedeutung zukommt. Für die vom Zentrum über die ansteigende Bahnhofstrasse Herkommenden ist das Aufnahmegebäude ein wichtiger optischer Bezugspunkt in der Sichtachse.
Der stadtwärts und vom Perron her betretbare zweigeschossige Hauptbau des Aufnahmegebäudes unter schwach geneigtem Walmdach mit Kniestock erhebt sich über einem annähernd quadratischen Grundriss und wird seitlich von zwei eingeschossigen Annexbauten flankiert. Verzahnte Eckbänderungen betonen die Gebäudekanten. Sämtliche Öffnungen im Erdgeschoss sind rundbogig und werden von profilierten Gewänden mit Scheitelstein gerahmt. Die stadtseitige Fassade wird von einer dreiteiligen Eingangspartie mit Freitreppe bestimmt und ist wie das ganze Gebäude streng symmetrisch gestaltet. Die drei Rundbogen der Eingänge sind in farblich vom Verputz abgesetzte Felder gesetzt, die sich über dem Gurtgesims in Fensterbrüstungen des Obergeschosses fortsetzen. Diese Fenster sind durch profilierte Verdachungen auf der Höhe des umlaufenden Kniestockgesimses ausgezeichnet. Die Dachuntersicht war ursprünglich mit Sägezier ausgestattet und der Kniestock feingliedriger befenstert als heute. Zu den Bahngeleisen hin erstreckt sich das von bauzeitlichen Eisenstreben gestützte Perrondach. Das Innere teilt sich in das für den Bahnbetrieb bestimmte Erd- und das eine Wohnung (ursprünglich für den Bahnhofsvorstand) beherbergende Obergeschoss auf [4].
Anmerkungen:[1] Gremlich 1958, S. 33–40 und Gremlich 1959, S. 16–28.
[2] SBB-Inventar historischer Bahnhöfe 1983/84.
[3] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 2009-076.
[4] Baugeschichte und Baubeschreibung nach Kathrin Schöb, Kurzinventar von 1998.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), Einzelelement, Erhaltungsziel A.
- Inventar historischer Bahnhöfe SBB 1983/84.
Literatur:- W. Gremlich, Eisenbahngeschichtliches der Bözberglinie, in: Rheinfelder Neujahrsblätter 1958, S. 33–40.
- W. Gremlich, Unser Bahnhof, in: Rheinfelder Neujahrsblätter 1959, S. 16–28.
- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, hg. v. d. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, S. 168.
- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9, Bern 2011, S. 247.
- Walter Hochreiter et al., Drinnen, draussen, dabei. Die Geschichte der Stadt Rheinfelden, Heidelberg 2014, S. 194–195.
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142336
 

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