INV-RHE902 Röm.-kath. Pfarrkirche St. Josef, 1949-1950 (Dossier (Bauinventar))

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General information

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Ref. code:INV-RHE902
Ref. code AP:RHE902
Title:Röm.-kath. Pfarrkirche St. Josef
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Bildlegende:Ansicht von Südosten (2023)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Adresse:Hermann-Keller-Strasse 10.1
Versicherungs-Nr.:1216
Parzellen-Nr.:323
Koordinate E:2626962
Koordinate N:1267169
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2626961.58,1267152.84&z=13&info=2626962.0821249997,1267168.7405260785,1&search=rheinfelden+ag,gg25

Accessions characteristics

Creation date(s):1949 - 1950
Grundlage Datierung:Literatur

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Kirche (röm.-kath.)
Epoche / Baustil (Stufe 3):Nachkriegsmoderne

Information on related materials

Autorschaft:Alois Moser
Würdigung:1949/50 nach Plänen des Architekten Alois Moser (1900–1972) im Stil der Nachkriegsmoderne erbaute Kirche des Einraumtypus mit freistehendem Glockenturm. Das Innere mit bauzeitlicher Ausstattung aus Travertinplatten, Buntgläsern, Holzdecke und Kirchenbänken bewahrt eine künstlerisch wertvolle Holzskulptur der hl. Anna selbdritt aus der Zeit um 1500 in originaler Temperafassung (DSI-RHE036). Die Kirche ist umgeben von einem parkartigen Garten und bildet zusammen mit dem älteren Pfarrhaus und dem Kirchgemeindehaus von 1975 ein geistliches Ensemble in nächster Nähe zur Altstadt.
Bau- und Nutzungsgeschichte:In Rheinfelden führte die Spaltung zwischen römisch-katholischen und christkatholischen Gläubigen in den Jahren 1872/73 dazu, dass die überwiegende Mehrheit zum Christkatholizismus übertrat. Seither wird die Stadtkirche St. Martin in Rheinfelden für christkatholische Gottesdienste genutzt. Die romtreuen Gläubigen organisierten sich genossenschaftlich und bauten sich eine eigene Kirche östlich der Altstadt und des Grabens. Die neugotische Kirche wurde 1880–1882 nach Plänen von Josef Meyer, Basel, erbaut [1]. Sie wurde 1949/50 durch den heute bestehenden Neubau ersetzt, für welchen der renommierte Kirchenarchitekt Alois Moser (1900–1972), Baden, verantwortlich zeichnete [2]. Im Aargau entwarf Moser weiter Kirchen wie die Pfarrkirche St. Maria in Würenlos (1936/37), die römisch-katholische Pfarrkirche Herz Jesu in Untersiggenthal (1953) und die römisch-katholische Pfarrkirche Bruder Klaus (1951/52) in Killwangen.
Die Kirche ist seither weitestgehend unverändert erhalten geblieben. 1975 wurde südwestlich der Kirche ein Pfarreizentrum nach Projekt von Winter+Trüeb+Ellenrieder, Basel, erbaut [3]. 1986 wurden die Schallöffnungen am Glockenturm mit Jalousien verkleidet [4]. 1989 fand eine Gesamtrenovation statt, bei welcher im Innern die Stufen zum Chor und die liturgische Ausstattung verändert worden sind [5].
Beschreibung:Die Pfarrkirche St. Josef steht östlich der Altstadt in einem parkartigen Garten. Der Zugang erfolgt über eine grosszügig dimensionierte Freitreppe von der Hermann-Keller-Strasse her. Der vor der Kirche zur Strasse hin platzierte, freistehende Glockenturm wirkt als Wegmarke im Strassenraum. In der Art eines Campanile war der Glockenstuhl ursprünglich geöffnet, bis die Schallöffnungen 1986 durch Jalousien verkleidet worden sind. Der Glockenturm zeichnet sich durch einen Materialwechsel aus traufseitigen Natursteinmauern und giebelseitig aus weiss verputzten Flächen sowie durch ein schwach geneigtes Satteldach und die kreisrunden Schallfensteröffnungen an den Giebelseiten aus. an der Die Treppe führt auf einen Platz vor der nordöstlichen Stirnseite der Kirche. Die schmucklose und ungegliederte Stirnseite bietet dank eines durchgehenden Vordachs auf Säulen Witterungsschutz für die Besuchenden und leitet östlich zur sechseckigen Taufkapelle und nördlich zur Werktagskirche über. Die längsseitigen Wände sind durch charakteristische kreisrunde Fenster und zum Chor hin durch zeittypische kleine Fensterchen in Zementformsteinen geöffnet. Die südwestliche Stirnseite ist mit drei Flächen konvex ausgebildet und trägt in ihrer Mitte ein einfaches Holzkreuz. Gedeckt wird die Kirche durch ein schwach geneigtes Satteldach, das dank hölzernen Knaggen erhöht auf dem Baukörper aufsitzt. An der südlichen Längsseite führt eine offene Halle zum älteren Pfarrhaus (Vers.-Nr. 887) und zum Kirchgemeindezentrum (Vers.-Nr. 2060).
Innen gewährt eine Vorhalle mit seitlich angefügter Taufkapelle und Werktagskirche den Zutritt zum als Einheitsraum konzipierten Saal, der gegen Südwesten mit einer konvexen Chorwand abschliesst und von einer leicht gewölbten Holzdecke abgeschlossen wird. Die kreisrunden Fenster mit Buntgläsern sowie ein schmaler Obergaden sorgen zusammen mit Zementformstein-Fensterchen am Chor für die Belichtung des Kirchenraums. Die Längswände und die Chorwand sind mit Travertinplatten ausgekleidet. Die Chorwand ist vielfigurig mit dem Himmlischen Jerusalem ausgemalt. Das bauzeitliche Wandbild wurde von Johannes Hugentobler (1897–1955), Appenzell, geschaffen. Die liturgische Möblierung des vom Schiff durch Stufen leicht erhöhten Chors aus weissem Marmor dürfte auf die Renovation von 1989 zurückgehen, während die Holzbänke im Schiff, die auf einer Empore aufgestellte Orgel und die verglasten Türen bauzeitlich sind.
Anmerkungen:[1] Hunziker/Hoegger 2011, S. 257.
[2] Der Badener Architekt Alois Moser war lange Jahre im Architekturbüro seines Onkels Karl Moser und im Büro Werner. M. Moser tätig. Ab 1946 führte er ein eigenes Büro in Baden. Im Aargau wurden mehrere kathoische Kirchen nach seinen Plänen erbaut: St. Maria in Würenlos (1936/37), St. Maria in Nussbaumen, Obersiggenthal (1949), Bruder Klaus in Killwangen (1951/52), Herz Jesu in Untersiggenthal (1952/53), St. Antonius in Schwaderloch (1955/56), St. Blasius in Gebenstorf (1956), St. Martin in Mumpf (1956/57) und d St. Peter und Paul in Obermumpf (1960/62).
[3] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 47 (1975).
[4] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 8 (1986).
[5] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 63 (1989).
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
Literatur:- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, hg. v. d. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, S. 169.
- Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011, S. 257/258.
Quellen:- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuche Nrn. 37 (1948); 47 (1975); Nr. 8 (1986); Nr. 63 (1989).
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142334
 

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