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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1892 - 1895 |
| Grundlage Datierung: | Literatur |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Sakrale Bauten und Anlagen |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Kirche (ev.-ref.) |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Neugotik |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Johannes Vollmer, Gustav und Julius Kelterborn |
| Würdigung: | Evangelisch-reformierte Kirche von 1895 nach Plänen des für den protestantischen Kirchenbaus im deutschsprachigen Raum bedeutenden Architekten Johannes Vollmer (1845–1920). Für die Detailpläne und die Bauausführung waren die Basler Gebrüder Kelterborn zuständig. Die neugotische Kirche mit einschiffigem Langhaus, nachträglich angebautem Rechteckchor und seitlichem Turm mit Spitzhelm verfügt über baukünstlerische und historische Bedeutung. Zusammen mit dem Pfarrhaus (Bauinventarobjekt RHE975) bildet sie ein qualitätvolles bauliches und kulturgeschichtliches Ensemble, das mit seiner Lage an einer Strassenkreuzung im südöstlichen Vorstadtbereich eine prominente Stelle im Stadtgefüge einnimmt. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Die Kirchgenossenschaft der Reformierten bestand in Rheinfelden seit 1854 und wurde 1900 in eine staatlich anerkannte Kirchgemeinde überführt, zu der auch Kaiseraugst, Magden und Olsberg gehörten. Von 1854 bis 1895 fanden ihre Gottesdienste in der Margarethenkapelle (Bauinventarobjekt RHE921) statt. Für einen reformierten Kirchenneubau wurde 1892 ein Wettbewerb ausgeschrieben, welchen der norddeutsche Architekt Johannes Vollmer (1845–1920) mit einem neogotischen Entwurf gewann [1]. Die Detailpläne und die Bauausführung 1894/95 übernahmen hingegen die Basler Gebrüder Gustav und Julius Kelterborn. Die wesentlichste Änderung gegenüber dem Wettbewerbsentwurf Vollmers war die Verkürzung des Turmhelms. Die Kirche, deren einheitlicher chorloser Predigtraum für die zeitgenössische protestantische Sakralbauauffassung typisch war, konnte 1895 eingeweiht werden und erhielt ein Geläut der Aarauer Glockengiesserei Rüetschi. 1923 errichtete der Rheinfelder Architekt Heinrich A. Liebetrau ein Vorzeichen, 1933 ersetzte er die Sakristei an der Ostseite durch einen Anbau mit einem Unterrichtsraum sowie einer tonnengewölbten Empore, auf der die 1904 angeschaffte Orgel neu platziert wurde. 1951 fand eine Turmrenovierung statt, bei der die Helmluken entfernt wurden. 1972/73 erfolgte ein tiefgreifender Umbau, bei dem der bestehende Ostanbau durch einen neuen ersetzt wurde, der ein Untergeschoss mit Unterrichtszimmern erhielt. Im Schiff wurde die Decke höher gelegt und umgestaltet, um auf der Eingangsempore Platz für eine neue Orgel der Firma Metzler, Dietikon zu erhalten. Zudem wurde eine Turmuhr montiert. 1993/94 kam es zu einer Aussenrenovierung und dem Anbau eines Versammlungsraums an der Südseite des Chors. Beim jüngsten Umbau von 2011 wurden die technische Ausstattung erneuert, die Akustik verbessert und Anpassungen des Kirchenraums und der Möblierung für eine zeitgemässe Liturgie vorgenommen [2]. |
| Beschreibung: | Die evangelisch-reformierte Kirche steht an städtebaulich prominentem Platz an der Zürcherstrasse südlich der Abzweigung des Gartenwegs [3]. Im Nordosten steht das zugehörige Pfarrhaus von 1909/10 (Bauinventarobjekt RHE975). Der dominante, von gezahnten Eckquadern gefasste Kirchturm ist dem dreiachsigen Schiff stadtseitig beigestellt und fluchtet mit dessen Westfassade. Vor die Okuli der hohen Schallöffnungen sind Zifferblätter gesetzt. Der achtseitige Spitzhelm ragt über einem Satteldach auf, das wie das Hauptdach zwischen überhöhte Giebelmauern gesetzt ist. Das Giebeldreieck über dem säulengestützten Vorzeichen ziert eine Fünfpassrosette. In den weiss gestrichenen Schiffsflanken rahmen steinsichtige Spitzbogenfelder Drillingsfenster mit überhöhter Mittelöffnung ein. Für den später entstandenen Choranbau wurde diese Fensterform übernommen. Während das Innere ursprünglich mit einem ungeteilten Kirchensaal und auf der Mittelachse situierten Kanzel sowie Abendmahlstisch exemplarisch die Forderungen für den protestantischen Kirchenbaus des 1890 publizierten Wiesbadener Programmes veranschaulichte, ist es heute von den Renovationen des 20. Jahrhunderts und einer flexiblen Möblierung für eine zeitgemässe Liturgie geprägt. Im saalartigen Schiff dominiert die im Querschnitt polygonale Holzdecke, welche die ursprüngliche Längstonne ersetzte. Die Glasgemälde wurden 1941/42 von Felix Hoffmann (Mittelfenster Südseite, Kreuzigung) und 1972 von Arnold Zahner angefertigt. Die Kanzel und der Abendmahlstisch datieren von 1954. Das Gemälde, das sich seit 2011 an der Chorstirnwand befindet, wurde von Doris Horvath geschaffen. |
| Anmerkungen: | [1] Baugeschichte gemäss Hunziker, Hoegger 2011. S. 256. Zu Johannes Vollmer siehe Dieter Krampf, Johannes Vollmer (1845–1920). Ein Architekt des deutschen protestantischen Kirchenbaues im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dissertation Bonn 1990. In der Schweiz stammen von Vollmer u.a. auch die reformierten Kirchen in St. Gallen (1885–1887), Bad Ragaz (1889/90) und St. Jakob am Stauffacher in Zürich (1899–1901). Beim Wettbewerb für eine reformierte Kirche in Rheinfelden erhielten Emanuel La Roche und Karl Moser den zweiten bzw. dritten Platz. Die Jury setzte sich aus Paul Reber, Gustav Kelterborn und Ernst Georg Jung zusammen (SBZ1892, Nr. 20, S. 52–53; 116). [2] Studerarchitekt 2011. [3] Baubeschreibung gemäss Hunziker, Hoegger 2011. S. 256. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung, Einzelobjekt 2.0.15. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 256–257. - Fotografien einer Stadt. Rheinfelden 1860–1940, Gemeinde Rheinfelden (Hg.), Basel 1980, Abb. 97, 98. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0570 (1876–1898) Vers.-Nr. 624; CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 417, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 009 (1923); 012 (1933); 67 (1971); 97 (1982); 297 (1994); 297 (2009); 078 (2010). - Schweizerische Bauzeitung 1892, Nr. 19, S. 91, Nr. 20, S. 52–53; 116. - Studerarchitekt (D. Studer), Evangelisch-reformierte Kirche Rheinfelden, Umbaubericht des Architekten, 2011. |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142333 |
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