DSI-KLL010 Egelmoosstrasse 8, Hochstudhaus Egelmoos, -1758 (Dossier (Denkmalschutzinventar))

Archive plan context


Identifikation

Signatur:DSI-KLL010
Signatur Archivplan:KLL010
Frühere Signaturen:KI-KLL914
Titel:Egelmoosstrasse 8, Hochstudhaus Egelmoos
Ansichtsbild:
1/1
Bezirk:Zofingen
Gemeinde:Kölliken
Adresse:Egelmoosstrasse 8
Versicherungs-Nr.:270
Parzellen-Nr.:237
Koordinate E:2644237
Koordinate N:1243697
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2644237&y=1243697

Schutz / Status

Kantonale Unterschutzstellung (DSI):7/24/2017
Kantonaler Schutzumfang:integral

Chronologie

Entstehungszeitraum:to 1758

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Landwirtschaftliche Bauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Bäuerliches Wohnhaus

Dokumentation

Inschriften:1758
Würdigung:Beim laut Inschrift spätestens 1758 erbauten Hochstudhaus im Egelmoos haben sich die originale, russgeschwärzte Hochstudkonstruktion, sehr grosse Teile der originalen Bohlenständerfassaden, sehr grosse Teile der inneren Bohlenständerwände und die wesentliche Grundrissstruktur erhalten. Mit diesen innen und aussen erhaltenen historischen Bauteilen ist das Haus ein wichtiger Zeuge einer handwerklichen und baukünstlerischen Situation. Das Areal ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) nicht erfasst. Das Haus steht traufseitig, aber leicht abgewinkelt zur Egelmoosstrasse, die im Inventar der historischen Verkehrswege der Schweiz (IVS) als regional, d. h. überkommunal bedeutend aufgeführt ist (AG 1101). Diese historische Verbindung von Unterentfelden über das Walleland mit Kölliken existierte angeblich schon zur Römerzeit. Im Walleland wurde der Weg erstmals 1766 kartiert und verlief damals bereits etwa gleich wie heute. Die Wahl des Bauplatzes und die Situierung des Hauses stehen wohl im Zusammenhang mit dem historischen Verkehrsweg.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Hochstudhaus datiert laut der Inschrift über dem Eingang 1758. Konstruktive Merkmale lassen ein älteres Baudatum möglich erscheinen. Eine dendrochronologische und eine bauarchäologische Untersuchung wurden bislang nicht durchgeführt. Das Doppelbauernhaus ist ursprünglich ganz in Bohlenständerbauweise erstellt worden und bewahrt drei intakte Hochstüde und das rauchgeschwärzte Rafendach, das 1922 von Stroh auf Ziegel umgedeckt wurde. Im 19. und 20. Jahrhundert erfuhr das Gebäude diverse kleinere Umbauten. Die Baupläne von 2012 zeigen die Massnahmen der letzten umfassenden Renovation und des damit einhergehenden Umbaus, der die wertvolle historische Substanz bestmöglich schonte. Das Hochstudhaus befindet sich im ortsbaulich sensiblen Übergangsbereich von der Siedlung zur Landschaft, östlich von ihm steht eine Reithalle. Hochstudbauten haben die Hauslandschaft im Kanton Aargau über Jahrhunderte geprägt. Zu Recht vermerkt die Bauernhausforschung: "Wenn angesichts der Vielfalt ländlichen Bauens in unserem Kanton eine bestimmte Hausform überhaupt als 'typisch aargauisch' zu bezeichnen ist, so fällt dieses Attribut zweifellos dem strohgedeckten Hochstudhaus zu." (Pius Räber, Die Bauernhäuser des Kantons Aargau, Bd. 2, Basel 2002, S. 235). Um 1840 zählte der Aargau ca. 12‘000 Strohdach- bzw. Hochstudhäuser. Im Berner Aargau waren sie noch bis ins 20. Jahrhundert die dominierende ländliche Hausform. Kölliken ist innerhalb des Kantonsgebiets in besonderem Masse durch Hochstudbauten geprägt gewesen. Hier standen um 1850 noch ca. 150 Hochstudhäuser. Die ursprünglich mit Stroh gedeckten Hochstudbauten wurden oftmals im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert auf Ziegel umgedeckt, blieben erhalten und wurden weitergenutzt. Heute hat sich nur noch ein kleiner Bestand bewahrt und dieser gerät derzeit durch die rege Bautätigkeit stark unter Druck.
Beschreibung:Das ursprünglich ganz in Bohlenständerbauweise erstellte Hochstudhaus ist mit einem weit ausladenden Walmdach bedeckt, welches das Erscheinungsbild des Hauses wesentlich prägt. Die dominierende Dachfläche ist mit Ziegeln gedeckt und wirkt ruhig, da keine störenden Gauben oder Dachflächenfenster vorhanden sind. Rückseitig ist eine Solaranlage montiert, die aber auch auf ein Nebengebäude umplatziert werden könnte. Unter dem bergenden Dach sind die originalen Bohlenständerfassaden zu sehr grossen Teilen erhalten. Die Fassaden widerspiegeln die Grundrissanordnung. Der quer zur Firstrichtung aufgeteilte Wohnteil des Doppelbauernhauses ist im Süden angeordnet, es folgt nördlich das Tenn – so dass man von einem Mittertennhaus sprechen kann – und abermals nördlich der ehemalige Stall, der im Laufe des 20. Jhs. aufgemauert wurde. Die prägende historische Fassadenkonstruktion zeigt sich sehr deutlich im Wohnteil, wo auf einem Kranz von im Eckverband überkämmten Eichenschwellen die Bohlenständerwände erstellt wurden. Die beiden unmittelbar nebeneinander liegenden Türen zu den Wohnteilen finden sich auf der zur Egelmoosstrasse ausgerichteten Westfassade. Ihre Sturzhölzer sind mit einer Zierfase in Form eines Eselrückens versehen. Beim südlichen ist die Jahrzahl 1758 eingeschnitten. Die Räume seitlich der Eingänge zeichnen sich durch einen mehrteiligen Fensterwagen aus, der auf einem profilierten Brustriegel sitzt. Erhalten hat sich hier auch ein Obergadenfenster. Auf der Ostfassade findet sich im Wohnteil ein konstruktiv herausstechendes Element und zwar eine breite, vielfach gezahnte, verblattete Kopfstrebe, die mit sechs Holznägeln befestigt ist. Dieses Detail ist für ältere Bauten charakteristisch, die im 17. Jahrhundert oder früher entstanden sind.
Das Hausinnere hat beim Umbau und der Umnutzung zum Wohnhaus seine wesentliche historische Substanz, nämlich die Bohlenständerwände mit angeblatteten Kopfhölzern, erhalten. Lediglich im Bereich des ehem. Stalls und bei der vormals in einen Gewerbeteil umgebauten Osthälfte des südlichen Hausteils sind gewisse Substanzverluste zu verzeichnen. Erhalten hat sich die für Hochstudhäuser so wesentliche Dachkonstruktion. Das über drei Hochstüden errichtete Rafendach samt der Rafenlage und einem Teil der Lattung ist im russgeschwärzten Originalzustand bewahrt.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), regionale Bedeutung.; - Kurzinventar (Kantonale Denkmalpflege Aargau 1991-2002).- Inventar Bauernhausforschung Aargau
Reproduktionsbestimmungen:© Kantonale Denkmalpflege Aargau.
 

Usage

Permission required:Keine
Physical Usability:Uneingeschränkt
Accessibility:Öffentlich
 

URL for this unit of description

URL: http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=131476
 

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