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Infektionskrankheiten & Impfungen

Bund und Kantone überwachen das Auftreten von übertragbaren Infektionskrankheiten und treffen Massnahmen zu deren Verhütung und Bekämpfung.

Ärztinnen und Ärzte sowie Laboratorien sind verpflichtet, den Gesundheitsbehörden bestimmte Infektionskrankheiten zu melden. Die Abteilung Gesundheit nimmt die Meldungen aus dem Kanton Aargau entgegen und leitet sie an das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weiter. Aufgrund der Meldeangaben können Krankheitsausbrüche frühzeitig erkannt, notwendige Massnahmen gegen eine Weiterverbreitung eingeleitet sowie bestehende Präventionsmassnahmen überprüft werden.

Meldepflichtige Infektionskrankheiten, Meldeprozess und Meldeformulare

Affenpocken

Seit Mai diesen Jahres wurden vor allem in Europa mehrere Fälle von Affenpocken detektiert. Ab dem 21. Mai schliesslich auch in der Schweiz. Ausführliche Informationen finden Sie auf der Website des BAG Affenpocken (admin.ch), der Website WHO Monkeypox Outbreak und auf der Website des ECDC Monkeypox multi-country outbreak

Was sind Affenpocken?

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine Zoonose, also eine Infektionskrankheit, welche primär von Nagetieren, aber auch von Primaten oder anderen infizierten Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. 1958 wurde die Erkrankung erstmals in zu Forschungszwecken gehaltenen Affenkolonien (Dänemark) festgestellt und beim Menschen 1970 in der Demokratischen Republik Kongo zum ersten Mal diagnostiziert. Das Virus kommt vornehmlich in den tropischen Regenwaldgebieten Zentral- und Westafrikas vor.

Ist es eine neue Erkrankung?

Nein. Immer wieder werden Menschen mit Affenpocken in anderen Ländern identifiziert, nachdem sie in endemische Regionen gereist waren. In den Jahren 1970 bis 1986 konnten über 400 Fälle beim Menschen nachgewiesen werden. 2003 gab es einen Ausbruch in den USA mit 71 Fällen, verteilt über 6 Bundesstaaten. Ursächlich war hier eine importierte gambische Beutelratte, welche zusammen mit Präriehunden untergebracht war. Dort kam es zur Übertragung auf die Hunde und von den Hunden auf die Menschen.

Wie stecke ich mich an?

Neben einer Übertragung über ein Tier kann man sich auch durch engen körperlichen Kontakt mit einer infizierten Person anstecken. Besonders ansteckend sind Hautausschlag, Körperflüssigkeiten (Eiter, Blut aus Hautläsionen) und Schorf. Aber auch Speichel kann infektiös sein, wenn der Patient entsprechende Läsionen im Mund hat. Übertragungen können auch via kontaminierte Haushaltsgegenstände erfolgen.

Wie schnell erkranke ich?

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Symptombeginn, beträgt 6–13, maximal 5–21 Tage.

Was sind die Beschwerden?

Die typischen Symptome umfassen Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen, geschwollene Lymphknoten, Schüttelfrost, Erschöpfung. Zudem bildet sich innerhalb der ersten drei Tage ab Fieberbeginn der charakteristische Hautausschlag mit Bildung von Bläschen oder Pusteln, die Pocken ähneln. Der Ausschlag tritt vor allem im Gesicht, an den Handflächen und Fusssohlen auf. Aber auch am Mund, an den Genitalien und in den Augen kann dieser auftreten. Nach etwa 2–4 Wochen verschwinden die Hautläsionen in der Regel wieder.

Ist eine Ansteckung gefährlich?

In der Regel sind die Verläufe mild. Jedoch können sich offene Hautläsionen entzünden und mit Bakterien infizieren. Auch eine Infektion der Augen mit Verlust des Sehens ist möglich. In seltenen Fällen tritt eine Lungenentzündung auf.

Muss ich in Isolation?

Bis zur Bestätigung der Infektion wird von Seiten des Kantonsärztlichen Dienste eine verfügte Selbstisolation angeordnet. Liegt eine Infektion vor, bleiben Sie bei mildem Verlauf in Isolation zu Hause bis die letzten Bläschen verkrustet und abgefallen sind.

Was ist mit meinen Kontakten?

Für Kontakte findet aktuell keine Quarantäne statt, da die Infektiosität erst ab Beginn der Symptome, konkret: Fieber und der anderen grippeähnlichen Beschwerden, wie Leistungsabfall, Muskel- und Gelenkschmerzen, einsetzt.

Gibt es eine Therapie?

In der Regel ist nur eine symptomatische Therapie angezeigt. Die Läsionen müssen gepflegt / sauber gehalten werden, um einer bakteriellen Infektion vorzubeugen. Das Medikament Tecovirimat zur Behandlung von Affenpocken ist in der Schweiz nicht zugelassen.

Gibt es eine Pockenimpfung?

Aktuell ist kein Pockenimpfstoff in der Schweiz zugelassen. Man geht jedoch davon aus, dass Menschen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, noch einen gewissen Schutz haben.

Informationen für Gesundheitsfachpersonen

Bei Verdachtsfall bitten wir um das rasche Einholen einer fachlichen Beratung oder direkte Zuweisung an den Facharzt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, muss analog zu anderen meldepflichtigen Infektionskrankheiten ein ausgefülltes Meldeformular an den kantonsärztlichen Dienst gesendet werden: Melden (admin.ch)

Merkblätter zu Infektionskrankheiten

Es wurden Merkblätter zu häufigen und wichtigen Infektionskrankheiten sowie Empfehlungen zum Schulsausschluss erstellt. Diese können die Schulen, die Schulärztinnen und die Schulärzte sowie den Kantonsärztlichen Dienst bei Erkrankungsfällen dabei unterstützen die notwendigen Massnahmen zu treffen und die Eltern, die Lehrpersonen und das weitere Umfeld zu informieren.
Zu den Merkblättern

Krippe und Krankheit

Wann ist ein Kind so krank, dass es für eine Weile aus der Kindertagesstätte (Kita) ausgeschlossen werden muss? Und wann dürfen "nicht-so-kranke-aber-trotzdem-ansteckende" Kinder in der Kita bleiben?

Mehrere Gesichtspunkte sind für die Entscheidung zum Ein- und Ausschluss eines kranken Kindes aus der Kinderbetreuungsstätte bedeutend: Zum Beispiel der Allgemeinzustand des Kindes, das Ansteckungsrisiko und die potentielle Gefahr für andere Kinder und Mitarbeitende.

Antworten auf diese Fragen und Vorgehen bei ansteckenden Erkrankungen in der Kindertagesstätte und liefert das KiBe Forum Aargau mit diesem Ratgeber:

Saisonale Grippe

Der Kanton Aargau empfiehlt die Grippeimpfung nach den Richtlinien des Bundesamts für Gesundheit. Besonders wichtig ist die Grippeimpfung für Schwangere, chronisch Kranke sowie Menschen ab 65 Jahren. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf der Impfung von Medizinal- und Pflegepersonal, sowie Mitarbeitenden von Betreuungsinstitutionen wie Kinderkrippen und Tagesstätten.

Mehr Informationen zu "Impfen gegen Grippe" vom Bundesamt für Gesundheit

Mit der Impfung schützen Sie sich vor einer Grippeerkrankung und deren Folgen. Mit der Impfung schützen Sie auch Ihr Umfeld, da die Übertragung der Viren auf andere Personen eingeschränkt wird. Für einen optimalen Schutz muss sie jährlich erneuert werden.

Meine Impfung – Dein Schutz

Sie finden hier den Flyer zur Kampagne des Bundesamts für Gesundheit:

Impfungen

Impfungen sind eine wirksame vorbeugende Massnahme zur Verhinderung von verschiedenen Infektionskrankheiten und deren Komplikationen. Sie haben für die Gesundheit jedes Menschen sowie auch für die öffentliche Gesundheit eine grosse Bedeutung.

Die Impfempfehlungen werden regelmässig von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) in Zusammenarbeit mit dem BAG und dem Schweizerischen Heilmittelinstitut (swissmedic)

Masern

Zum Schutz ihrer Säuglinge empfehlen sowohl das BAG als auch die Ärzteschaft den Eltern die Impfung gegen Masern. Die Masern sind eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die insbesondere bei Babys und Erwachsenen zu schweren Komplikationen führen kann. Müttern und Vätern ohne Masernschutz (keine vorherige Impfung oder Erkrankung) wird daher empfohlen, sich zu ihrem Schutz und dem ihrer Babys impfen zu lassen, da Säuglinge in der Regel erst ab zwölf Monaten gegen Masern geimpft werden.

Keuchhusten

Zum Schutz ihrer Neugeborenen empfehlen sowohl das BAG als auch die Ärzteschaft den Eltern die Impfung gegen Keuchhusten. Keuchhusten (Pertussis) ist hochansteckend und wird durch Tröpfchen übertragen. Die Krankheit äussert sich mit heftigem Husten, der zu schweren Erstickungsanfällen führen kann. Für Erwachsene ist sie aber meist harmlos. Oft sind es die Eltern, welche ihre Kinder unwissentlich anstecken. Die Hustenanfälle können während Wochen anhalten und die Kinder beim Schlafen, Essen und Atmen einschränken. Lebensbedrohliche Komplikationen mit möglichen Dauerschäden können vor allem bei Neugeborenen oder Säuglingen auftreten.

Empfehlung / Elternbrief bei Keuchhusten (PDF, 2 Seiten, 212 KB)