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Umwelt und Verkehr

Energie, Raum und Umwelt

Im Bereich Energie, Raum und Umwelt finden sich verschiedenste Kennzahlen aus diesen drei Hauptbereichen. Im Bereich Energie sieht man wie sich die Energieversorgung und der Energieverbrauch im Kanton über die Jahre verändert hat. Der Bereich Raum liefert geografische Eckdaten zu Gemeinden, Bezirken und Kanton und gibt Aufschluss über die Bodennutzung in den verschiedenen Raumeinheiten. Im Umweltbereich werden Messwerte zu Klima sowie umwelt- und gesundheitsrelevanten Themen gezeigt.

Fast ein Viertel der in der Schweiz erzeugten Elektrizität stammt von Kern- und Wasserkraftwerken des Kantons Aargau. Während die Wasserkraft seit Mitte der 1970er Jahre weitgehend konstant bleibt, schwankt die Produktion aus Kernenergie je nach Auslastung der Kraftwerke teils deutlich. Die Arealstatistik zeigt, wie sich die Bodennutzung zwischen den Bereichen Siedlung, Landwirtschaft und Wald im Laufe der Zeit verändert hat – hin zu mehr Siedlungsgebiet und weniger Landwirtschaftsfläche. Mit einem Jahresmittel der Temperatur von etwa 11 Grad Celsius und einer jährlichen Niederschlagssumme von rund 1'000 mm weist der Kanton Aargau ein für das Schweizer Mittelland typisches Klima auf. Mit den verschiedenen Umweltindikatoren lassen sich sowohl längerfristige Trends als auch der aktuelle Zustand verschiedenster Themenfelder darstellen: So ist zum Beispiel seit 2010 die pro-Kopf-Menge an Altpapier und Karton im Kanton Aargau stetig zurückgegangen.

Energieverbrauch und -erzeugung

Der Bereich Energie gibt einen Überblick darüber, wie im Kanton Aargau Energie erzeugt und verbraucht wird. Die Kennzahlen zeigen, welche Energieträger genutzt werden und wie sich der Energiebedarf im Zeitverlauf entwickelt. Die Daten stammen von den Abteilungen Energie sowie Landschaft und Gewässer des Departements Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau.

46'200 TJ Energie wurde 2024 verbraucht im Kanton Aargau.
18'576 GWh Hydroelektrizität und Kernenergie wurde 2024 produziert.
26 Wasserkraftwerke produzierten Strom im Aargau 2024.

Im Jahr 2024 betrug der Energieverbrauch insgesamt 46'200 Terajoule (TJ). Davon entfielen 16'378 TJ auf Elektrizität und 29'822 TJ auf fossile Brennstoffe (Erdgas, Erdölbrennstoffe und -treibstoffe). Im Vergleich zum Vorjahr ging der Energieverbrauch leicht zurück (– 434 TJ). Von der erzeugten Hydroelektrizität und Kernenergie wurden rund 80 Prozent von den drei Kernkraftanlagen Beznau I, Beznau II sowie Leibstadt erzeugt, der Rest kam von den 26 Aargauer Wasserkraftwerken.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung des Energieverbrauchs und der Energieerzeugung im Kanton Aargau seit 1977.

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Die Stromproduktion aus Wasserkraft blieb seit 1977 mehrheitlich auf einem konstanten Niveau. Deutlicher schwankte die Stromerzeugung aus Kernenergie. So nahm das Kernkraftwerk Leibstadt im Dezember 1984 den kommerziellen Betrieb auf, was zu einem markanten Anstieg der Stromerzeugung führte. Der Einbruch im Jahr 2005 hing mit dem Ausfall einer Dampfturbine im Kernkraftwerk Leibstadt zusammen. In den Jahren 2015 bis 2018 war Beznau I drei Jahre lang vom Netz, und Leibstadt arbeitete 2016 und 2017 mit einer Auslastung von 50 bis 60 Prozent. Im Jahr 2021 lag die Auslastung in Leibstadt bei 45 Prozent, was ebenfalls zu einem Rückgang der Stromproduktion führte. Während der Erdgasverbrauch seit 1977 zugenommen hat, nahm der Verbrauch an Brennstoffen aus Erdöl kontinuierlich ab.

Bodennutzung und geografische Eckdaten

Die Arealstatistik des Bundesamts für Statistik beinhaltet Informationen zur Bodennutzung und -bedeckung und wird alle neun Jahre erhoben. Für den Kanton Aargau wurden im Jahr 2025 die Werte für die Erhebungsperiode 2020–2025 publiziert.

Die Gesamtfläche des Kantons Aargau beträgt 140'380 Hektaren. Der Grossteil der Fläche im Kanton Aargau wird landwirtschaftlich genutzt (42,5 %) oder ist bestockt (36,4 %). Die Siedlungsflächen (18,4 %) und unproduktive Flächen (2,6 %) folgen mit kleineren Anteilen.

Das untenstehende Kacheldiagramm zeigt die Verteilung der Bodennutzung im Kanton Aargau, aufgegliedert in vier Hauptbereiche und 14 Nutzungsarten.

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Der Grossteil der Fläche im Kanton Aargau wird landwirtschaftlich genutzt (42,5 %) oder ist bestockt (36,4 %). Die Siedlungsflächen (18,4 %) und unproduktive Flächen (2,6 %) folgen mit kleineren Anteilen. Diese vier Hauptbereiche gliedern sich weiter auf in insgesamt 14 Nutzungsarten im Kanton Aargau. Bei den Landwirtschaftsflächen ist das Ackerland mit 35'270 ha die grösste Kategorie. Die bestockten Flächen bestehen zu 95,7 Prozent aus Wald. Innerhalb der Siedlungsflächen nimmt die Nutzungsart "Gebäudeareal" den grössten Anteil ein. Bei den unproduktiven Flächen entfallen 85,9 Prozent auf Fliessgewässer und stehende Gewässer.

Laufenburg ist mit 17'178 Hektaren der flächenmässig grösste Bezirk. Die grösste Gemeinde Zurzach ist mit 2'599 Hektaren über 20-mal grösser als die kleinste Gemeinde Leimbach mit 115 Hektaren.

Die Aargauer Gemeinden sind in zwölf regionale Planungsverbände (Repla) gegliedert, welche die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg koordinieren. Der regionale Planungsverband "Fricktal regio" ist mit seinen 32 Mitgliedsgemeinden der grösste im Kanton.

Umweltinformationen und Klimadaten

Im Statistikportal von Statistik Aargau werden verschiedene Aspekte des Klimas, der Umweltbelastung und der Umweltqualität im Kanton beleuchtet – von Witterungserscheinungen und Luftqualität über Rohstoffabbau und Abfälle bis hin zu Ölunfällen.

Im Jahr 2025 fielen für jede Aargauerin und jeden Aargauer 152 Kilogramm Hauskehricht und Sperrgut, 22 Kilogramm Altpapier und 18 Kilogramm Altglas an. Darüber hinaus sammelte der Kanton insgesamt 78'080 Kilogramm Grüngut und 2'880 Kilogramm Altmetall.

Begriffsdefinitionen Energie

Joule (J)

Joule ist die internationale Standard-Masseinheit der Energie. Dazu gehören alle Energieformen, auch die Arbeit und die Wärmemenge. 1 Terajoule entspricht 10¹² Joule.

Wattstunde (Wh)

Die Wattstunde ist eine Einheit für den Energieverbrauch. Sie beschreibt die Leistung, die über eine bestimmte Zeit ausgeübt wird. 1 Gigawattsunde (GWh) = 1'000'000 Wattstunde (Wh) = 3.6 Terajoule (TJ)

Begriffsdefinitionen Bodennutzung und geografische Eckdaten

Bestockte Flächen

Bestockte Flächen entsprechen den Wald-, Gebüschwald und Gehölzflächen.

Landwirtschaftsflächen

Landwirtschaftsflächen umfassen Wiesland, Ackerland und Heimweiden sowie Areale, die für den Obst-, Reb- und Gartenbau oder alpwirtschaftlich genutzt werden.

Regionale Planungsverbände

Die regionalen Planungsverbände (Repla) beraten und unterstützen die Gemeinden, insbesondere auf dem Gebiet der Raumentwicklung, des Umweltschutzes, des Natur- und Heimatschutzes, der Erschliessung sowie der Ver- und Entsorgung. Zudem erarbeiten die Planungsverbände die regionalen Grundlagen für kantonale Planungen. Die regionalen Planungsverbände sorgen vorab für die gegenseitige Abstimmung der kommunalen Planungen im Sinne von § 11 Baugesetz.

Im Kanton Aargau gibt es zwölf regionale Planungsverbände. Jede Gemeinde ist mindestens Mitglied eines regionalen Planungsverbands. Zweitmitgliedschaften sind möglich, wie auch ausserkantonale Mitgliedsgemeinden.

Siedlungsflächen

Siedlungsflächen umfassen Areale und Anlagen, die dem Wohnen, dem Verkehr, der Produktion (ohne Land- und Forstwirtschaft), dem Handel sowie den Dienstleistungen, der Versorgung, der Entsorgung oder der Erholung dienen. Dazu gehören Industrie- und Gewerbeareale, Verkehrsflächen und besondere Siedlungsflächen wie Baustellen, Grünanlagen oder Deponien).

Unproduktive Flächen

Zu den unproduktiven Flächen zählen stehende Gewässer, Fliessgewässer, Unproduktive Vegetation sowie Vegetationslose Flächen wie Fels, Sand, Geröll, Gletscher oder Firn.

Begriffsdefinitionen Umweltinformationen und Klimadaten

Grüngut

Grüngut umfasst alle kompostier- und vergärbaren Abfälle, darunter auch Rüstabfälle und Speisereste. Letztere sind aufgrund unterschiedlicher Verwertungsprozesse nicht in jeder Gemeinde in der Grüngutsammlung erlaubt.