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Wassertiere & Lebensräume

Lebensraumaufwertungen für Wassertiere

Fliessgewässer gehören weltweit zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen. Auch in der Schweiz wurden viele von ihnen begradigt, kanalisiert, eingedolt und mit künstlichen Gewässersohlen versehen. Schwellen, Abstürze und Dämme sind Wanderhindernisse für Wassertiere. Die Funktionsfähigkeit von Fliessgewässern ist vielerorts eingeschränkt und die Artenvielfalt dezimiert.

Zeiherbach bei Hornussen: Sogenanntes Schlüsselholz im Zeiherbach in Hornussen lässt einen tiefen Kolk entstehen, den Fische als Unterstand nutzen (© Kanton Aargau)

Im Verlaufe der letzten zwei Jahrhunderte wurden viele Fliessgewässer in ihrem Verlauf verändert. Im schweizerischen Mittelland können heute nur noch wenige ursprüngliche und natürliche Gewässerstrecken gefunden werden. Damit hat sich auch der natürliche Lebensraum unserer Fische sehr stark verändert. Entsprechend weist die Fischfauna der Schweiz seit mehreren Jahrzehnten eine besorgniserregende Entwicklung auf. Gemäss der aktuellen Roten Liste der Fische und Rundmäuler der Schweiz gelten heute rund 60 Prozent der einheimischen Arten als ausgestorben, vom Aussterben bedroht, stark gefährdet oder gefährdet (BAFU / info fauna 2022). Als Hauptursachen für den Fischrückgang werden unter anderem Gewässerverbauungen, mangelnde Vernetzung, hydrologische Veränderungen, stoffliche Belastungen sowie klimatische Veränderungen genannt.

Das Bundesgesetz über die Fischerei bezweckt mitunter die Lebensräume der einheimischen Fische und Krebse zu erhalten, zu verbessern oder nach Möglichkeit wiederherzustellen (Art. 1). Es nimmt die Kantone in die Pflicht, Massnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Wassertiere sowie zur lokalen Wiederherstellung zerstörter Lebensräume zu ergreifen (Art. 7). Revitalisierungen sind auch ein zentraler Bestandteil des Gewässerschutzgesetzes. Ziel ist die Wiederherstellung von naturnahen Bächen, Flüssen und Seen mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten.

In den letzten Jahrzehnten wurden verschiedene Massnahmen getroffen, um die Lebensraumbedingungen in den Fliessgewässern im Kanton Aargau zu verbessern. Dazu gehören insbesondere Revitalisierungs- und Längsvernetzungsprojekte oder der Ausbau von Abwasserreinigungsanlagen. Auch die Sektion Jagd und Fischerei führt in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit anderen Fachstellen Lebensraumaufwertungsprojekte durch. Solche Aufwertungsmassnahmen können auch von Fischereivereinen, Privatpersonen, Gemeinden oder anderen Organisationen angestossen werden.

Beispiele von Lebensraumaufwertungen

Wigger in Brittnau: Substratsortierung dank viel Totholz an der Wigger in Brittnau (© Kanton Aargau)
Aufwertung für den Steinkrebs im Dorfbach Meienberg (© Kanton Aargau)

Fischer schaffen Lebensraum

Bach mit Holzstrukturen.
Fischer schaffen Lebensraum: Aufwertungsmassnahmen 2025 an der Ruederchen in Schmidrued (© Kanton Aargau)

Mit einfachen Massnahmen lässt sich an vielen Bächen und Flüssen verblüffend viel Vielfalt schaffen. Die ökologische Funktionsfähigkeit dieser Gewässer kann massiv aufgewertet werden. Davon profitiert das gesamte Ökosystem und damit auch der Fischbestand.

Mit dem Projekt "Fischer schaffen Lebensraum, Kanton Aargau" wollen der Aargauische Fischereiverband (AFV), der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) und der WWF Aargau mit Unterstützung der kantonalen Fischereifachstelle beeinträchtigten Gewässerlebensraum ökologisch aufwerten. Dabei wird dringend benötigter Lebensraum für viele Fischarten, Wasserinsekten und alle anderen aquatischen Organismen geschaffen.

Mit vereinfachten Bewilligungsabläufen, Planungs- und Umsetzungsunterstützung sowie einer im Voraus gesicherten Finanzierung und Vergütung werden Aufwertungsprojekte im gesamten Kanton unterstützt. Das exakte Vorgehen bei solchen Aufwertungsprojekten ist nachfolgend im Dokument "Fischer schaffen Lebensraum, so funktionierts im Kanton Aargau" detailliert aufgeführt.