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Aus der Praxis

Brombeeren in Hecken: Tolerieren oder bekämpfen?

Brombeeren in einer Hecke.
Bleibt der Anteil der Brombeertriebe am Heckenvolumen im einstelligen Prozentbereich, tragen sie zur ökologischen Vielfalt der Hecke bei. Foto: Albert Krebs, Bildarchiv ETH Zürich

Brombeeren sind in nahezu jeder Naturhecke zu finden. Bleibt der Anteil der Brombeertriebe am Heckenvolumen im einstelligen Prozentbereich, tragen sie zur ökologischen Vielfalt der Hecke bei. Eine starke Ausbreitung von Brombeeren in Hecken ist hingegen unerwünscht. Das gilt besonders für die Armenische Brombeere.

Brombeeren bieten Nahrung und Lebensraum

Brombeerpflanzen bieten reichlich Futter: Bienen, Schlupfwespen und Schwebfliegen nutzen die Blüten, Schmetterlingsraupen leben von den Blättern und Vögel profitieren von den Früchten als Winterproviant. Zudem nutzen seltene Wildbienenarten die markhaltigen Stängel zur Eiablage. Dominant werden sollen Brombeeren jedoch nicht, da dies die Vielfalt der Lebensgemeinschaften in der Hecke reduziert.

Ein oranger Brombeer-Perlmuttfalter auf Brombeerblätter.
Brombeer-Perlmuttfalter legen ihre Eier auf Brombeerblätter. Diese sind die Hauptnahrung der Raupen. Foto: Emil Stierli, Bildarchiv ETH Zürich

Zurückhaltung beim Auslichten von Hecken

Die rund 100 Unterarten der Brombeere sind unterschiedlich wüchsig. Zu Dominanz neigende Sorten sind an kräftigen Ranken mit raschem Zuwachs erkennbar. Hecken mit starkwüchsigen Brombeeren werden am besten selektiv gepflegt. Das heisst: langsam wachsende Gehölzarten werden gezielt mit der Motorsäge oder einem hydraulischen Schneidwerkzeug freigestellt. Auf das abschnittweise Schlegeln oder Auf-Stock-Setzen wird bewusst verzichtet. So entstehen keine grossen Freiflächen, auf denen die Brombeeren überhandnehmen könnten. Die selektiv gepflegten Stellen sind überschaubar und können mit vertretbarem Aufwand freigehalten werden, bis die Gehölze nachgewachsen sind.

Eine auf Stock gesetzte Hecke ist fast vollständig von Brombeeren überwuchert.
Diese auf Stock gesetzte Hecke wurde fast vollständig von Brombeeren überwuchert. Foto: LZ Liebegg

Armenische Brombeere konsequent bekämpfen

Besonders wüchsig ist die als Neophyt eingestufte Armenische Brombeere, die mit den heimischen Arten hybridisieren kann. Die Armenische Brombeere und ihre Hybriden sind am deutlichsten an den Stacheln erkennbar. Diese haben eine rote Basis und eine helle Spitze. Weitere Merkmale wie die grossen blassrosa Blüten und die gewölbten Blätter mit heller Unterseite geben zusätzliche Sicherheit bei der Bestimmung (vgl. Merkblatt Armenische Brombeere). Brombeeren vermehren sich sowohl vegetativ als auch über die Früchte.

Eine armenische Brombeere hat gewölbte Blätter mit heller Unterseite.
Die Armenische Brombeere hat Stacheln mit roter Basis sowie gewölbte Blätter mit heller Unterseite. Foto: LZ Liebegg

Armenische Brombeeren sollten von Beginn weg konsequent bekämpft werden, da sie nicht nur in der betreffenden Hecke überhandnehmen, sondern sich über fruchtfressende Vögel regional rasch ausbreiten können.

  • Junge Triebe mechanisch bekämpfen: Ab März ausreissen oder aushacken; in der Regel ein Durchgang pro Jahr.
  • Etablierte Bestände mechanisch bekämpfen: Bodennah abschneiden oder aushacken; erster Durchgang Ende März (vor Beginn der Brutsaison); zwei weitere Eingriffe im Laufe des Sommers; über mehrere Jahre wiederholen.
  • Chemische Bekämpfung: Im Gehölzstreifen ist der Einsatz von Herbiziden verboten. Im Krautsaum ist die Einzelstockbekämpfung mit den bewilligten Wirkstoffen erlaubt.
  • Entsorgung: Die Pflanzenteile müssen über eine professionelle Grüngutverwertungsanlage oder über die Kehrichtverbrennung entsorgt werden.

Hinweis:Tipp

Stossen Sie einige abgeschnittene Brombeerstängel zwischen die Äste von Gebüschen (ohne Bodenkontakt). Die ausgetrockneten, markhaltigen Stängel werden von Wildbienen besiedelt.