Lesetipps aus dem Freiwilligenprogramm
Jeden Monat stellen engagierte Leserinnen und Leser aus dem Freiwilligenprogramm von Bibliothek und Archiv Aargau ihre Lieblingsbücher vor.
Im Foyer finden Sie neu einen Tisch mit persönlichen Lesetipps zu Büchern aus der Kantonsbibliothek – ausgewählt und empfohlen von engagierten Leserinnen und Lesern aus dem Freiwilligenprogramm von Bibliothek und Archiv Aargau. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie neue Lektüre mit einer ganz persönlichen Note. Alle Titel aus dem Freiwilligenprogramm haben wir auch online in swisscovery für Sie zusammengestellt.
Neue Lesetipps
Guiseppe Tomasi di Lampedusa: Der Leopard
Der Autor beschreibt in wenigen Kapitel den Niedergang der Feudalwelt und Agrargesellschaft vom Beginn des "Risorgimento" Italiens 1860 mit der Landung des Revolutionärs Giuseppe Garibaldi. Fabrizio, der alternde Fürst von Salina versucht sich den politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen anzupassen. Der Niedergang ist schleichend und endet in der Auflösung einer neuen Ordnung. Es werden verschiedene Personen mit einer solch genauen, subtilen, höchst brillanten Wortwahl und Schreibweise dargestellt, die mir als Leser höchstes Lesevergnügen bereitet haben. An der Neuauflage ist vor allem die Übersetzung und aufschlussreiche Anmerkung von Burkhart Kroeber herauszuheben. Durch seine genaue Art und sein Verständnis der Sprache des Schriftstellers verhilft er, diesem Roman zu würdigen. Ein Klassiker der Weltliteratur – sehr lesenswert!
Lesetipps der vergangenen Monate
Lize Spit: Autobiografie meines Körpers
Lize Spit ist eine junge, belgische Autorin und lebt in Brüssel. Das Buch ist ein Roman, aber auch ihre "Jugendbiografie". Sie wuchs mit drei Geschwistern in einem akademischen Haushalt auf. Die Mutter war Alkoholikerin. Was das in dieser Familie auslöst, kann ich nicht beschreiben, das Buch muss man lesen und es lässt einen nicht los bis zum Schluss. PS: Ich war an einer Lesung von Lize Spit – und nach der Lesung war es erst mal totenstill. Das sagt alles zur Intensität dieses Buchs.
Dorothee Kohler: Vier Seiten leben. Der Fall Martha L.
Die Autorin entdeckt beim Aufräumen des Familiennachlasses, dass sie eine Tante hatte, die ihr völlig unbekannt war. Martha wurde nie erwähnt. Sie beginnt zu recherchieren und muss erfahren, dass ihre Tante in jungen Jahren Ende des 19. Jahrhunderts in die Psychiatrie "abgeschoben" wurde und darauf nicht mehr als Familienmitglied existierte. Eine Geschichte, die betroffen macht und die auch die Psychiatrie in ein Licht stellt, das einen manchmal zu Tränen rührt oder wütend macht.
Yael Inokai: Die Auster
Leonora Bloch – die Hauptprotagonistin – arbeitet in Berlin als Putzkraft in einem berühmten Kaufhaus. Sie findet ihren Vorgesetzten und Geschäftsführer des Hauses ermordet auf. Leonora Bloch wächst einen ans Herz mit ihrer Ehrlichkeit, Offenheit und Sturheit. Es ist eine Kriminalgeschichte vom Feinsten. Die Sprache klar, satt und schnörkellos. Und wer Berlin mag, fühlt sich wie zu Hause.
Doris Brehm: Eine Frau zwischen gestern und morgen
Wie Widerstandsarbeit im nationalsozialistischen Österreich funktionierte, wusste Doris Brehm aus eigener Erfahrung. Während des Kriegs versteckte sie unter anderem Juden und politisch Verfolgte in ihrer Heimatstadt Wien. Dieses Zeitdokument in Romanform lässt Figuren agieren, die auf realen Vorbildern basieren. Nicht nur die Versteckten kommen zu Wort, sondern auch Widerständlerinnen und Widerständler. Dabei erweist sich Doris Brehm als genaue Beobachterin ihrer Romanfiguren in der Zeit von 1942 bis weit nach Kriegsende. Warum wurde jemand Soldat im Dienst der Nazis? Wie stand es um die Rechte der Frauen? Dies sind Fragen einer nicht allzu fernen Vergangenheit, die dieses zu Unrecht vergessene Werk wieder aufgreift.
Heinrich Mann: Der Untertan
Bei diesem sprachlichen Leckerbissen voller satirischer Seitenhiebe kommen die historisch interessierten Leserinnen und Leser voll auf ihre Kosten. Es gibt in der Literatur wohl keinen grösseren Anhänger Kaiser Wilhelms II wie der Untertan Diederich Hessling, der Emporkömmling par excellence. Er macht Karriere in einer deutschen Provinzstadt, es gilt das dumpfe Recht des Stärkeren, dem alles Feingeistige der Aufklärung Platz machen muss. Willige Helfer gibt es viele, angefangen bei der Burschenschaft usw. Der Macht wird alles geopfert, wenn es sein muss, auch die eigene Familie. Der Roman erhält aufschlussreichen Anschauungsunterricht für alle Demokratiemüden der Gegenwart, schlitterte doch das autoritäre Reich Kaiser Wilhelms II quasi unaufhaltsam der Katastrophe des Ersten Weltkriegs entgegen.
Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse
Das Buch erzählt die traurige Geschichte von Kya. Alle Menschen verlassen sie: ihre Eltern, ihre Geschwister und die Männer, die sie liebt. Aber die Natur und ihr eigenes Talent verlassen sie nie. Das gibt ihr Kraft. Ich habe das Buch in Einfacher Sprache gelesen. Es war sehr gut zu verstehen und hat mich tief berührt. Ich empfehle dieses Buch allen Leserinnen und Lesern.
Robert Domes: Nebel im August
Der Knabe Ernst Lossa, Sohn eines Fahrenden, wird von Heim zu Heim geschoben und schliesslich – obschon völlig gesund – mit der Todesspritze hingerichtet. Eine gut recherchierte Geschichte über Euthanasie, die bis 1945 sogar ein Fach an den Universitäten des Dritten Reiches war.
Elif Shafak: Das Flüstern der Feigenbäume
Ein Buch für alle, die schon immer mehr über die Teilung Zyperns aus der Sicht seiner Bewohnerinnen und Bewohner erfahren möchten. Historische Fakten vermischen sich in dieser romantischen Romeo-und-Julia-Geschichte mit botanischem Wissen über (Feigen)Bäume. Wie man als Zypriotin oder Zypriot mit der geteilten Insel heute umgeht, sei es als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler, als Einheimische oder Einheimischer oder als junge spätgeborene Generation, wird in diesem Roman mit viel Empathie und voller Metaphern aus der Natur beschrieben.
Judi Dench: Shakespeare. Der Mann, der die Miete bezahlte
Judi Dench, die seit sieben Jahrzehnten auf der Theaterbühne steht und Teil der Royal Shakespeare Company war, erzählt sehr humorvoll und amüsant von ihren Erfahrungen auf der Bühne. Brendan O’Hea, ihr Gesprächspartner, führt durch das Buch und es ist, als ob man selbst beim Gespräch war. Ein vergnügliches und zugleich lehrreiches Buch über die Theaterwelt und über das Leben von Judi Dench als grandiose Schauspielerin. Während des Lesens kann man immer wieder laut lachen.
Sarah Jollien-Fardel: Sa préférée
Dans un Valais implacable, Jeanne, sa mère et sa sœur sont constamment aux proies avec la cruauté bestiale de leur père/mari. C’est un secret bien connu de tous au sein du petit village. Tout le monde détourne pourtant le regard. Jeanne n’a alors d’autre choix que d’esquiver comme elle l’a toujours fait, cette fois-ci par la distance. Elle sera malheureusement bien vite rattrapée par une succession insupportable d’injustices et de tragédies. Dans de telles circonstances, comment ne serait-ce qu’envisager un jour le pardon, l’apaisement ?
Angelika Overath: Calanda oder Alvas Antwort
Der Roman scheint unspektakulär, ist es aber gar nicht. Alva, eine Mutter von zwei Kindern mit verschiedenen Vätern sucht ihren Weg und findet die Antwort auf einer Wanderung zum Churer Hausberg Calanda. Allein wagt sie sich auf den zweitausend Meter hohen Berg, wo sie die Erkenntnis über das Leben, dessen Sinn und was es wertvoll macht, findet. Ein ruhiges, wunderbares, lesenswertes Buch.
Sarah Jollien-Fardel: La longe
Dans un Valais implacable, Jeanne, sa mère et sa sœur sont constamment aux proies avec la cruauté bestiale de leur père/mari. C’est un secret bien connu de tous au sein du petit village. Tout le monde détourne pourtant le regard. Jeanne n’a alors d’autre choix que d’esquiver comme elle l’a toujours fait, cette fois-ci par la distance. Elle sera malheureusement bien vite rattrapée par une succession insupportable d’injustices et de tragédies. Dans de telles circonstances, comment ne serait-ce qu’envisager un jour le pardon, l’apaisement?
Siri Hustvedt: Ghost Stories
Ein tiefgründiges, sensibles Buch. Hustvedt erinnert sich an Paul Auster, mit dem sie über 40 Jahre zusammen war. Mit ihrem Trauer-, Erinnerungs- und Liebesbuch möchte sie am liebsten, Paul zu neuem Leben erwecken. Auch Paul selbst kommt zu Wort mit Briefen, die er für seinen, noch vor seinem Tod geborenen Enkel Miles hinterlassen hat. Es sind Erinnerungen, schmerzlich und tröstlich zugleich.
Jeremias Gotthelf: Bauernspiegel
Gotthelf nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um seine Kindheit und Jugend als Verdingkind geht. Aller bitterer Armut, Brutalität, Vernachlässigung und Gaunertum zum Trotz schafft es der Emmentaler dennoch, Lehrer in dem Umfeld zu werden, das ihn zunächst in den französischen Solddienst verstösst. Realismus vom Feinsten mit einer gesunden Prise Sarkasmus, mit dem Gotthelf sein Sittengemälde dieser bäuerlichen Gesellschaft malt.
Adèle Yon: Mon vrai nom est Élisabeth
Tiré de son travail de thèse doctorale, ce roman autobiographique d’Adèle Yon retrace l’enquête menée sur son arrière-grand-mère et sa maladie. Folie qui semble également toucher l’autrice et qui est le point de départ de ses interrogations et de ses craintes. Au fil des aller-retours dans le temps, des trajets, les langues finissent par se délier, l’administration finit par coopérer et la vérité éclate.
Juli Zeh: Corpus Delicti. Ein Prozess
"Corpus Delicti" wird alle Fans von "1984" oder "Der Würfel" begeistern. Auch hier geht es um eine totale Überwachung, eine Diktatur, dieses Mal der Gesundheit. Individuelle Freiheiten gibt es nicht, jedes Vergehen wird hart als Terrorismus bestraft. Wo hört die Freiheit des Einzelnen auf, wenn es um den Schutz des grösseren Ganzen geht? Eine Frage, die nicht erst seit Covid aktuell ist.
Helga Schubert: Luft zum Leben
Helga Schubert wuchs in der ehemaligen DDR auf. Sie schrieb schon früh, wurde immer wieder zensuriert und in die Schranken gewiesen. Nun ist ihr "Lebenswerk" erschienen, ein Buch mit Erzählungen und Texten aus 65 Jahren. Sie erzählt von Mut, Freiheit und strahlt bei aller Tragik eine unglaubliche Zuversicht aus. Für jene, die sie noch nicht von früheren Werken kennen, ist es ein hervorragender Einstieg in das schriftstellerische Werk von Helga Schubert. Ein literarischer Schatz, wie es selten gibt. Schubert gewann 2020 mit 80 Jahren den Bachmannpreis.
Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (in Einfacher Sprache)
Dieses Buch erzählt die Geschichte eines realen Krieges, ohne auf epische, ideologische Erzählungen oder Propaganda zurückzugreifen. Es schildert, wie ein Krieg einen Menschen brutalisieren kann. Es ist ein völlig unvoreingenommener Roman, der sich gegen den Krieg richtet. Ich habe noch nie ein literarisches Werk gelesen, das den Krieg so objektiv darstellt. Obwohl ich nicht gut Deutsch spreche, hat mich die einfache, aber klare und fesselnde Sprache kein bisschen gelangweilt. Das Buch wird mich noch viele Jahre prägen. Darüber hinaus sind die Unparteilichkeit und der völlige Verzicht auf Sensationsgier, selbst bei Begriffen wie Familie, Freund, Feind, Front und Militär, sehr beeindruckend.
Nathacha Appanah: "La nuit au cœur"
Trois destins mêlés de femmes, tragiquement similaires, de victimes de violences conjugales. Une enquête implacable, menée par la seule survivante des trois. Trois femmes qui courent, à la fois ensemble et si seules, pour échapper au féminicide, à la nuit noire qui remplace "l’amour".
Nathalie Schmid: Lass es gut sein
Der Roman handelt von einer Frau, Larissa, in der Mitte ihres Lebens, die sich Gedanken macht, wer sie ist, woher sie kommt und wohin sie will. Sie geht auch unbequemen Fragen nicht aus dem Weg, fragt sich, wer und was hat sie geprägt, was nimmt sie aus ihrem früheren Leben "mit" was "wirft" sie weg und wie bewegt sich heute innerhalb der sozialen Beziehungen und Strukturen. Ein Entwicklungsroman, der mich sehr berührte und zum Nachdenken anregte.
Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Dorothee Elmiger verarbeitet auf intelligente Weise verschiedene Erzählebenen. Der Roman beruht auf wahren Begebenheiten; dem unerklärlichen Verschwinden zweier junger Frauen aus Holland im Dschungel von Panama. In einer zweiten Ebene folgt die Erzählerin der Einladung eines Theatermachers, dieses Verschwinden mit anderen Teilnehmenden am Tatort nachzuvollziehen. Danach sollte sie alles zu Protokoll bringen, ringt aber mit einer Schreibblockade. In der dritten Ebene erzählen weitere Teilnehmende der Expedition Erlebnisse aus ihrem Leben, die harmlos beginnen, aber zunehmend beängstigender werden und die Erzählenden überfordern und überwältigen. Der Urwald wird als ein übersteigertes, unkontrolliertes Kommen und Vergehen alles Lebendigen wahrgenommen. Dunkelheit spielt eine wichtige Rolle, ständige Verunsicherung und eine vage Ahnung von der Gleichgültigkeit des Universums durchziehen die Geschichte. Konsequent vorgetragen wird dieser Roman in indirekter Rede. Eine Geschichte mit einer unglaublichen Sogwirkung!
Édouard Louis: Monique s’évade
Après "Combats et métamorphoses d’une femme", Édouard Louis livre le récit d’une nouvelle fuite de sa mère, Monique, aux prises d’un homme violent. Comment elle se (re)construit, seule, et la manière dont elle sort, enfin, de l’invisibilité. La célébration de son courage et l’apaisement de leur relation, une nouvelle proximité, née d’une souffrance commune, surmontée ensemble.
Édouard Louis: L'effrondrement / Der Absturz
Ultime roman de la fresque familiale d’Édouard Louis, "L'effrondrement" s’ouvre sur le décès de son frère aîné à trente-huit ans seulement, conséquence de son alcoolisme. Comme dans ses précédents livres dans lesquels il explore la vie de ses parents, l’auteur mène une sorte "d’enquête" afin de retracer la vie de ce frère qu’il ne connaissait finalement pas et qu’il n’aimait pas. Comme une tentative de comprendre les comportements destructeurs de ce frère lui-même détruit.
Torsten Woywood: Mathilde und Marie
Ein Buch zum Entschleunigen und Träumen. Marie "flüchtet" aus Paris, weil ihr alles zu laut und zu grell ist, bricht ihr Studium ab und fährt weg. Sie landet durch Zufall in Radu, einem kleinen Bücher-Dorf in den belgischen Ardennen. Ein zauberhaftes Buch über Freundschaft, Dorfgemeinschaft und philosophische Gedanken. Sehr zu empfehlen!
Édouard Louis: En finir avec Eddy Bellegueule
Dans ce premier roman, Édouard Louis raconte son enfance picarde, la manière dont il a fui son déterminisme social, après la prise de conscience de son attirance envers les hommes et son échec de "normalité". La seule solution semble alors de s’extraire de ce milieu rural qui ne reconnaît qu’une vision toxique de la masculinité, sur fond de pauvreté subie, d’alcoolisme et de violence; et où les hommes sont inexorablement amenés à quitter l’école rapidement pour travailler dur à l’usine et les femmes n’ont pas beaucoup plus d’options.
Jose Dalisay: Last call Manila
Ein Sarg mit einer jungen Philippinin drin begibt sich mit einer Nachtclubsängerin und einem Polizisten auf eine tragikomische Odyssee durch die Philippinen. Diese werden so realistisch beschrieben, dass der Roman einen filmischen Charakter erhält.
Michael von Orsouw: Luise und Leopold
Was bewegte früher und heute die Boulevardpresse mehr als die Skandale und Romanzen der High Society. Ein grosser Skandal ereignete sich an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Hause Habsburg. Kronprinzessin Luise und ihr Bruder Erzherzog Leopold von Österreich-Toskana fliehen aus Österreich in die Schweiz. Weshalb? Sie sind über beide Ohren verliebt, sie in den Hauslehrer ihre Kinder, er in eine ehemalige Prostituierte. Beide Verbindungen sind allerhöchst brisant und eine standesgemäße Unmöglichkeit: ein Skandal sondergleichen. Eine tragikomische Liebesgeschichte ohne guten Ausgang. Der Autor versteht es, mit spitzer Feder und subtilem Humor uns Leserinnen und Leser bei Laune zu halten und uns in der Lust an Skandalen zu befriedigen. Und das alles mit fundiertem geschichtlichem Hintergrund. Ein ausserordentliches Lesevergnügen. Mein Fazit: Die Zeiten haben sich nicht allzu sehr geändert.
Vincenzo Todisco: Das Eidechsenkind
Der Hauptprotagonist ist ein Kind, welches im Gastland – der Schweiz – versteckt aufwächst. Es lebt in der Wohnung, tagsüber allein, zählt die Schritte, die es braucht, um die Wohnung abzuschreiten, analysiert die Geräusche, muss sich verstecken, wenn es an der Haustüre klingelt. Es beginnt sich geschmeidig und schnell zu bewegen, als ob es sich die Haut einer Eidechse stülpen würde. Mit der Zeit begibt es sich aber auf Entdeckungstour im Haus, "nistet" sich bei der Geigerin, bei Literaturprofessor oder beim dicken Jungen ein. Eindrucksvoll geschrieben, Tragik wechselt sich mit Schönem ab.
Édouard Louis: Combats et métamorphoses d’une femme / Die Freiheit einer Frau
Édouard Louis retrace la vie de sa mère et détaille la manière dont leurs deux destins sont intrinsèquement liés. L’évolution de leur relation est grandement dépendante de la condition de femme, de mère et d’épouse de Monique, à laquelle elle ne semble pas pouvoir échapper et qu’elle ne peut que subir, à travers les humiliations, la violence et l’absence cruelle de choix dont elle est constamment victime.
Theodor Michael: Deutsch sein und schwarz dazu
Die bewegende Geschichte eines Zeitzeugen, geboren 1925. Theodor Michaels Vater kam aus dem "deutschen Schutzgebiet Kamerun" nach Deutschland. Theodor musste als "Neger im Baströckchen" an Völkerschauen auftreten und später als Komparse in Kolonialfilmen. Im 2. Weltkrieg wurde er in Arbeitslager inhaftiert. Später war Theodor Michael als Dolmetscher und Schauspieler tätig. Er studierte auf dem zweiten Bildungsweg Volkswirtschaft und wurde zu einem anerkannten Afrika-Spezialisten.
Arnon Grünberg: Besetzte Gebiete
Kadoke, ein jüdischer Psychiater aus Amsterdam, verliebt sich in Anat, eine strenggläubige Mathematikerin aus Israel. Nachdem er zur Persona non grata aufgrund eines beruflichen Fauxpas geworden ist, wandert er mit seinem kranken Vater nach Israel aus. In der Siedlung von Anat, einem Ort, den sie aus politischen Gründen eigentlich ablehnen, leben die beiden in ärmlichsten Verhältnissen. Die Ereignisse überschlagen sich in diesem tragikomischen Roman. Kadoke heiratet Anat, die von einer kinderreichen Familie träumt.
Édouard Louis: Changer : méthode / Anleitung ein anderer zu werden
Il s’agit du parcours de(s) transformation(s) entreprise(s) par Édouard Louis pour "se sauver" comme il l’écrit. Se sauver intellectuellement, géographiquement, financièrement, à travers diverses rencontres et différents lieux. Toutes les étapes pour "être" enfin "soi". De manière radicale et souvent même brutale.