Hervorgehoben:Freiwillige entdecken
Das Tüllenbeil wurde von einem Freiwilligen der Kantonsarchäologie entdeckt.
Das Beil sieht schon seit Jahrhunderten gleich aus. Es ist optimal funktional.
Ein klein Beil macht viel Holz feil: Das altertümliche Sprichwort bedeutet, dass auch mit kleinen Mitteln, Beharrlichkeit oder dem richtigen Werkzeug Großes erreicht werden kann. Das weiss, wer einmal von Hand Holz gespalten hat. Auch heute noch spalten wir Holz mit einem Werkzeug, dessen Form sich seit mehreren hundert Jahren kaum verändert hat. Gerade Alltagsgeräte und Werkzeuge bleiben erstaunlich gleichförmig, haben sie einmal eine optimale Form gefunden. Die heutige Form mit ovalen Schaftlöchern für den geraden Griff aus Holz ist seit Römerzeit gebräuchlich. Davor in der Eisenzeit wurde der geschwungene Holm in eine rechteckige Tülle gesteckt und fixiert. In der Römerzeit verschwindet diese sogenannte Tüllenaxt dann allmählich.
Interessanterweise finden sich Tüllenbeile in römischem Kontext auch als Miniaturausgaben in Tempeln und Hausheiligtümern, wo sie den Gottheiten geweiht wurden. Sie werden somit zu einem Symbol, einem kleinen Abbild des originalen Werkzeuges. Nehmen die kleinen symbolischen Votivbeile auf die Verwendung bei blutigen Tieropfern Bezug?
Noch heute lassen sich solche ikonischen Symbole beobachten. Heute telefoniert kaum jemand noch mit einem klassischen Telefonhörer. Er ist aus unserem Alltag verschwunden. Wobei: als Icon hat er auf Mobiltelefonen überlebt. Briefumschläge werden zwar noch rege genutzt, aber als Icon für Mails haben sie längst eine symbolische Bedeutung erlangt.
Das Tüllenbeil wurde von einem Freiwilligen der Kantonsarchäologie entdeckt.