Hinweis:Hitzeinsel
Schottergärten erhitzen sich deutlich stärker als begrünte Flächen und speichern die Hitze bis in die Nacht hinein. Das Wärmebild unten zeigt dies beispielhaft auf.
Schottergärten sind sowohl für die Natur als auch fürs Mikroklima ein Graus. Naturnahe Alternativen hingegen fördern die Biodiversität, lassen Regenwasser besser versickern und kühlen über die Pflanzen die Umgebung.
Eine saubere Sache ohne mühsames Jäten: Das versprechen sich die meisten Gartenbesitzenden, wenn sie sich für einen Schottergarten entscheiden. Unter dem Schotter liegt ein Unkrautvlies aus Kunststoff, welches verhindert, dass unerwünschte Pflanzen wachsen können. Doch schon wenige Jahre nach der Umsetzung kommt die Ernüchterung. Es fällt Laub von benachbarten Bäumen zwischen die Steine, Wind und Vögel transportieren Samen auf die Fläche und der gepflegte Eindruck ist dahin. Ab jetzt heisst es Jäten, Laubbläsern oder Abflammen, wenn man das Ursprungsbild erhalten will. Manch jemand greift gar verbotenerweise zum Herbizid.
Zudem werden weitere Nachteile ersichtlich. An warmen Sommertagen heizen sich die Steine auf und es entstehen regelrechte Hitzeinseln. Der Hitzeeffekt reicht bis in die Nacht hinein, wenn die Steine Wärme abgeben. Doch nicht nur bei Hitze, auch bei Starkregen sind die Schotterflächen problematisch. Das Unkrautvlies behindert die Versickerung des Regenwassers in den Boden. Statt in belebtem Boden und später gesäubert ins Grundwasser zu gelangen, fliesst das Wasser oberflächlich ab und belastet unnötig die Kanalisation und Abwasserreinigungsanlagen.
Schottergärten erhitzen sich deutlich stärker als begrünte Flächen und speichern die Hitze bis in die Nacht hinein. Das Wärmebild unten zeigt dies beispielhaft auf.
Wer seinen Schottergarten renaturieren möchte, hat diverse Möglichkeiten. Als Erstes gilt es, die Steine zur Seite zu räumen und das Vlies zu entfernen. Je nachdem, wie alt die Schotterfläche ist, wird der Boden unterschiedlich stark verdichtet und geschädigt sein. Bei grösseren Flächen lohnt es sich, einen Naturgartenbauer beizuziehen, bei kleineren Flächen kann man selbst anpacken, den Boden auflockern und mit Sand oder Humus anreichern.
Ein Teil der Steine kann dabei durchaus im Garten bleiben, denn Steine im Garten sind nicht per se schlecht. Im Gegenteil, für Eidechsen und verschiedene Wildbienenarten sind sandige, steinige Böden genau richtig. Mit oder ohne Steine gibt es viele Alternativen zum Schottergarten – mit gleichbleibendem Pflegeaufwand und spannenden Naturbeobachtungen.
Wer den steinigen Charakter seiner Fläche beibehalten möchte, kann sie zu einer Ruderalfläche umgestalten, indem Kies und Sand beigemischt werden. Geeignete Pflanzen für Ruderalflächen sind Flockenblumen, Wegwarten, Königskerzen, Glockenblumen und Natternkopf. Mit zusätzlichen Totholzelementen und Sandlinsen machen Sie die zuvor tote Fläche zum Wildbienenparadies.
Die Erde in Ihrem Garten ist weder besonders trocken noch besonders feucht? Perfekt! Viele Pflanzen ertragen keine Extreme. Eine Möglichkeit für solche Flächen sind einheimische Bodendecker, die das Aufkommen unerwünschter Kräuter verhindern. Arten wie Storchschnabel, Frauenmantel, Wollziest, Lungenkraut oder Immergrün sind pflegeleicht, blühen hübsch und bieten Lebensraum, Pollen und Nektar für kleine Gartenbewohner.
Die meisten Pflanzen mögen keine dauerhaft nassen Füsse – einige sind allerdings darauf spezialisiert. Mit einheimischen Staudenpflanzen wie Blutweiderich (siehe Bild), Mädesüss oder Sumpf-Storchenschnabel gestalten sie auf feuchten Bodenstellen einen farbenfrohen Gartenteil.
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