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Parkplätze entsiegeln

Entsiegelter Parkplatz mit parkierten Autos vor einem modernen Wohngebäude.
Foto: PlanBiodivers

Fünf Mal die Fläche der Stadt Aarau. Diese grosse Fläche besetzen Parkplätze in der Schweiz (64 Quadratkilometer). Jeder dreizehnte Schweizer Parkplatz befindet sich im Kanton Aargau. Ein Grossteil davon ist asphaltiert, was in den meisten Fällen gar nicht nötig ist.

Asphalt verhindert, dass Regenwasser versickern kann. Statt in den Boden fliesst das Wasser direkt in die Kanalisation, was besonders bei Starkregen zu einer Überlastung führt. Zusätzlich heizt sich der dunkle Asphalt an heissen Sommertagen auf bis zu 60 Grad Celsius auf. In der Nacht gibt er diese gespeicherte Hitze wieder ab, was zu unangenehm warmen Nächten im Siedlungsraum führt.

Einen Parkplatz zu entsiegeln ist eine wirksame Massnahme als Anpassung an den Klimawandel. Es wird heisser, trockener und es gibt mehr extreme Regenereignisse. Jede unversiegelte Fläche hilft, uns an diese Entwicklung anzupassen, unsere Umgebung angenehmer zu gestalten und bei Starkregen die Kanalisation zu entlasten.

Was gibt es für unterschiedliche Sickerbeläge?

Schotterrasen
Schotterrasen fürs Portemonnaie
Rasengittersteine mit Rasen dazwischen
Rasengittersteine für mehr Belastung
Natursteinpflaster mit Hyacinthen
Natursteinpflaster als Edelvariante

Am günstigsten ist der Schotterrasen. Er ist tragfähig und lässt dank der darunterliegenden Schotterschicht das Regenwasser gut versickern. Als Saatgut eignet sich eine Magerwiesenmischung. So entsteht eine hübsche, karge Vegetationsdecke, die den Boden stabilisiert und Insekten und anderen Kleintieren Lebensraum bietet.

Ebenfalls geeignet und stärker belastbar sind Rasengittersteine. Auch hier lassen sich niedrige, anspruchslose Pflanzen ansiedeln, die in den Zwischenräumen wachsen können. Durch die Begrünung entwickelt die Fläche eine kühlende Wirkung.

Die edelste und zugleich teuerste Variante ist das Natursteinpflaster. Um möglichst viel Wasser zu speichern, sollten die Fugen möglichst weit sein. Übrigens, Fugen, die mit Split gefüllt sind, nehmen Wasser besser auf, als solche, die mit Sand gefüllt sind. Dafür siedeln sich im Sand eher Pflanzen und erdnistende Insekten an, was der Artenvielfalt hilft.

Umweltbelastung durch Motorenöl?

Als Argument gegen Sickerbeläge auf Parkflächen wird hin und wieder die Verschmutzung des Grundwassers durch austretendes Motorenöl angebracht. Moderne Autos verlieren aber in der Regel kein Öl mehr, sollte dies dennoch der Fall sein, so gehören sie in die Reparatur. Durch die Umstellung auf Elektroautos fällt die Problematik der Verschmutzung durch Öl oder Benzin gänzlich weg.

Wussten Sie schon...

...dass sich jeder 13. Schweizer Parkplatz im Kanton Aargau befindet und die Fläche aller Parkplätze im Aargau 508 Hektaren beträgt? Ausserdem wird ein asphaltierter Parkplatz bei Sonnenschein bis zu 60 Grad Celsius heiss!

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