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Innovationsförderung und Partizipation

Das Handlungsfeld hat zum Ziel, die Innovationsförderung und Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten im Bereich Klimaschutz zu stärken. Ergänzend dazu werden Möglichkeiten zum persönlichen Beitrag an den Klimaschutz aufgezeigt.

Der Kanton Aargau trägt dazu bei, günstige Rahmenbedingungen für die Entwicklung und den Export von emissionsarmen oder emissionsfreien Lösungen zu schaffen und mit den Forschungsinstitutionen weiter zu entwickeln. Ein spezieller Fokus soll dabei auf Massnahmen zur CO₂-Sequestrierung (Abscheidung und Speicherung von CO₂) gelegt werden, weil auch mit grossen Anstrengungen nicht alle CO₂-Emissionen bis 2050 vermieden werden können. Der Kanton Aargau engagiert sich nicht nur für Unternehmen in Bezug auf Innovationen im Klimaschutz, sondern auch für die Bevölkerung, in dem er Partizipation ermöglicht und Möglichkeiten aufzeigt zum persönlichen Beitrag. Er informiert und bildet aus, setzt die richtigen Anreize – das gilt sowohl für Einzelpersonen als auch für Institutionen und Unternehmen – und geht mit gutem Beispiel voran.

Handlungsfeld

Zahlreiche Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute im Kanton Aargau entwickeln energieeffiziente und ressourcenschonende Technologien, Herstellverfahren und Dienstleistungen, die zu einer dekarbonisierten Energiezukunft, zur Anpassung von Mensch, Infrastruktur und Umwelt an die Klimaveränderung sowie zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen beitragen. Damit verfügt der Kanton Aargau über einen grossen Hebel im Klimaschutz: er kann die günstigen Rahmenbedingungen für die Entwicklung und den Export von emissionsarmen oder emissionsfreien Lösungen erhalten und mit den Forschungsinstitutionen weiter entwickeln. Dies senkt die Treibhausgasemissionen weltweit und sichert hochwertige Arbeitsplätze im Kanton. Ein spezieller Fokus soll auch auf Massnahmen zur Sequestrierung (CO₂-Abscheidung und -Speicherung) gelegt werden, weil auch mit grossen Anstren-gungen nicht alle CO₂-Emissionen bis 2050 vermieden werden können. Die Forschung hierzu steht noch ganz am Anfang. Aufgrund der geologischen Beschaffenheit ist eine Speicherung in grösserem Umfang eher im Ausland denkbar, die CO₂-Abscheidung hingegen muss auch auf kantonalem Gebiet erfolgen (zum Beispiel bei Kehrichtverbrennungsanlagen und industriellen Prozessen).

Der Kanton Aargau engagiert sich nicht nur für Unternehmen in Bezug auf Innovationen im Klimaschutz, sondern auch für die Bevölkerung, indem er Partizipation ermöglicht und Möglichkeiten aufzeigt zum persönlichen Beitrag. Er informiert und bildet aus, setzt die richtigen Anreize – das gilt sowohl für Einzelpersonen als auch für Institutionen und Unternehmen – und geht mit gutem Beispiel voran.

Zusätzlicher Nutzen

Die globale Dekarbonisierung gelingt nicht ohne die Technik – innovative Lösungen und Unternehmen, die einen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten, sind weltweit gefragt. Je früher die Aargauer Wirtschaft diese Chance erkennt und packt, desto besser für ihre Wettbewerbsfähigkeit und den Wirtschaftsstandort Aargau.

Schnittstellen

  • Das Programm Hightech Aargau wurde vom Regierungsrat im Jahr 2012 mit dem Ziel lanciert, den Aargauer Unternehmen optimale Rahmenbedingungen und Dienstleistungen im Bereich der Innovationsförderung zu bieten.
  • Im neuen Lehrplan Aargauer Volksschule ist das Thema Klima bzw. Klimawandel in verschiedenen Bereichen aufgenommen. Die Schülerinnen und Schüler sollen u.a. die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels erläutern und einschätzen sowie Beiträge zur Begrenzung des Klimawandels in der Zukunft formulieren können.

Stossrichtungen

Innovationen im Klimaschutz fördern und Zusammenarbeit mit Forschung verstärken

Dank der starken weltweiten Dynamik ist Klimaschutz ein wichtiges Thema für innovative Aargauer Institutionen. Energietechnologie und Ressourceneffizienz sind Schwerpunktthemen des Hightech Zentrums Aargau (HTZ) wie auch am Paul-Scherrer-Institut (PSI). Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), aber auch viele Unternehmen sind eng vernetzt in der Innovationslandschaft. Diese Vernetzung zwischen Forschungswelt und Anwendung ist zentral.

Handlungsmöglichkeiten Kanton

Der Kanton Aargau kann diese Dynamik in seiner Rolle als Eigner (HTZ) oder mitbeteiligter Kanton (FHNW) stärken, er kann Wissenstransfer und Innovationsförderung insgesamt stärken (Programm Hightech Aargau mit ergänzenden Initiativen) und er kann als Vorbild deutlich machen, in welche Richtung es geht.

Synergiepotenzial auf kantonaler Ebene

Kohlenstoff-Sequestrierung ermöglichen

Aufgrund der aktuellen weltweiten Entwicklung der Treibhausgasemissionen ist davon auszugehen, dass für das Erreichen von Netto-Null bis 2050 und die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels eine schnelle Dekarbonisierung und Energieeinsparungen nicht ausreichend sind. Das heisst, der Atmosphäre muss zusätzlich mit negativen Emissionstechnologien CO₂ entzogen und in unterirdischen Lagerstätten dauerhaft eingelagert werden (sogenannte Kohlenstoff-Sequestrierung). Dabei geht es nicht nur um die Kompensation künftig nicht vermeidbarer Treibhausgasemissionen, sondern auch um ein "Rückgängigmachen" vergangener Emissionen.

Die weltweite Nachfrage nach finanziell tragbaren Lösungen ist sehr hoch. Natürliche Speichermöglichkeiten wie Böden, Wald oder Moore haben zwar im Aargau noch ein gewisses Potenzial. Es braucht jedoch auch technische Lösungsansätze, die wirtschaftlich attraktiv sind. Diese sind aktuell sehr teuer und energieaufwändig, entsprechend hoch ist hier der Forschungs- und Entwicklungsbedarf.

Handlungsmöglichkeiten Kanton

Mittels Innovationsförderung und Pilotprojekten für neue Ansätze im Bereich der technischen Kohlenstoffabscheidung und -speicherung könnte der Aargau als Pionier- und Hightech-Kanton einen Beitrag leisten.

Synergiepotenzial auf kantonaler Ebene

Möglichkeiten zum persönlichen Beitrag an den Klimaschutz aufzeigen

Nachhaltige Entwicklung und damit auch ein wirkungsvoller Klimaschutz kann nur gelingen, wenn sich möglichst viele Akteure an den Entscheidungsprozessen und an der Umsetzung beteiligen können. Damit sind einerseits Privatpersonen, wie auch Institutionen und Unternehmen, aber auch die Gemeinden und Regionen gemeint.

Handlungsmöglichkeiten Kanton

Der Kanton kann dies unterstützen, indem er zielgruppengerecht aufklärt – bildet, ausbildet, aktiv informiert, Wissen vermittelt und die Diskussion versachlicht. Aber auch, indem er den Dialog führt – die Stimmen und Ideen der Akteure aufnimmt, zum Handeln motiviert, die Eigenverantwortung fördert. Zudem kann der Kanton mit geeigneten Rahmenbedingungen kreative Initiativen zulassen und unterstützen sowie bei konkreten Vorhaben partnerschaftlich mit Stakeholdern zusammenarbeiten.

Synergiepotenzial auf kantonaler Ebene

Klima-Metrik

Die Klima-Metrik überprüft mithilfe von verschiedenen Indikatoren den Fortschritt in der Umsetzung der Klimastrategie. Das übergeordnete Ziel im Bereich Klimaschutz ist Netto-Null Treibhausgasemissionen bis im Jahr 2050. Pro Handlungsfeld werden die bisherigen Treibhausgasemissionen auf der Fläche des Kantons Aargau ausgewiesen. Der Absenkpfad orientiert sich an den Energieperspektiven des Bundes (Szenarien "Netto-Null 2050" und "Weiter-wie-bisher").

Indikator: Beschäftigte in innovativen Branchen

Für dieses Handlungsfeld wird der Indikator "Beschäftigte in innovativen Branchen" aus dem Nachhaltigkeitsbericht verwendet. Der Indikator misst den Anteil der Beschäftigten in denjenigen Branchen, die gemäss internationaler Klassifikation als innovative Branchen bewertet werden, an der Gesamtzahl der Beschäftigten in allen Branchen. Allerdings ist bei der Interpretation der Daten Vorsicht geboten, da nur ein Teil der Beschäftigten tatsächlich in Klima-relevanten Bereichen tätig ist.

Beschäftigte in innovativen Branchen gemäss Bericht nachhaltige Entwicklung Kanton Aargau
Datenquelle: Bericht Nachhaltige Entwicklung Kanton Aargau 2020

Beschäftigte in innovativen Branchen seit 2001 bis 2019 gemäss Bericht Nachhaltige Entwicklung Kanton Aargau 2020.