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Trinkwasser

Zur Lebensmittelkontrolle gehört selbstverständlich auch die Überwachung unseres wichtigsten Lebensmittels, des Trinkwassers. Konsumentinnen und Konsumenten sollen vor einer Gesundheitsgefährdung durch verunreinigtes Trinkwasser geschützt werden. Dazu wird nicht nur das Trinkwasser analysiert, auch die technischen Anlagen unterstehen der Kontrolle und werden regelmässig inspiziert.

Die eidg. Lebensmittelverordnung regelt die Anforderungen, die bezüglich Mikroorganismen und chemischen Inhalts- oder Fremdstoffen an Trinkwasser gestellt werden. Das Trinkwasser muss diesen Anforderungen jederzeit, das heisst unabhängig von den jahreszeitlichen Schwankungen und den zivilisatorischen Aktivitäten, entsprechen. Dazu muss der Schutz dieses wichtigen Lebensmittels vor Verunreinigungen von der Gewinnung im Einzugsgebiet des Quell- oder Grundwassers über den Transport, die Speicherung im Reservoir und die Verteilung im Leitungsnetz gewährleistet sein. Als erforderlicher Stand der Technik gelten für Anlagen zur Trinkwasserversorgung die Regelwerke des Schweizerischen Verbandes des Gas- und Wasserfaches SVGW.

Aktuell: Stichprobenuntersuchungen von Trinkwasser auf Chlorothalonil-Abbauprodukte

4. November 2020

Hintergrund

Die Problematik von Rückständen des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil im Grundwasser des Schweizer Mittellandes blieb lange unerkannt, weil keine spezifischen Analysen auf diese Abbauprodukte durchgeführt wurden. Seit diesem Jahr sind die Wasserversorgungen verpflichtet, die Qualität des Wassers zusätzlich zu den bisherigen Aspekten auch auf Abbauprodukte von Chlorothalonil zu überprüfen, wenn sie Trinkwasserressourcen nutzen, die sich im Einflussgebiet von ackerbaulich genutzten Böden befinden. Seit Dezember 2019 gilt für die Abbauprodukte von Chlorothalonil in Trinkwasser ein vorsorglich festgelegter Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Das Bundesamt für Landwirtschaft hat den Einsatz von Chlorothalonil per 1. Januar 2020 schweizweit verboten.

Amtliche Stichprobenuntersuchung

Das Amt für Verbraucherschutz hat im Rahmen einer Stichprobenuntersuchung Trinkwasser aus den zwanzig grössten Aargauer Wasserversorgungen erhoben und auf Rückstände des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil untersucht. Die Untersuchung zeigt, dass Abbauprodukte von Chlorothalonil im Aargauer Trinkwasser weit verbreitet sind. 65 % der untersuchten Trinkwasserversorgungen weisen eine Höchstwertüberschreitung auf. Die Beurteilung der Messwerte erfolgte dabei unter Berücksichtigung der Messunsicherheit; qualitativ ungenügend sind demzufolge Proben mit einer Rückstands-Konzentration von mehr als 0,14 Mikrogramm pro Liter.

Ergebnisse Stichprobenuntersuchung Chlorothalonil 2020 (1 Seite) (PDF, 579 KB)

Bewertung der Analysenergebnisse

Alle Überschreitungen betreffen das Chlorothalonil-Abbauprodukt R471811. Auf der Basis von toxikologischen Studien zu R471811 ist keine krebserregende oder erbgutschädigende Wirkung des Trinkwassers zu befürchten. Das Trinkwasser ist deshalb in den betroffenen Gemeinden sowie in allen weiteren Aargauer Gemeinden nach wie vor ein sicheres Lebensmittel, das sich uneingeschränkt zum Trinken und für die Lebensmittelherstellung eignet.

Information über die Trinkwasserqualität

Öffentliche Wasserversorgungen müssen die Konsumentinnen und Konsumenten ihres Versorgungsgebietes mindestens einmal jährlich umfassend über die Trinkwasserqualität informieren. Die amtliche Stichprobenuntersuchung bestätigt, dass die Wasserversorgungen diese Aufgabe auch bezüglich Chlorothalonil-Rückständen korrekt wahrnehmen.

Massnahmen bei Höchstwertüberschreitung

Gemeinden, die von einer Höchstwertüberschreitung betroffen sind, müssen Massnahmen für eine Verbesserung der Trinkwasserqualität treffen, sofern sie mit angemessenem Aufwand umsetzbar sind. Aufgrund der grossräumigen Verbreitung der Chlorothalonil-Abbauprodukte in den Aargauer Trinkwasserressourcen wird es nicht gelingen, die Höchstwertüberschreitungen innert zwei Jahren in allen Gemeinden zu beseitigen. Diesem Umstand trägt die überarbeitete Weisung vom 14. September 2020 des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen Rechnung. Sie ermöglicht es den Kantonen, Massnahmen zur Behebung des Qualitätsproblems differenziert und in begründeten Fällen mit längeren Fristen zu verlangen.

Was wir tun

  • Periodische Inspektion der technischen Anlagen von Wasserversorgungen
  • Überprüfung der Qualitätssicherungsdokumente
  • Bakteriologische, physikalische und chemische Kontrollmessungen
  • Unterstützung bei Problemen, welche die hygienische Sicherheit gefährden oder in Fällen von Verunreinigungen des Wassers. Zusammen mit den verantwortlichen Personen werden die erforderlichen Massnahmen festgelegt und deren Wirksamkeit zur Behebung des Problems überwacht
  • Beurteilung von Baugesuchen in trinkwasserhygienischen Belangen
  • Analytische Untersuchungen von Trinkwasserproben im Rahmen der Eigenkontrollen als Dienstleistungsangebot an kommunale und private Wasserversorgungen

Aargauer Trinkwasser-Seminar 2018

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