INV-KUN907 Hauptstrasse 17, 1866 (Dossier (Bauinventar))

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General information

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Information on identification

Ref. code:INV-KUN907
Ref. code AP:KUN907
Title:Hauptstrasse 17
Bezirk:Baden
Gemeinde:Künten
Ortsteil / Weiler / Flurname:Dorf
Adresse:Hauptstrasse 17
Versicherungs-Nr.:13
Parzellen-Nr.:89
Koordinate E:2667304
Koordinate N:1249189

Accessions characteristics

Creation date(s):1866
Grundlage Datierung:Inschrift (Türsturz)

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Landwirtschaftliche Bauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Bäuerlicher Vielzweckbau

Information on related materials

Würdigung:Sorgfältig gestalteter bäuerlicher Vielzweckbau unter durchgehendem geradem Satteldach. Das Haus steht parallel zur Hauptstrasse und entstand unmittelbar nach dem Dorfbrand im Jahr 1866 anstelle eines abgebrannten Vorgängerbaus. Zusammen mit den benachbarten Häusern Hauptstrasse 9, 11 (Bauinventarobjekt KUN906) und Hauptstrasse 26 (Bauinventarobjekt KUN905) bildet es einen repräsentativen Querschnitt des Baubestands aus der Phase spätklassizistisch geprägten Wiederaufbaus nach dem Dorfbrand von 1866 und ist von lokalhistorischer Bedeutung.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Gemäss der Michaeliskarte von 1837/43 bestand an dieser Stelle bereits ein Haus. Zusammen mit 13 anderen Gebäuden im nördlichen Ortsteil fiel es 1866 dem Dorfbrand zum Opfer. Es wurde zügig wieder aufgebaut, worauf die Jahrzahl "1866" am Türsturz des Hauseingangs verweist. Im Innern sind verschiedene Ausstattungshasen des 20. Jh. feststellbar. Der Ökonomieteil ist intakt erhalten.
Beschreibung:Das Bauernhaus steht parallel zur Hauptstrasse und ist von dieser etwas zurückversetzt, so dass sich namentlich vor dem Ökonomieteil ein Vorplatz bildet. Er wird von der Vorbühne mit auffällig gewölbter Dachuntersicht beschirmt, welche zusammen mit der dekorativ gesägten Wand des Heuraums den Bau ziert. Als Mittertennhaus konzipiert, zeigt der Bau die Reihenfolge Wohnteil, Dreschtenn, Futtertenn und Stall. Die nordöstliche Stirnseite der Scheune zeigt unverputztes Bruchsteinmauerwerk und zwei Lünetten, der Giebelbereich ist holzverschalt. Zum Wohnteil hin steigt das Terrain leicht an; ein hangausgleichender Kellersockel macht das Erdgeschoss zum Hochparterre. Die Wohnung erstreckt sich über zwei Geschosse und ist zur Strasse hin dreiachsig befenstert. Eine differenzierende Farbgebung betont die rahmenden Elemente wie Sockel, Eckbänderung, Gurtgesims, Tür- und Fenstergewände. Der Hauseingang liegt, leicht aus der Mittelachse gerückt, auf der südöstlichen Stirnseite und wird über eine Freitreppe erreicht. Diese ungewöhnliche Eingangsdisposition rührt von der inneren Raumaufteilung mit Stube und Nebenstube im strassenseitigen Vorderhaus. Das profilierte Türgewände wird durch eine steinerne profilierte Verdachung mit Jahreszahl "1866" und den als Initialen lesbaren Buchstaben "LW VK" ausgezeichnet. Dem gehobenen gestalterischen Anspruch des Hauses entspricht die kassettierte Dachuntersicht des Wohnteils.
Unter dem Wohnteil befindet sich ein gewölbter Keller, der auf den Vorgänger des heutigen Baus zurückgehen dürfte. Die modernisierte Wohnung bewahrt die ursprüngliche Raumaufteilung. Die nachträglich veränderte Treppe führt gleich bei der Haustür ins Obergeschoss. Ihr Holzgeländer ist von gleicher Machart wir jenes im Gasthaus zur Waage (Bauinventarobjekt KUN905). Durch eine inzwischen vermauerte Türöffnung auf der nordöstlichen Längsseite liess sich früher der rückwärtige Garten direkt erreichen. In der Stube ist ein braun glasierter Kachelofen aus dem 20. Jh. vorhanden.
An der nordöstlichen Hausseite ist ein Schopf unter abgeschlepptem Dach angebaut. Im Innern gibt die Scheune den Blick auf die intakte bauzeitliche Konstruktion des Pfetten-Sparrendaches mit liegendem Stuhl frei. Wie beim Nachbarhaus Hauptstrasse 9, 11 (Bauinventarobjekt KUN906) kommt das Dach ohne Firstpfette aus, und die Sparren liegen auf der Mittelpfette und in Wandhöhe auf einem Kniestock auf.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung (Dorf).
Literatur:- Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band 6, Basel 1976, S. 377–378.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0049 (1899–1938), Alte Vers. Nr. 12, Brandkataster Gemeinde Künten.
- Kantonale Denkmalpflege Aargau: Bauernhausforschung Aargau, Kurzinventar, Künten, II-10/9.
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=38736
 

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