| Ansichtsbild: |
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Identifikation |
| Signatur: | INV-KUN903 |
| Signatur Archivplan: | KUN903 |
| Titel: | Unterdorf 2 |
| Bezirk: | Baden |
| Gemeinde: | Künten |
| Ortsteil / Weiler / Flurname: | Dorf |
| Adresse: | Unterdorf 2 |
| Versicherungs-Nr.: | 30 |
| Parzellen-Nr.: | 52, 53 |
| Koordinate E: | 2667317 |
| Koordinate N: | 1249082 |
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Chronologie |
| Entstehungszeitraum: | 18th cent. |
| Grundlage Datierung: | Literatur |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Landwirtschaftliche Bauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Bäuerlicher Vielzweckbau |
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Dokumentation |
| Würdigung: | Stattliches Doppelbauernhaus aus dem späten 18. Jahrhundert. Als eines der wenigen beim Dorfbrand von 1866 verschonten Häuser gehört es zum älteren Baubestand der Gemeinde und ist in vielerlei Hinsicht mit dem auf der gegenüberliegenden Strassenseite liegenden und etwas jüngeren Haus (KUN902) vergleichbar. Wie dieses war es ursprünglich dem First entlang in zwei Haushälften getrennt. Nördlich schliesst sich eine Scheune mit gemeinsamem Tenn und unterteilten Ställen und Futtertenn im Erdgeschoss an. Vom südlichen Dorfeingang aus gesehen, prägt der Bau das Ortsbild mit seiner ausgewogen proportionierten südöstlichen Stirnseite und dem geknickten Satteldach. Zu dieser Wirkung trägt die westlich davon freistehende Scheune (Vers.-Nr. 31, nicht im Schutzumfang) bei. Sie steht rechtwinklig zum Haupthaus und bildet mit diesem sowie einem Laufbrunnen ein kleines bäuerliches Ensemble am Eingang des sich hangabwärts weiter nach Westen ausdehnenden Unterdorfs. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Das Haus dürfte gegen Ende des 18. Jh. erbaut worden sein und gehört zu den Bauten, welche den Dorfbrand von 1866 unbeschadet überstanden haben. Ganz im Gegensatz zum nördlich an das Haus anschliessenden Bebauungsast, der fast gänzlich abbrannte [1]. Bis 1967 wurde das Haus landwirtschaftlich genutzt, wobei sich der Betrieb auch auf die benachbarte freistehende Scheune (Vers.-Nr. 31, nicht im Schutzumfang) erstreckte. 1977 wurde die östliche Haushälfte renoviert, 1988 folgte die westliche [2]. 2004 sind die beiden Haushälften zu einer Wohnung zusammengefasst und das Haus dabei innen und aussen sorgfältig renoviert worden [3]. |
| Beschreibung: | Der langgestreckte Baukörper erhebt sich in einer starken Strassenkrümmung südlich des Alten Gemeindehauses (KUN918). Zur Bauzeit des Hauses und bis zur Strassenkorrektur um 1910 lag das Haus mit seiner östlichen Traufseite direkt an der alten Durchgangsstrasse. die vor dem Haus scharf nach Westen abbog und zur Mühle (Denkmalschutzobjekt DSI-KUN001) führte. Es nahm eine Eckposition ein, während es heute von der Hauptstrasse durch einen Hausplatz abgerückt ist. Rechtwinklig zu ihm steht eine Stallscheune (von Kleinbauernbetrieb?), die evtl. im 19. Jh. errichtet worden ist, als der Platz im angebauten Wirtschaftsteil nicht mehr reichte. Der Vielzweckbau unter einem durchlaufenden, geknickten Satteldach mit Deckung aus Falzziegeln ist als Mittertennhaus konzipiert. Ursprünglich war das Haus längs zum First in zwei Hälften aufgeteilt. Der aus verputztem Bruchsteinmauerwerk bestehende Wohnteil steht auf einem zu Tage tretenden Kellersockel. Die von weither sichtbare südöstliche Stirnseite ist mit jeweils vier Fensterachsen in den Hauptgeschossen und symmetrisch angeordneten Fenstern in den beiden Dachgeschossen gegliedert. Ebenso sind die Traufseiten des Wohnteils regelmässig befenstert. Die Hauskanten sind durch grau gefasste Ecklisenen akzentuiert, die in den ebenfalls grauen Kellersockel übergehen und an der südöstlichen Stirnseite oben durch eine knappe Giebelverschalung in gleicher Farbe ihre optische Fortsetzung finden. Die stichbogigen, ebenfalls grau gefassten Holzrahmenfenster sind bauzeitlich und verleihen dem Bau zusammen mit den Stichbogen der Hauseingänge ein spätbarockes Gepräge. Zwei Eingänge an der südöstlichen Stirnseite führen in zwei längsgerichtete Gewölbekeller, während die Wohnungen traufseitig über doppelläufige Steintreppen zu erreichend sind. Die einzelnen Räume der beiden Wohnungen waren ursprünglich spiegelbildlich angeordnet, wobei die Küche jeweils direkt vom Hauseingang aus erreicht wurde. Heute ist die Raumsituation durch die Zusammenfassung der beiden Wohnteile zu einer Wohnung verändert. Erhalten haben sich im Innern einige Holzstützen, Balkendecken, ein Eisenherd und ein schmucker Kachelofen aus der Zeit um 1900 mit braunen reliefierten Kacheln. Eine unverputzte Fachwerkwand trennt den Wohn- vom Ökonomieteil. Dieser tritt auf der südwestlichen Traufseite mit einer verputzten Bruchsteinmauer und Lüftungsscharten auf der Höhe des Heuraums in Erscheinung, während er an der nordöstlichen Traufseite mehrheitlich aus einer wohl jüngeren Holzkonstruktion besteht. Die Tore zum Tenn und die Stalltüren weisen beidseitig stichbogige Holzstürze auf, im Innern der Scheune haben sich Reste der alten hölzernen Raumunterteilung in Tenn, Stall und Futtergang erhalten. Das Gebäude wird in seiner ganzen Länge von einer eindrucksvollen Sparrendachkonstruktion auf doppeltem liegendem Stuhl mit Aufschieblingen und Windstreben überzogen. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung (Dorf). |
| Anmerkungen: | [1] Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band 6, Basel 1976, S. 378. [2] Kantonale Denkmalpflege Aargau: Bauernhausforschung Aargau, Kurzinventar, Künten, II-10/6. [3] Baugesuch 2004. |
| Literatur: | - Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band 6, Basel 1976, S. 378. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0049 (1899–1938), Alte Vers. Nrn. 56A, 56B, Brandkataster Gemeinde Künten. - Gemeinde Künten Baugesuchsarchiv, Baugesuch (2004). - Kantonale Denkmalpflege Aargau: Bauernhausforschung Aargau, Kurzinventar, Künten, II-10/6. |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=38712 |
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