INV-KUN902 Hauptstrasse 21, 23, 1830 (ca.) (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:INV-KUN902
Signatur Archivplan:KUN902
Titel:Hauptstrasse 21, 23
Bezirk:Baden
Gemeinde:Künten
Ortsteil / Weiler / Flurname:Dorf
Adresse:Hauptstrasse 21, 23
Versicherungs-Nr.:41 A, B
Parzellen-Nr.:27, 28
Koordinate E:2667372
Koordinate N:1249085

Chronologie

Entstehungszeitraum:approx. 1830
Grundlage Datierung:Literatur

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Landwirtschaftliche Bauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Bäuerliches Wohnhaus

Dokumentation

Würdigung:Stattlicher zweigeschossiger Mauerbau auf Erdgeschosskeller unter steilem Satteldach mit Knick. Das entlang des Firstes in zwei Wohnhälften geteilte Haus steht von der Strasse um eine Gebäudetiefe zurückversetzt. Es ist einer der wenigen erhaltenen Bauten Küntens, die vor dem Dorfbrand 1866 entstanden sind und zeigt namentlich an der südwestlichen Stirnseite klassizistische Stilmerkmale wie die Rundbogen- und das Lünetten-Fenster.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Das Haus dürfte frühestens 1805 als bäuerliches Doppelwohnhaus erbaut worden sein [1]. Stilistische Merkmale der südwestlichen Stirnseite wie deren Symmetrie, die rundbogigen Giebelfenster sowie die kassettierte Dachuntersicht legen eine spätere Erbauung zwischen 1820 und 1840 nahe. Der Bau überstand den Dorfbrand von 1866. 1966 wurde er im Innern teilweise modernisiert und im angebauten Schopf wurde eine Autorgarage eingerichtet. 1973 wurden das Erdgeschoss der südöstlichen Haushälfte (Vers.-Nr. 41 A) umgebaut und 1996 der Schopfanbau zur Hälfte abgebrochen [2]. Die zweiläufige Freitreppe des Hauseingangs an der nordwestlichen Längsseite wurde in jüngster Zeit durch eine einläufige Betontreppe ersetzt; der Hauseingang zur südöstlichen Haushälfte erhielt nachträglich einen Windfang.
Beschreibung:Das auf fast gänzlich zu Tage tretendem, hangausgleichendem Kellergeschoss stehende Haus besitzt zwei in Firstrichtung halbierte Vollgeschosse unter steilem geknicktem Satteldach mit kassettierter Untersicht und Falzziegel-Eindeckung. Die ebenfalls entlang des Firstes getrennten Keller werden von der südwestlichen Stirnseite her betreten und zeichnen sich durch Unterzug-Balkendecken auf hölzernen Stützen aus.
Das verputzte Mauerwerk ist vom Keller bis zur Traufe in Bruchstein gefügt, während die Giebelfelder aus Fachwerk bestehen. Die Erschliessung der ursprünglich spiegelbildlich organisierten beiden Haushälften erfolgt über die Traufseiten mittels einer Freitreppe. Die südwestliche Stirnseite ist mit vier Fenstern pro Vollgeschoss symmetrisch. Charakteristisch für den klassizistischen Baustil sind neben der axialen Gliederung die beiden Rundbogenfenster und das Lünettenfenster im Dachgeschoss. Profilierte Gewände und eine Verdachung mit karniesförmigem Profil rahmen die Türen an den Traufseiten. Sie bestehen wie die gefalzten rechteckigen Fenstergewände aus Muschelkalkstein.
An der nordöstlichen Stirnseite ist hälftig eine Garage angebaut, die aus einem Schopfanbau hervorgegangen ist, der ursprünglich über die ganze Hausbreite reichte. Erhalten hat sich hier ein aus der Fassadenflucht hervortretender Kamin.
Die südöstliche Haushälfte ist modernisiert, während die nordwestliche Haushälfte mehrheitlich die ursprüngliche Raumeinteilung bewahrt hat: Der Zugang zur Küche erfolgt direkt vom Hauseingang her. Die Küche liegt zwischen der Stube im Vorderhaus und einer rückwärtigen Kammer. Die Stube zeigt sich weitgehend intakt mit biedermeierlichem Feldertäfer an den Wänden und an der Decke sowie einem Einbaukasten und einem braun glasierten Kachelofen aus dem mittleren 20. Jh. Das Obergeschoss wird durch eine Stiege direkt von der Küche aus erreicht. Im Obergeschoss hat sich eine dekorative Tapete aus dem 2. Viertel des 20. Jh. erhalten.
Das als Sparrendach mit aussteifenden Andreaskreuzen und Aufschieblingen auf liegendem Stuhl konstruierte Satteldach ist weitgehend bauzeitlich erhalten; die Zweiteilung des Dachraums durch eine Backsteinwand stammt aus jüngerer Zeit.
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung (Dorf).
Anmerkungen:[1] Angaben gemäss Hauseigentümer von 1988.
[2] Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 799 (1966) und diverse Korrespondenz.
Literatur:- Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band 6, Basel 1976, S. 378.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0049 (1899–1938), Alte Vers. Nr. 40, Brandkataster Gemeinde Künten.
- Gemeinde Künten Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 799 (1966).
- Kantonale Denkmalpflege Aargau: Bauernhausforschung Aargau, Kurzinventar, Künten, II-10/4.
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=38706
 

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