INV-GEB902 Kath. Pfarrkirche St. Blasius, 1887-1889 (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context


Ansichtsbild:
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Identifikation

Signatur:INV-GEB902
Signatur Archivplan:GEB902
Titel:Kath. Pfarrkirche St. Blasius
Bezirk:Baden
Gemeinde:Gebenstorf
Adresse:Kirchweg
Versicherungs-Nr.:86
Parzellen-Nr.:537
Koordinate E:2660403
Koordinate N:1259166
Situationsplan (AGIS):http://www.ag.ch/app/agisviewer4/v1/html/agisviewer.htm?config=agis_geoportal_fs.json&thema=185&scale=5000&basemap=base_landeskarten_sw&x=2660403&y=1259166

Chronologie

Entstehungszeitraum:1887 - 1889
Grundlage Datierung:Literatur

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Einzelobjekt
Nutzung (Stufe 1):Sakrale Bauten und Anlagen
Nutzungstyp (Stufe 2):Kirche (röm.-kath.)
Epoche / Baustil (Stufe 3):Historismus

Dokumentation

Autorschaft:Otto Dorer, Architekt, Baden
Würdigung:Von Architekt Otto Dorer in Baden 1887-89 errichtete katholische Pfarrkirche. Während die Innenausstattung in den 1960er Jahren einer zeittypischen Purifizierung zum Opfer gefallen ist, hat der historistische Sakralbau am Äusseren seine Erscheinung im wesentlichen gewahrt. Praktisch gleichzeitig als Nachfolgerinnen der abgebrochenen paritätischen Kirche errichtet, bilden die beiden Kirchen von Gebenstorf ein Gebäudepaar, das weithin sichtbar über dem Wasserschloss thront und so einen hohen Situationswert für das Ortsbild von Gebenstorf entfaltet.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Gebenstorf besass als eine der wenigen paritätischen Gemeinden in der Grafschaft Baden eine Kirche, die seit der Reformation von beiden Konfessionen gleichzeitig genutzt wurde. Erst 1888 kam es zur Trennung, worauf die alte Kirche 1889 abgebrochen und in der Folge durch die neue reformierte Kirche (Kantonales Denkmalschutzobjekt GEB001) ersetzt wurde [1].
Baugeschichte nach dem Kunstdenkmäler-Band von Peter Hoegger: „Nach der güterrechtlichen Trennung von Katholiken und Reformierten erhob Turgi vorerst den Anspruch, die neue katholische Kirche auf seinem Gemeindegebiet zu haben. Im Frühjahr 1887 entschied man, im Dorf zu bleiben. Ende Juni erhielt Architekt Otto Dorer in Baden den Auftrag, sein bereits seit 1885 vorliegendes Bauprojekt zu verwirklichen. Die drei Altäre bezog man von Joseph Bürli, Klingnau, die Altarblätter von Joseph Balmer, Luzern; Friedrich Berbig in Zürich lieferte figürlich bemalte Fensterscheiben, Rüetschi in Aarau fünf Glocken. 1889 war die 700 Sitzplätze umfassende Kirche bezugsbereit.
1920 erhielt das Gotteshaus eine Orgel von Theodor Kuhn, Männedorf. 1956 erfolgten eine Aussenrenovation und der Anbau einer neuen Sakristei durch Alois Moser, Baden; zehn Jahre später erfuhr das Kircheninnere durch denselben Architekten eine vollständige Modernisierung, wobei der Altarbezirk nach Plänen von Bruder Xaver Ruckstuhl in Engelberg umgestaltet und eine neue Empore errichtet wurden. 1989/90 Gesamtrenovation und neue Orgel.“ [2]
Beschreibung:Beschreibung nach dem Kunstdenkmäler-Band von Peter Hoegger: „Die Kirche steht hoch über der Landstrasse auf einer Hangterrasse, die durch die steilen Einschnitte des Kinziggrabens und der alten Dorfstrasse (heute Hinterrebenstrasse) dreieckförmig ausgeschnitten ist. Ihren Frontturm kehrt sie der in ähnlicher Höhenlage situierten reformierten Kirche zu, mit der sie ein weithin sichtbares architektonisches Ensemble bildet. Der in nordost-südwestlicher Richtung gelagerte neuromanische Bau umfasst ein langgestrecktes Schiff, zwei übergiebelte Querhausflügel und eine eingezogene Polygonalapsis. An seine Kanten und an die Front des bündig eingestellten Turms greifen Strebepfeiler mit Wasserschlägen, in seine Mauern sind schlichte Rundbogenlichter gesetzt. Die aus unverputzten Quadern gefügte Glockenstube erhebt sich über einer konsolengestützten Simsgurte, zeigt rundbogige Schallöcher und trägt einen geschweiften Pyramidenhut. Den Haupteingang betont ein kräftig abgesetztes Portalgericht mit Dreiviertelsäulen und halbkreisförmiger Archivolte (der krönende Wimperg seit geraumer Zeit entfernt).
Das Innere der Kirche ist flach gedeckt. Bedingt durch das Fehlen der einstigen Scheinquaderung an den Wänden sowie durch ihre akzentlose Verbindung, wirken Langhaus und Querhaus heute wie ein übergreifender Einheitsraum. Die neuromanische Ausstattung aus der Bauzeit ist entfernt. In den Fenstern prangen moderne Glasgemälde zum Thema des Wassers im Alten und Neuen Testament, von Josef Welti, Gebenstorf (1972/73). Vom selben Künstler stammen die beidseits des Chorbogens und an der Chorscheitelwand angebrachten Holztafeln mit farbigen Szenen aus dem Leben Christi und der Geschichte des Titelheiligen Blasius (1991).“ [3]
Im Kirchenschatz befinden sich u.a. zwei um 1500 entstandene spätgotische Altarfiguren der Hll. Blasius und Margareta aus Lindenholz aus der alten Kirche, eine barocke Muttergottes mit Kind im Gewölk aus der Werkstatt von Franz Xaver und Caspar Joseph Widerkehr in Mellingen, um 1730/40 sowie ein schönes Vortragekreuz des 16. Jh. [4].
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), lokale Bedeutung, Erhaltungsziel A.
Anmerkungen:[1] Hoegger Kdm AG VII 1995, zur Kirchengeschichte S. 36, zur abgebrochenen paritätischen Kirche St. Margareta S. 38f.
[2] Ebd., S. 39.
[3] Ebd., S. 39f.
[4] Ausführliches Verzeichnis ebd., S. 40f.
Literatur:- Peter Hoegger, Die Landgemeinden des Limmattals, des Surbtals, des Aaretals und des Unteren Reusstals sowie das Kloster Fahr (Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Band VII), Basel 1995, S. 39-41.
- Kunstführer durch die Schweiz, Bd. 1, hg. v. d. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2005, S. 81.
Quellen:- Kantonale Denkmalpflege Aargau, Fotoarchiv.
 

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URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=35094
 

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