INV-RHE958 Sennhof Ökonomiegebäude, 1914 (Dossier (Bauinventar))

Archive plan context

 

General information

Information on identification

Ref. code:INV-RHE958
Ref. code AP:RHE958
Title:Sennhof Ökonomiegebäude
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Bildlegende:Ansicht von Südosten (2024)
Bezirk:Rheinfelden
Gemeinde:Rheinfelden
Ortsteil / Weiler / Flurname:Sennhof
Adresse:Sennhofweg 2.2
Versicherungs-Nr.:776
Parzellen-Nr.:1629
Koordinate E:2625904
Koordinate N:1266087
Situationsplan (AGIS):https://www.ag.ch/geoportal/apps/onlinekarten/?layers=dp_denkmalpflege::topicmaps.geo.ag.ch&basemap=base_landeskarten_sw::topicmaps.geo.ag.ch,1,true¢er=2625906.63,1266080.62&z=13&info=2625904.014069663,1266087.3932133627,1

Accessions characteristics

Creation date(s):1914
Grundlage Datierung:Brandkataster

Typologie

Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.):Teil einer Baugruppe
Nutzung (Stufe 1):Landwirtschaftliche Bauten
Nutzungstyp (Stufe 2):Scheune
Epoche / Baustil (Stufe 3):Heimatstil

Information on related materials

Würdigung:Ökonomiegebäude des Sennhofs, das 1914 unter Ernst Wüthrich, dem Sohn des Feldschlösschenmitbegründers errichtet wurde. Das Gebäude hat sich vor allem in seinem äusseren Erscheinungsbild gut erhalten. Noch heute überzeugt der Bau mit einer einheitlichen Fassadengestaltung, die kaum durch spätere Anbauten gestört wird. Im Innern führt die Scheune auf überzeugende Weise vor, wie in der Entstehungszeit moderne Materialien und Techniken eingesetzt, aber gleichzeitig eine traditionelle Architektursprache beibehalten wurde. Mit ihrem architektonischen Ausdruck und der Gebäudeanordnung zeigt das Gehöft Parallelen mit jenem des "Dörflis" an der Schweizerischen Landesausstellung in Bern 1914. Den um einen Innenhof gruppierten Trakten kommt mit ihren ungestörten biberschwanzziegelgedeckten Dachflächen und der Umgebungsgestaltung mit Kopfsteinpflaster und Brunnen ein Situationswert zu.
Bau- und Nutzungsgeschichte:Der Sennhof, ein ehemaliger Bauernbetrieb in Getrenntbauweise mit Wohnhaus und freistehendem Ökonomiegebäude, entstand 1914. Bauherr war Ernst Wüthrich (gestorben 1958), ein Sohn des Feldschlösschenmitbegründers Matthias Wüthrich. Der Bauernbetrieb wirtschaftete losgelöst vom Feldschlösschen, war also nie Teil der Bierbrauerei. Erst nach dem Tod von Ernst Wüthrich im Jahr 1958 entstand eine direkte Verbindung, indem die Firma Feldschlösschen den Betrieb und das Weideland pachtete. Der Bauernbetrieb wurde 1972 eingestellt. Zum 100-Jahr-Jubiläum der Firma Feldschlösschen 1976 liess diese das Ökonomiegebäude umbauen und richtete darin ein Brauerei-Museum ein; welches heute wieder auf dem Feldschlösschenareal untergebracht ist.
Am rückwärtigen nördlichen Trakt mit dem Stallgebäude wurde 1920 ein Schopf angebaut [1].
Der im Westen an das Ökonomiegebäude anschliessende Garagenanbau (Vers.-Nr. 3095, Parz.-Nr. 2170) stammt von 1974 (nicht Teil des Schutzumfangs) [2].
Beschreibung:Der Sennhof, ein ehemaliger Bauernbetrieb mit freistehendem Wohnhaus und Ökonomiegebäude, liegt unmittelbar südwestlich des Feldschlösschenareals nahe der Autobahn. Das Ökonomiegebäude hat einen U-förmigen Grundriss und umfasst eine voluminöse Stallscheune, daran anschliessend einen Pferdestall und rückwärtig im Norden einen Trakt mit Stall, Remisen und Schopfgebäuden. Die Stallscheune steht traufständig zum Sennhofweg und wird von einem mächtigen geknickten Satteldach mit Gerschilden gedeckt. Der östliche Teil der Ökonomie besass ursprünglich ein mittiges Tenn, das von zwei Ställen flankiert war; im Zusammenhang mit der Brauerei-Ausstellung ist dieser Bereich aber zu einem grossen Raum zusammengefasst worden. Den westlichen Abschluss der Ökonomie bildet noch heute ein Pferdestall mit Heutenn, der in einen Quergiebelbau unter einem Satteldach übergeht. Die Gebäudeummantelung besteht aus Backsteinen; die Tür- und Fenstergewände sind aus Zement gefertigt. Macht die Scheune nach aussen den Eindruck eines traditionellen Ökonomiegebäudes, vergegenwärtigt man im Innern bei der Betrachtung der Konstruktion die moderne Bautechnik: Die originale, von 1914 stammende Betondecke wird von Eisenträgern gestützt, welchen wiederum einzelne Stahlstützen unterstellt sind. Der rückwärtige Trakt, der ehemals eine Schweinemästerei enthielt, ist eingeschossig und endete im Norden mit einem Walm bevor 1920 ein Schopf unter Satteldach angebaut wurde.
Die Gebäudetrakte erwecken mit ihrer ungestörten Dachlandschaft mit Biberschwanzziegeln, mit der Hofsituation und ihrer Pflästerung sowie den beiden Brunnen - einer im Hof und einer vor der Scheune am Sennhofweg - einen gut erhaltenen und äusserst harmonischen Gesamteindruck. Der Laufbrunnen am Sennhofweg zeigt am Längstrog ein figürliches Relief und das Jahr der Erbauung des Sennhofes.
Mit seiner von der traditionellen Vernakulärarchitektur geprägten Formensprache und der U-förmigen Gebäudeanordnung zeigt der Sennhof Parallelen mit dem Bauernhof im "Dörfli" des Architekten Karl Indermühle (1877–1933) an der Schweizerischen Landesausstellung in Bern 1914, die im gleichen Jahr wie die Erbauung des Sennhofs stattfand.
Anmerkungen:[1] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 19 (1920).
[2] Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 53 (1974).
Erwähnung in anderen Inventaren:- Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung.
Quellen:- Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 776, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden.
- Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 19 (1920); Nr. 53 (1974).
Reproduction conditions:© Kantonale Denkmalpflege Aargau
 

URL for this unit of description

URL:http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142390
 

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