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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1930 |
| Grundlage Datierung: | Brandkataster, Baugesuch |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Wohnhaus |
| Epoche / Baustil (Stufe 3): | Neues Bauen |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | "Invernizzi und Mergenthaler" (ab 1935 "Adolf Mergenthaler") |
| Würdigung: | Wohnhaus von 1930, das vom Rheinfelder Baugeschäft "Invernizzi und Mergenthaler" (ab 1935 "Adolf Mergenthaler") errichtet wurde und das ursprünglich zusammen mit einem nebenstehenden Magazingebäude den Firmensitz bildete. Das Baugeschäft führte zahlreiche Projekte in Rheinfelden und Umgebung aus und besitzt lokalhistorische Bedeutung für das Baugeschehen in der Region. Das Architekteneigenheim an der Baslerstrasse 5 ist ein qualitätsvoller Zeuge des Neuen Bauens. In der klaren, kubischen Struktur des Baukörpers mit Flachdach, Dachterrasse und gewändelosen Fenstern manifestiert sich das Streben nach einer modernen Formensprache, die ihre Ästhetik in der Funktionalität findet. An der Ausfallstrasse nach Basel gelegen, prägt das Wohnhaus den Strassenraum. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | 1930 erstellte das Baugeschäft "Invernizzi und Mergenthaler" (ab 1935 "Adolf Mergenthaler") an der Baslerstrasse ein Wohnhaus für die Familie Mergenthaler und ein Magazingebäude für die Firma. Das Unternehmen war zehn Jahre zuvor am 1. März 1920 von Nazaro Invernizzi und Adolf Mergenthaler sen. (von Beruf Baumeister und -techniker) als Maurergeschäft mit Sitz in Rheinfelden gegründet worden. Als Werkhof diente zunächst ein altes Ökonomiegebäude an der Salinenstrasse. Umfangreiche Industriebauaufträge der Rheinfelder Brauereien ermöglichten schliesslich die Vergrösserung des Betriebs und den Neubau an der Baslerstrasse. Das Baugeschäft blieb während drei Generationen in Familienbesitz und führte zahlreiche Aufträge in Rheinfelden und der Region aus. Um den Wirkungsbereich der Firma auszudehnen und Auftragsschwankungen besser auszugleichen, wurde 1952 in Münchenstein BL eine Zweigniederlassung gegründet. Adolf Mergenthaler jun., der seit 1945 die Leitung innehatte, interessierte sich für die Rationalisierung von Bauprozessen und entwickelte ein eigenes System für den vorfabrizierten Wohnungsbau, die Elementbauweise "Mergenthaler", deren vorgefertigte Bauelemente ab 1967 im neu gegründeten Zweigbetrieb in Zeiningen produziert wurden. Nach den erfolgreichen 1960er-Jahren bekam das Unternehmen die Ölpreiskrise von 1973 zu spüren, worauf eine Reduktion der Mitarbeitenden und eine Beschränkung auf eher kleinere Projekte folgte. 2006 wurde die Mergenthaler AG vom Laufenburger Baugeschäft Erne AG übernommen [1]. Mit dem Firmensitz an der Baslerstrasse in Rheinfelden hat die Adolf Mergenthaler AG ein Werk in einer modernen Formensprache am Puls der Zeit gebaut. Die Ausrichtung auf Funktionalität und Wohnhygiene mit den daraus resultierenden schmucklosen, kubischen Formen folgt der Architekturauffassung des "Neuen Bauens" wie sie sich in den Werkbundsiedlungen Weissenhof in Stuttgart (1927) oder beim Neubühl in Zürich (1930–1932) manifestiert. Wegen seinem ursprünglichen gelben Fassadenanstrich wurde das Wohnhaus im Volksmund "Schwefelhütte" genannt. Als zeitgleiche Referenzobjekte für diese bunte Farbigkeit innerhalb des Neuen Bauens können beispielsweise die Villa Senar des Komponisten Sergei Rachmaninow in Weggis (1930–1934, Möri Krebs Architekten) oder die Bauten der "Bieler Moderne" herangezogen werden. Nachträgliche bauliche Veränderungen haben seit der zweiten Hälfte des 20. Jh. stattgefunden und wurden während ihres Bestehens von der Adolf Mergenthaler AG selbst ausgeführt. 1951 wurde die Veranda zum Garten hin um 2 Meter vergrössert und mit einem für die 1950er-Jahre zeittypischen Flugdach ausgestattet; 1974 fand ein Umbau der Wohnräume im 2. Obergeschoss statt, bei dem zudem auf der oberen Dachterrasse eine Pergola ergänzt wurde. 2016 wurde diese Pergola durch einen neuen Betonrahmen ersetzt; gleichzeitig wurden die bestehenden Fenster aus Holz und die Rollläden ersetzt [2]. Der ursprüngliche gelbe Fassadenanstrich, den auch die Baupläne aus der Bauzeit belegen, wurde in den 1980er-Jahren durch einen orange-roten Anstrich ersetzt; seit den 1990er-Jahren ist das Wohnhaus weiss gestrichen [3]. Das zugehörige Magazingebäude wurde 2012 abgebrochen. |
| Beschreibung: | Das ehemals zum Baugeschäft Adolf Mergenthaler gehörende Wohnhaus befindet sich an der Ausfallstrasse nach Basel und prägt den Strassenraum. Ursprünglich schloss westlich ein Magazingebäude an (siehe Bilddokumentation), das 2012 abgebrochen wurde. Der Baukörper des Wohnhauses ist in mehrere kubische Volumen gegliedert: An den dreigeschossigen Hauptbaukörper über rechteckigem Grundriss schliesst im Osten ein eingeschossiger Bürotrakt über längsrechteckigem Grundriss an. Gewissermassen darauf abgestützt steht ein zweigeschossiger Vorbau, dessen Flachdach eine Dachterrasse für das zweite Obergeschoss bildet. Im Süden gegen den Garten ist als zusätzlicher Kubus ein Veranda-Anbau von 1951 mit zeittypischem Flugdach der Fassadenflucht vorgelagert. Das Architekteneigenheim ist ein qualitätsvoller Zeuge des Neuen Bauens. In der klaren, kubischen Struktur des Baukörpers mit Flachdach, Dachterrasse und gewändelosen Fenstern manifestiert sich das Streben nach einer modernen Formensprache, die ihre Ästhetik in der Funktionalität findet. Nach den Kriterien des modernen Bauens erfolgte auch die Auswahl der Baumaterialien: Die Betonkonstruktion des Hauses ist mit einer Hourdisdecke mit Stahl kombiniert. Die Mauern bestehen teilweise aus verputzen Backsteinen. Der Zugang ins Haus erfolgt über einen an der Ostseite liegenden Eingang, der durch eine für die Erbauungszeit typische Klinkerrahmung und ein einfaches Vordach ausgezeichnet ist. Die Organisation der Wohnräume erfolgten nicht durchgreifend nach den Prinzipien des Neuen Bauens. So wurden anstelle eines offenen Grundrisses abgeschlossene Räume angelegt. Am stärksten manifestiert sich der Wunsch nach lichtdurchfluteten Räumen an der Südfassade, wo mehrfach gewändelose Reihenfenster eingesetzt worden sind. Das Treppenhaus wird geschickt durch ein geschossübergreifendes Fenster an der Nordfassade und ein Oberlicht aus Glasbausteinen belichtet. An historischen Oberflächen hat sich in mehreren Räumen der Boden aus gelblichen Kalksteinplatten erhalten sowie im Badezimmer und im Windfang die Kacheln aus der Bauzeit, die farbliche Akzente setzen. Im Treppenhaus verläuft auf Brusthöhe ein Profil, das heute violett gestrichen ist und ursprünglich burgunderrot war [4]. |
| Anmerkungen: | [1] Bucheli Grell 2023, S. 131–146. [2] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 46 (1951); Nr. 12 (1974); Nr. 2016-076 (2016). [3] Freundliche Mitteilung der Eigentümerschaft, 2024. [4] wie [3]. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. |
| Literatur: | - Adolf Mergenthaler AG, Hoch- & Tiefbau, Rheinfelden, Münchenstein, zum 75. Jubiläum, gegründet 1. März 1920 (Broschüre). - Neues Bauen im Kanton Aargau. 1920–1940, hrsg. von SIA Sektion Aargau, Kanton Aargau, Aargauer Heimatschutz, Baden 1996, S. 31. - Johanne Bucheli, Richard Grell, Tradition und Moderne: 102 Jahre Mergenthaler AG, in: Rheinfelder Neujahrsblätter Bd. 79 (2023), S. 131–146. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 936, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 38 (1930); 46 (1951); Nr. 12 (1974); Nr. 2016-076 (2016). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142352 |
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