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INV-RHE911 Villa Roniger, Kaiserstrasse 21, 1915-1916 (Dossier (Bauinventar))
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General information |
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Accessions characteristics |
| Creation date(s): | 1915 - 1916 |
| Grundlage Datierung: | Inschrift (Fries Nordfassade) |
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Typologie |
| Objektart (Einzelobj./Teil Baugr./Baugr.): | Einzelobjekt |
| Nutzung (Stufe 1): | Profane Wohnbauten |
| Nutzungstyp (Stufe 2): | Repräsentatives Wohnhaus, Villa |
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Information on related materials |
| Autorschaft: | Rudolf Sandreuter (1868–1926) |
| Würdigung: | 1915/16 für den Feldschlösschen-Direktor Adolph Roniger errichtete Villa nach Plänen des Basler Architekten Rudolf Sandreuter. Die Villa gehört sowohl zum baulichen Ensemble innerhalb der Gartenanlage um die Villa Bel-Air (Bauinventarobjekt RHE909) wie auch zu der herrschaftlichen Bebauung an der Kaiserstrasse, was sie zu einem wichtigen Element im Stadtgefüge und dessen Entwicklung macht. Gestalterisch orientiert sie sich am Berner Landhausstil mit Einflüssen des Heimatstils und des Neobarocks. Ihre gut erhaltene repräsentative Fassadengestaltung und innere Ausstattung verleihen ihr eine hohe architekturhistorische, handwerkliche und baukünstlerische Bedeutung. Zudem zeugt sie von dem hohen gesellschaftlichen Anspruch einer führenden und lokalhistorisch wichtigen Rheinfelder Industriellenfamilie. |
| Bau- und Nutzungsgeschichte: | Die Villa wurde 1915/16 für den Feldschlösschen-Direktor Adolph Roniger (1880–1961) errichtet, der die von seinem Vater Theophil Roniger und Mathias Wüthrich gegründete Brauerei zum Feldschlösschen von 1913–1961 leitete. Adolph Roniger motorisierte die Brauerei ab 1913 und führte sie trotz steigender Rohstoffpreise und Versorgungsengpässen durch beide Weltkriege. In seiner Direktionszeit konnte die Brauerei ihre Produktion mehr als verdoppeln. Sein repräsentatives Wohnhaus an der Kaiserstrasse 21 liess er sich nach der Eheschliessung 1915 mit Anna Bertha Charlotte Hürlimann, der Tochter des Zürcher Brauereibesitzers Hürlimann, bauen [1]. Als Standort wählte er die Nordwestecke der weitläufigen Gartenanlage der Villa Bel-Air (Bauinventarobjekt RHE909), die seit 1898 seinem Vater gehörte. Die Pläne lieferte der Basler Architekt Rudolf Sandreuter (1868–1926), der insbesondere in der Basler Innenstadt Bauaufträge für die Brauerei Feldschlösschen ausführte [2]. 1963 wurde südwestlich der Villa ein länglicher Neubau für Garage und Gartenhalle ergänzt [3]. 2014 wurde in der bisher als Einfamilienhaus genutzten Villa eine psychotherapeutische Tagesklinik eingerichtet, wobei die ehemaligen Wohnräume zu Büro- und Therapieräumen umgenutzt wurden. Im Rahmen des Umbaus wurden mehrere Fenster und Fenstertüren im Erdgeschoss erneuert, an der Westfassade ein Rollstuhllift angebaut sowie Küche und Bäder erneuert [4]. |
| Beschreibung: | Die Villa Roniger befindet sich in der Nordwestecke der grosszügigen Gartenanlage, die im Zusammenhang mit der Villa Bel-Air (Bauinventarobjekt RHE909) entstanden ist. Sie ist auf die Kaiserstrasse ausgerichtet, von dieser aber zurückversetzt und durch Hecken und Bäume abgeschirmt. Der Zugang zum Areal erfolgt durch ein Gartentor (erneuert) mit dekorativen Steinzaunpfeilern mit Kugelaufsatz. Der zweigeschossige Baukörper, dessen Fundamente und Kellermauern aus Beton und dessen Fassaden aus verputzten Backsteinmauerwerk bestehen, orientiert sich mit seinem voluminösen und stark geknickten Vollwalmdach am Stil bernischer Landsitze. Im Detail zeigen sich mit den unterschiedlich gestalteten Fassaden, Erkern und Dachaufbauten aber auch Einflüsse des Heimatstils und mit den Dekorelementen neobarocke und Jugendstilformen. Die Fassaden sind in der Horizontalen durch einen Sockel aus Bossenmauerwerk und ein umlaufendes Sohlbankgesims gegliedert. Die Hauptfassade zur Kaiserstrasse zeigt einen dreiachsigen Mittelrisalit mit Satteldach, dessen Giebelfeld ein Thermenfenster (dreigeteiltes Halbkreisfenster) mit Schlussstein aufweist. Der Hauseingang ist durch einen polygonalen Portalvorbau aus gelblichem Kunststein mit einem geschweiften Blechdach akzentuiert. Das dreiteilige Treppenhausfenster darüber zeigt am Sturz skulptierte Kartuschen mit den Baudaten "1915", "1916" und den Initialen "RH" für das Erbauerehepaar Roniger-Hürlimann. Die beiden schmalen Fenster, die den Hauseingang flankieren, und die Treppenhausfenster sind mit geschwungenen Ziergittern versehen. Aus dem gleichen gelblichen Stein wie der Portalvorbau bestehen auch die Fenstergewände sowie die beiden Standerker an der Ost- und Südfassade. Die kleinteilig sprossierten Fenster sind zudem mit Jalousieklappläden ausgestattet. Die beiden Schmalseiten weisen Dachflächen mit je zwei Walmdachgauben auf, sind sonst aber unterschiedlich gestaltet und nicht symmetrisch angelegt. Die Ostseite ist zweiachsig und besitzt einen Standerker, die Westseite hat im Erdgeschoss drei Fenster und im Obergeschoss zwei Öffnungen sowie einen vorgelagerten Balkon. Zudem befindet sich an der Westseite der Aussenzugang zum Keller. Die rückwärtige Gartenfassade ist hingegen axialsymmetrisch gestaltet. Ihre Mittelachse wird durch einen fünfeckigen Standerker mit Balkon und im Dachbereich durch eine grosse Lukarne mit Dreieckgiebel hervorgehoben. Das Innere der Villa wird zuerst über einen Windfang im Portalvorbau und dann über ein grosszügig bemessenes Entrée erschlossen, das sich durch vollständig erhaltenes Wandtäfer und Marmorverkleidung auszeichnet. Nördlich schliesst daran das Treppenhaus an, welches ein handwerklich qualitätvolles Holzgeländer mit gedrechselten Staketen, polygonalen Antrittspfosten und geschwungenem Handlauf bewahrt. Die auf den Garten ausgerichteten, besonders repräsentativen Zimmer im Erdgeschoss mit den Erkern sowie das ehemalige Herrenzimmer in der Nordostecke besitzen intakte Stuckdecken, Wandtäfer, Parkette und Türen. Auch in den anderen Zimmern hat sich ein Grossteil der historischen Türen, Böden, Stuckdecken, Fensterlaibungstäfer und Einbauschränke erhalten. Die schmuckvolle und edle Innenausstattung belegt die gehobenen Wohnansprüche einer führenden Rheinfelder Industriellenfamilie. Das grosszügige Kellergeschoss entspricht der Hausfläche der Wohngeschosse und bot reichlich Platz für die Heizung und die Lagerung von Lebensmitteln. In der Nordostecke befindet sich ein gewölbter Weinkeller, dessen Türblatt mit dem Aargauer Wappen verziert ist. Die Errichtung der Villa Roniger führte auch zu einer partiellen Umgestaltung der bestehenden Gartenanlage, da die neue Villa im Süden einen zwar harmonisch in die Gesamtanlage integrierten, aber dennoch eigenständigen Garten erhielt. Dieser wurde wie die Villa ebenfalls 1915/16 angelegt und vom Unternehmen Ranft Söhne, Basel, gestaltet. Dabei ist das Gebäude mit einer chaussierten Fläche umschlossen, auf die mittels Wegen gerahmte und von Hecken und Bäumen eingefasste Rasenflächen folgen [5]. |
| Anmerkungen: | [1] Patrick Zehnder: "Roniger, Adolph", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.09.2009. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/029494/2009-09-07/, konsultiert am 13.03.2024. [2] So baute er in ihrem Auftrag beispielsweise das Mehrfamilienreihenhaus mit dem Restaurant "Alte Post" an der Centralbahnstrasse 21 (1905), das Mehrfamilienreihenhaus mit dem Restaurant "Bundesbahn" an der Hochstrasse 59 (1908), das Wirtshaus "Zum Braunen Mutz" am Barfüsserplatz (1913/14) oder das Zunfthaus "Zu Schuhmacher" an der Hutgasse 6 (1926); letzteres mit Fassadenmalereien vom Basler Künstler Burkhard Mangold, den Adolph Roniger auch für die Wandmalereien im Saalbau des ehem. Hotel Bahnhofs engagierte (Bauinventarobjekt RHE907). Zu Rudolf Sandreuter siehe Rose Marie Schulz-Rehberg, Architekten des Fin de Siècle. Bauen in Basel um 1900, Basel 2012, S. 143–153. [3] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 110/1962 (1963). [4] Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch Nr. 2014-082 (2014). [5] Stauffer Rösch Landschaftsarchitekten (Verfasser: Beat Rösch), Roniger Park Rheinfelden. Entwicklungsleitbild zum Gestaltungsplan, Stand 06.01.2023), S. 8. |
| Erwähnung in anderen Inventaren: | - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung. - Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS), nationale Bedeutung, Baugruppe 3.1, Erhaltungsziel A. |
| Literatur: | - Edith Hunziker, Peter Hoegger, Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Bd. 9: Der Bezirk Rheinfelden, Bern 2011. S. 271. - Stauffer Rösch Landschaftsarchitekten (Verfasser: Beat Rösch), Roniger Park Rheinfelden. Entwicklungsleitbild zum Gestaltungsplan, Stand 06.01.2023) - Edith Hunziker, Parzellendossier 1689, 2011, Archiv Kantonale Denkmalpflege Aargau. |
| Quellen: | - Staatsarchiv Aargau (StAAG): CA.0001/0571–0573 (1899–1938) Vers. Nr. 783, Brandkataster Gemeinde Rheinfelden. - Stadt Rheinfelden Baugesuchsarchiv, Baugesuch vom 21. Juni 1915 mit Plänen (Bauherr: Dr. Adolf Roniger, Architekt: Rudolf Sandreuter); Baugesuch Nr. 110/1962 (1963); Baugesuch Nr. 2014-082 (2014). |
| Reproduction conditions: | © Kantonale Denkmalpflege Aargau |
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URL for this unit of description |
| URL: | http://www.ag.ch/denkmalpflege/suche/detail.aspx?ID=142343 |
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